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Berliner Polizei verhindert Konzert von Nazirapper

 
Patrick Killat bei einem blockierten NPD-Aufmarsch in Berlin im April 2014 © Theo Schneider
Patrick Killat bei einem blockierten NPD-Aufmarsch in Berlin im April 2014 © Theo Schneider

In der Nacht zu Sonntag löste die Polizei in Berlin-Mitte ein Treffen von rund 30 Rechtsextremen auf, die ein Konzert planten. Unter den Teilnehmern befand sich auch Nazirapper Patrick „Villain051“ Killat, der vor allem durch rassistische Hetze gegen Geflüchtete in Hellersdorf Bekanntheit erlangte.

Nach Polizeiangaben war Fahndern gegen 21 Uhr in der Oranienburger Straße in Mitte eine Gruppe bekannter Rechtsextremer aufgefallen, unter denen sich „Mitglieder einer rechtsgerichteten Band befanden, die dort einen Club betraten.“ Bei der Band handelt es sich um das rechte Duo „A3stus“ um den Musiker Patrick Killat, der sich selbst „Villain051“ nennt. Killat macht seit Jahren rechte Musik, zeitweilig im Duett mit der Rechtsrapperin Mia Herm alias „DeeEx“. Bekanntheit erlangte er jedoch nicht durch seine dilettantische Rapmusik, sondern erst Anfang des Jahres im Rahmen der rassistischen Mobilisierung gegen eine Asylunterkunft in Hellersdorf, als er mit „Kameraden“ vor der Einrichtung ein Musikvideo aufnahm und ein Sicherheitsdienstmitarbeiter rassistisch beleidigt wurde.

Neben Killat befanden sich in der Gruppe am Wochenende auch Brandenburger Rechtsextreme aus dem Umfeld der Kameradschaft „Barnimer Freundschaft“, wie Marcel Zech, NPD-Kreistagsabgeordneter in Barnim, der bereits beim Videodreh in Hellersdorf dabei war. Offensichtlich war das Release-Konzert für das gerade erschienene Album von „A3stus“, das unter dem Titel „Wehret den Anfängen“ kürzlich erschienen war, geplant.

Die Polizei machte den Rechtsrappern jedoch einen Strich durch die Rechnung, indem sie den Club gegen Mitternacht stürmte. Sie kontrollierte die 26 Anwesenden und erteilte Platzverweise. Der Betreiber der Einrichtung, die regelmäßig für Veranstaltungen vermietet wird, war überrascht von den Neonazi-Gästen und distanzierte sich gegenüber der BZ: „In diesem Fall war eine geschlossene Veranstaltung angemeldet, ein Rock-Abend. Wir werden den Anmelder nun auf Schadenersatz verklagen.“

Nazirapper Killat schäumt vor Wut auf seiner Facebook-Seite: „wat zur Hölle hatten der Staatsschutz und die BZ Presseschmierer dort zu suchen?“ und „IHR HABT DOCH WOHL DEN SCHUSS NICH JEHÖRT!!!“, schreibt er dort. Die die anonym betriebene Neonazi-Seite „Bürgerbewegung Hellersdorf“ solidarisiert sich unterdessen mit den kontrollierten Rechten und beklagt, dass „wiedereinmal Deutsche kriminalisiert“ würden.

11 Kommentare

  1.   Kollege Schnürschuh

    Wie kann man nur so dumm sein, eine offensichtlich aus der afroamerikanischen Kultur stammende Musikrichtung für rassistische Zwecke zu verwenden? Hätte nie für möglich halten können, dass die so dämlich sind.
    Dass dieser Mann absolut kein Talent hat muss man wohl nicht dazu sagen.


  2. […] In der Nacht zu Sonntag löste die Polizei in Berlin-Mitte ein Treffen von rund 30 Rechtsextremen auf, die ein Konzert planten. Unter den Teilnehmern befand sich auch Nazirapper Patrick „Villain051“ Killat, der vor allem durch rassistische Hetze gegen Geflüchtete in Hellersdorf Bekanntheit erlangte (Störungsmelder). […]

  3.   Geriffelter Metallboden

    @Kollege Schnürschuh: So ziemlich alles, was heute an Musik erhältlich ist, kam über Afrika nach Amerika und über den Teich nach Europa. „Klassische“ Musik ist so das letzte Genre, was originär europäisch ist. Demzufolge stehen auch Rassist_innen mit Gitarren musikalisch gesehen in bester afrikanischer Tradition!


  4. […] via störungsmelder: Berliner Polizei verhindert Konzert von Nazirapper […]

  5.   Interessierter Bürger

    In diesem Zusammenhang muss man mal sagen, dass die Berliner Polizei gute Arbeit geleistet hat!!


  6. Ja da kann man mal sehen wie orientierungslos diese Gestalten sind. Nazirap/rock, dicke Ohr- und Nasenringe, der Adolf hätte sie alle mit als erstes einkassiert.

  7.   Karmen

    Wenn Nazis nur eines endlich mal lernen könnten, nämlich daß sie eine Schande sind für Deutschland. Nicht etwa, daß wir heute noch ein Land der Dichter und Denker wären, das ist schon lange vorbei, aber was sich da für einen „Volksdeutschen“ hält, ist peinlich und lächerlich. Arbeitslos, Schulabbrecher, Rechtschreibung ungenügend, ungebildet und unterirdisch, gerne versoffen. Oft genug auch schwul, wie kommt das eigentlich? Der Männerbund scheint eine gewisse Anziehungskraft zu haben, Röhm lässt grüßen.

    Jüngst stand doch mal eine Wahlwerbung der NPD in der Presse. Was stand auf dem Plakat? -> Wir sind keine Schaafe <–

    Na, armes Deutschland. VHS hilft, wenn es mit dem Deutsch nicht klappt.

  8.   Advocatus Diaboli

    @Kollege Schnürschuh: Ist es nicht ebenso rassistisch zu sagen das nur Afroamerikaner „rappen“ dürfen?


  9. […] erst hat die Polizei sein Konzert in Berlin-Mitte verhindert, jetzt feuert ihn auch noch seine Komparsen-Firma. Es läuft nicht gut für den Berliner […]


  10. […] Bei Fragen zu dem Termin werden Interessenten an den Berliner Neonazirapper Patrick Killat (der als Villain051 bzw. A3stus in Erscheinung tritt) verwiesen. Dieser fällt ebenfalls regelmäßig im Kontext von HoGeSa auf, z.B. bei den schweren Ausschreitungen in Köln im Oktober als er mit der früheren NPD-Funktionärin Karin Mundt auf der Bühne den Soundtrack zum Krawall lieferte. Er war mit ihr auch Teilnehmer des zweiten HoGeSa-Auftritts am 15. November in Hannover. In Berlin ist Killat vor allem durch seine Teilnahme an flüchtlingsfeindlichen Aufmärschen in Marzahn und Lichtenberg, sowie durch geplatzte Konzertversuche in Erscheinung getreten. […]