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Konspiratives Nazi-Konzert in Berlin geplant

 
Mit einem Großaufgebot verhinderte die Polizei das Konzert © Mika Zellmann
Die Polizei verhidnerte bereits 2009 ein Berlin-Konzert der Gruppe © Mikael Zellmann

Mehrfach hat die Polizei in der Haupstadt schon Konzerte der Rechtsrocker von „Kategorie C“ verhindert. Diesen Samstag will die Bremer Band es erneut versuchen. Der Ort wird bis zuletzt geheim gehalten. „Ab 16 Uhr ist ein Infotelefon geschaltet, wo ihr alle Informationen zum Ort der Veranstaltung erfahrt“, heißt es in dem Einladungsschreiben, das in internen Nazi-Foren kursiert. Die Berliner Polizei bestätigte ZEIT ONLINE, dass die Veranstaltung bekannt sei. Der Staatsschutz werde die Entwicklung aufmerksam beobachten. Als Anlass für das Konzert wird das 5-Jährige Bestehen der „Legion Germania“ genannt. Ein Zusammenschluss rechtsextremer Hooligans von LOK Leipzig und BFC Dynamo Berlin. Am selben Tag spielt der BFC gegen den SV Babelsberg 03, der für sein Engagement gegen Rechtsextremismus als Feindbild vieler Hooligans gilt.

25 Euro kostet der Eintritt. Mehrere Hundert Neonazis und Hooligans werden erwartet. Das Gewaltpotenzial der „Kategorie C“-Fans ist hoch. Bei einem Konzert in Rostock musste die Polizei mit einem Großaufgebot anrücken, um einen Auftritt der Gruppe, die sich selbst als „unpolitische Hooliganband“ bezeichnet, zu verhindern. Dabei kam es zu Ausschreitungen. Die 450 angereisten Neonazis griffen die Polizisten an, ein Beamter wurde verletzt. Es folgten Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Körperverletzung.

Mitglieder der Band "Kategorie C" in der Kontrolle ©TM
„Kategorie C“-Sänger Ostendorf in einer Polizeikontrolle ©TM

Das letzte Mal trat die Band 2006 in Berlin auf – bei einem NPD-Aufmarsch für die Freilassung des Sängers der verbotenen Naziband „Landser“. Nach Aussage des Verfassungsschutzes Bremen ist die Band „besonders wegen ihrer gewaltverherrlichenden Lieder in der Skinhead-Szene beliebt und trat in der Vergangenheit zusammen mit rechtsextremistischen Skinhead-Bands bei Konzerten auf“. Im Herbst 1991 war Sänger Hannes Ostendorf an einem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim beteiligt und wurde dafür zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Die Band pflegt enge Kontakte zur Hooliganszene. Hier ein Beitrag der Kollegen von SpiegelTV:

12 Kommentare

  1.   T Scholanski

    Ich bin selber Skinhead und finde es jedes Mal von Neuem unschön, wenn ich in Artikeln etwas von rechten Bands in Verbindung mit Skinheads lese. Wenn, dann ist die Band in rechten Kreisen sehr beliebt, aber sicher weniger bei Skinheads. Echte Skinheads hören Rocksteady, Ska, Oi und Punk und KC findet man mit Sicherheit nicht in der Vinylsammlung, eines echten Skinheads…

  2.   Johannes Radke

    Danke für den Hinweis. Wir selbst haben aber gar nichts von Skinheads geschrieben. Das ist ein Zitat von dem Verfassungsschutz-Mitarbeiter. Wir können nicht einfach seine Zitate abändern. Das geht presserechtlich nicht.

    Wenn wir als Autoren über rechtsextreme Skinheads schreiben (die es ja nun mal gibt), dann schreiben wir auch immer Nazi-Skinheads oder rechtsextreme Skinheads, um klarzumachen, dass es auch linke oder unpolitische Skinheads gibt.

  3.   ichnuwieder

    Am selben Tag wird der BFC Dynamo im Prenzlauer Berg gegen Babelsberg 03 spielen. Das Spiel beginnt um 13:30. Schlechte KKoordination oder Absicht der Konzert-Organisatoren?!

  4.   babelsberger

    Euch ist schon klar, dass das Konzert in direktem Zusammenhang mit dem Fußballregionalligaspiel BFC – Babelsberg Am Samtag um 13:30 Uhr stattfindet!?
    Bei letzten Zusammentreffen mit Lok Leizig in Babelsberg 2013 gab es schwere Ausschreitungen- ein Zufall, das jetzt, genau an diesem Wochenende, solch ein „Rahmenplan“ für die Faschohools von LOK und BFC existiert…


  5. […] Mehrfach hat die Polizei in der Haupstadt schon Konzerte der Rechtsrocker von “Kategorie C” verhindert. Diesen Samstag will die Bremer Band es erneut versuchen. Der Ort wird bis zuletzt geheim gehalten. “Ab 16 Uhr ist ein Infotelefon geschaltet, wo ihr alle  Informationen zum Ort der Veranstaltung erfahrt”, heißt es in dem Einladungsschreiben, das in internen Nazi-Foren kursiert. Als Anlass für das Konzert wird das 5-Jährige Bestehen der “Legion Germania” genannt. Ein Zusammenschluss rechtsextremer Hooligans von LOK Leipzig und BFC Dynamo Berlin (Störungsmelder). […]


  6. […] via störungsmelder: Konspiratives Nazi-Konzert in Berlin geplant […]

  7.   sv babelsberg

    Sv Babelsberg 03! Nicht fc!!!!

  8.   Johannes Radke

    Danke für die Hinweise. Haben wir gleich aktualisiert. (Und die Bezeichnung auch korrigiert).

  9.   Schorsch Klunikoff

    Praktisch für die LOK-Hools, dass die Leipziger Bullen an dem Tag auch noch bei Union Berlin spielen, gibt bestimmt kostengünstige Sonderzüge aus Leipzig, die man nutzen kann…

  10.   jupp

    BFC Dynamo und nicht BFC Dynamo Berlin