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Neonazis werfen Molotowcocktail gegen Reichstag

 

Der Reichstag in Berlin wurde am frühen Montagmorgen mit einem Molotowcocktail beworfen. Der Brandsatz traf eine Außentreppe, es entstand Sachschaden. Der Täter konnte entkommen – und hinterließ Flugblätter, in denen gegen „Multikulti“ gehetzt wird.

Von Tagesspiegel-Redakteur Jörn Hasselmann

Die Tat ist dreist: Trotz der intensiven Überwachungmaßnahmen im Regierungsviertel warf ein Unbekannter in der Nacht einen Brandsatz gegen den Reichstag in Berlin – und entkam. Die mit einer brennbaren Flüssigkeit gefüllte Flasche entflammte am frühen Montagmorgen gegen 2 Uhr früh aber nur kurz auf der Treppe an der Paul-Löbe-Allee und erlosch dann von selbst. Nach Angaben von Polizeipräsident Klaus Kandt gab es eine zwei Meter hohe Stichflamme. Demnach konnte das Feuer vom Eingangsbereich nicht auf den Reichstag übergreifen. Es entstand ein geringer Sachschaden, verletzt wurde niemand. Am Tatort hinterließen der Täter Flugblätter.

Überschrieben ist das Pamphlet mit „Der Ausgangspunkt der Gewalt ist die Ignoranz der Herrschenden“, wie Kandt dem Tagesspiegel sagte. Darin werde gegen „Multikulti“ und Überfremdung gehetzt. Der für politische Delikte zuständige Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen, es ermittelt das Dezernat 53 „Politisch motivierte Kriminalität Rechts“.

Nach Kandts Angaben gibt es einen Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf die CDU-Bundesgeschäftsstelle in der Klingelhöferstraße in Tiergarten Ende August. Auch dabei war ein Brandsatz geschleudert worden, der bis auf Rußspuren keinen Schaden anrichtete. Der Brandsatz erlosch nach kurzer Zeit auf dem Gehweg von selbst. Auch diese Tat geschah in einer Nacht zu Montag, und zwar etwa zu gleichen Zeit, um 2.50 Uhr. Auch in diesem Fall hatte der Polizeiliche Staatsschutz sofort die Ermittlungen übernommen.

6 Kommentare

  1.   irgendwer

    die neo ss ermittelt jetz also gegen rechts,
    moeglicherweise sollten sie dann mit einer selbstanzeige beginen…

  2.   d

    Klar, wenn es gegen den Reichtstag geht, dann kann man auch mal gegen rechts ermitteln. Wenn es Anschläge auf Moscheen gibt, oder Menschen wegen der „falschen Herkunft“ ermordert werden, dann gibt es für Wochen, Monate, Jahre keine Hinweise auf politische bzw. rassistische Motivation.

  3.   Hermann Künzel

    Der rechte Rand wird immer „stärker“ und kecker. Gegen Faschismus – immer und überall.

  4.   Irmela Mensah-Schramm

    Dem 2. Kommentar kann ich nur voll zustimmen!!! Und: Danke dafür!
    Denn der trifft voll zu.
    Dass nun die Nazis zu vermehrten Gewaltakten übergehen, interessiert diesen Staat wohl wenig. Einzige Ausnahme: Sein hohes Haus ist nun selbst Ziel eines Anschlags geworden!


  5. […] von selbst. Deshalb konnte das Feuer vom Eingangsbereich nicht auf den Reichstag übergreifen (Störungsmelder, Augsburger […]

  6.   richtigerdenker

    War’s vielleicht Marinus von der Lubbe?