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Polizei verklebte Nazisticker

 
Einer von zwei Nazisticker an einer Kiste mit Polizei-Ausrüstung. (Foto: Bündnis gegen Rechts)
Einer von zwei Nazisticker an der Kiste mit Polizei-Ausrüstung. (Foto: Bündnis gegen Rechts)

Bei dem Relegationsspiel der SpvGG Greuther Fürth gegen den Hamburger SV am vergangenen Sonntag dokumentierten Fürther Fans Neonazi-Aufkleber in einem Mannschaftswagen der bayerischen Polizeispezialeinheit „Unterstützungskommando“ (USK). Das Fürther Bündnis gegen Rechts spricht von einem „Skandal höchsten Grades“ und fragt: „Befinden sich Neonazi-Aktivisten in den Reihen des bayerischen USK?“

Auf dem Foto, welches der Presseerklärung des Bündnisses beigefügt ist, erkennt man die Aufkleber eindeutig. Es sind Sticker, die vom Neonaziversand „Final Resistance“ vertrieben werden. Dieses Unternehmen führen seit Ende letzten Jahres die beiden Neonazikader Matthias Fischer (Fürth) und Tony Gentsch (Oberprex), die, neben Norman Kempken (Nürnberg), im „Freien Netz Süd“ (FNS) tonangebend sind. Zuvor zeigte sich der oberpfälzische FNS-Aktivist Daniel Weigl für den Vertrieb verantwortlich.

Die Polizeibeamten wählten anscheinend die beiden Sticker „Good night left side“ und „Anti-Antifa organisieren – Den Feind erkennen. Den Feind benennen“ als Aufklebermotiv für ihre Aufbewahrungsbox. Diese Sticker werden traditionell mit einem falschen Impressum hergestellt. Der Grund: Mit diesen Logos machte vor einigen Jahren die „Anti-Antifa Nürnberg“ (AAN) für sich Werbung. Auf der Internetseite der AAN wurden in den Jahren ihres Bestehens rund 200 Nazigegner mit Name, Bild und Adresse veröffentlicht. Nach den Veröffentlichungen kam es immer wieder zu Übergriffen auf die Betroffenen.

 

Diese Aufkleber sollen von den Polizisten werwendet worden sein ©Timo Müller (Archiv)
Diese Aufkleber sollen von den Polizisten verwendet worden sein © Jonas Miller (Archiv)

Wer diese Aufkleber angebracht hat, ist bislang noch unklar. „Man kann es zu einer Unterstützungseinheit der Würzburger Bereitschaftspolizei nachverfolgen“, sagt Holger Baumbach, Sprecher der Bayerischen Bereitschaftspolizei, in der das USK eingegliedert ist.  Ruth Brenner, Sprecherin vom Bündnis gegen Rechts, fragt sich nun, ob in der bayerischen Polizei Neonazis aktiv sind. „Wir haben bislang keine Erkenntnisse gehabt, die uns zu so einer Annahme leiten würden“, meint Baumbach dazu. Allerdings sei das Ansehen der bayerischen Polizei „schwer geschädigt“, Konsequenzen soll es in jedem Fall geben. „Die reichen von einem Verweis bis zur Entlassung“, sagt der Polizeioberrat.

89 Kommentare


  1. […] via störungsmelder: Polizei verklebt Nazisticker […]

  2.   Stoppt Polizeigewalt

    Wenn wunder das den noch Nazi in der Wirtschaft, Nazi in der Politik, wieso sollten dann keine Nazis in den staatlichen Repressionsorganen sitzen?!?

    Rassismus ist in der (bayerischen) Polizei nicht Neuse, schon die „EU-Komission gegen Rassimus“ hat festgestellt, dass die meisten Anzeigen gegen Polizisten, wegen unzulässiger Gewaltanwendung, von Menschen mit Migrationshintergrund stammen und dies sicher nicht weil diese Menschen besonders anzeigefreudig sind.

    Beispiele finden sich hier unzählige, bis hin zu Tötungsdelikten wie der Fall Oury Jalloh zeigte.

    Deutsche Polizisten schützen Faschisten und gehen gegen alle vor, die nicht in ein normatives oder gar rassistische Weltbild passen.

    Deshalb am 28.06.14 nach München zur Demo gegen Polizeigewalt!

    Alerta Antifasista

  3.   Genau

    Warum überrascht mich das jetzt kein bisschen?!?! Ich möchte nicht wissen was beim Großteil unserer Staatsdiener privat so abgeht. Vom Drogenkonsum angefangen bis hin zu Rassismus!!! Die müssen sich nicht wundern wenn sie keiner Leiden kann!!!!! Da fallen mir spontan nur vier Buchstaben ein 🙂

  4.   jim

    Wen wundert das, dass das in Bayern passiert. Die Beamten dort wirken eh sehr hinterwäldlerisch und haben kein Problem die eigene Bevölkerung zu verprügeln oder sonst was!

  5.   _Flin_

    Nein! Doch! Oooohhhh….

    Und sowas beim USK?! Vielleicht gabs die Aufkleber auch nur kostenlos zu den Quarzsandhandschuhen dazu…

  6.   Anders

    Da sind sie wieder, die Leute, die alle über einen Kamm scheren. Es ist schade, dass eine gesamte Berufsgruppe unter ein paar schwarzen Schafen leidet. Tun doch auch die meisten Polizeibeamten einen sehr guten und harten Job. Sie (meine Vorredner) sehen immer nur den Bereitschaftspolizisten bei Demonstrationen oder beim Fußball. Was ist mit den vielen Streifenpolizisten, die dafür sorgen, dass sich der Großteil der Bevölkerung zumeist sehr sicher fühlt, wenn er in Deutschland auf die Straße geht?

    Diese Aufkleber sind in keinster Weise gut zu heißen, ihre Wut gegen die Polizei jedoch genau so wenig.

  7.   Kollege Schnürschuh

    Bayern, ein Bundesland weit entfernt vom Rechtsstaat.
    Ein Land, welches vor Polizeigewalt, rassistischer Repression und Unverhältnismäßigkeiten nur so strotzt.
    Die Entnazifizierung ist in Bayern definitiv falsch verlaufen.

  8.   icke

    „Da sind sie wieder, die Leute, die alle über einen Kamm scheren. Es ist schade, dass eine gesamte Berufsgruppe unter ein paar schwarzen Schafen leidet. …“

    Es gäbe ja die Möglichkeit, endlich die entsprechenden Personen herauszufinden. Aber sowohl die Polizei als auch die Innenministerien wehren sich mit Händen und Füßen gegen z.B. die Kennzeichnungspflicht. Möglichkeiten, bis hin zu mehreren Nummern pro 1 Polizist gibt es ja zuhauf. Aber die Polizei will nur als 1 Gruppe gesehen werden und stellt sich ggf. voreinander. Also wird das so wahrgenommen.

    Gerade solch Sondertruppen wie USK, BFE, EGH o.ä. haben nochmal einen ausgeprägteren Corpsgeist…

    Und nein, bei Demonstranten, Fußballfans, Konzertbesuchern,… ist es nicht das Selbe. Die haben nämlich weder Hoheitsgewalt noch stark gepanzerte Fahrzeuge, noch geschützte Kamerateams. Im Gegensatz zur Polizei. – Bevor hier die ersten Schlaumeier aufschlagen…

  9.   Problembürger

    Naja Hr. Anders,

    das Problem mit Fehlern und schwarzen Schaafen bei der Polizei ist der, das wenn die Polizei fehler macht, diese sehr weitreichende und heftige Konsequenzen hat (nur nicht für die Polizei).
    Ein Maler, der falsch gestrichen hat, malt halt nochmal drüber das stört keinen. Ein Polizist der jemanden festnimmt weil er seiner Ausbildung, Kenntnis und persönlicher Einschätzung nach denkt der hat was verbrochen und sich dann irrt, hat aber schon den Fehler gemacht demjenigen unrechte Gewalt, Freiheitsberaubung und psychischer Folter auszusetzen.
    Und das sowas passieren kann und auch passiert ist einfach erklärt, Polizisten sind Menschen, Menschen machen Fehler denn es sind keine Maschinen und durch subjektive Wahrnehmung die ein Mensch nunmal hat können überspitzte Reaktionen passieren. Deshalb ist es dann weder hilfreich für die Polizei noch für den Bürger zu sagen „Die Polizei ist super und macht keine Fehler.“
    Was die Nazi Sticker angeht, das ist zwar für die große Öffentlichkeit ein Schock oder auch nicht je nachdem aber für die linke Szene schon lange traurige Wahrheit. Warum sonst werden wohl Nazi demos mit allen Mitteln durchgeprügelt „um das Versammlungsrecht zu wahren“, während große linke Demonstrationen (Blockupy, rote Flora…) mit allen Mitteln verhindert werden?

  10.   Bernd

    Das USK, dein Freund und Helfer: http://blog.fefe.de/?q=USK