‹ Alle Einträge

Neonazi-Partei fordert Auflistung von Juden in Dortmund

 
Anfrage des Neonazis Giemsch aus dem Stadtrat in Dortmund, Foto: Screenshot.
Anfrage des Neonazis Giemsch aus dem Stadtrat in Dortmund, Foto: Screenshot.

Die Neonazi-Partei Die Rechte provoziert erneut mit einer Anfrage im Stadtrat in Dortmund: Der Rechtsextremist Dennis Giemsch hat in einer Anfrage im Dortmunder Stadtrat die Auflistung der Verteilung von Juden in der Stadt gefordert. Ähnliche Anfragen stellte die Partei zu Kurden und “AIDS-Kranken” in Dortmund. Politiker und Initiativen gegen rechts sind entsetzt.

 

Dennis Giemsch bei einem Neonazi-Aufmarsch
Dennis Giemsch bei einem Neonazi-Aufmarsch in Dortmund

Die Rechte sitzt seit der letzten Kommunalwahl mit einem Abgeordneten im Stadtrat von Dortmund. Zunächst hatte der Einzug Siegfried Borchardts (Spitzname “SS-Siggi”)  für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Doch im Sommer erklärte der Alt-Neonazi seinen Rückzug aus dem Gremium. Ihm folgte der nicht weniger radikale Nachwuchs-Neonazi Dennis Giemsch nach. Er war Anführer der inzwischen verbotenen Nazi-Kameradschaft Nationaler Widerstand Dortmund. Am Wahlabend hatten dutzende Neonazis eine Wahlparty im Rathaus brutal überfallen. Es gab viele Verletzte.

Giemsch fordert nun in einer Anfrage aus der Stadtratssitzung am 13. November 2014 die Auflistung der Verteilung von Jüdinnen und Juden in den verschiedenen Stadtbezirken von Dortmund.

“Bereits 1935 wurde zur Durchführung der Nürnberger Gesetze eine solche zentrale ‘Judenkartei’ angelegt”, sagt die Leiterin der Dortmunder Beratungsstelle BackUp, Katharina Kostusiak. “Wozu dies geführt hat, können wir in den Geschichtsbüchern nachlesen.” Sie hofft, dass die Anfrage vom Stadtrat nicht beantwortet wird, sondern, dass eine solche Anfrage als ein Verstoß gegen die Menschenrechte gewertet wird.

88 Kommentare

  1.   Antonia

    Besonders interessant: das Interesse an Kurden

    Weil die die Feinde des IS sind? Oder wird hier noch unterteilt nach Sunnit oder nicht?

    Oder weil die Kurden mehrheitlich nicht zusammen mit “Den Aufrechten” fordern, Juden ins Gas zu schicken auf ihren Friedens-Pro-Palästina-Anti-Isreal-Demonstrationen?


  2. […] nun bin ich gerade richtig sauer und stinkig, nachdem ich das im Störungsmelder gelesen […]

  3.   Antonia

    Es wird immer deutlicher, dass die Feinde von islamistischen Terroristen und Rechtsextremen die Selben sind. Es geht los mit Juden, es folgen Homosexuelle, Kurden, Aleviten, Schiiten, Christen, Frauen…

  4.   PLUS 50

    peinlich, bedenklich und ein Zeichen das auch am Ende einer Demokratie Mängel entstehen die sich nicht leicht beseitigen lassen.
    Die diese Daten so einfordern gehören hinter Gitter und nicht eingebunden in politische vom Steuerzahler mitfinanzierte Politik.

  5.   Sid81

    Schlimm, wirklich schlimm. Deutschland im Jahre 69 nach Kriegsende, und sowas dann anzufragen. Warum sind wir immer noch mit solchen Leuten geschlagen? Was zum Teufel geht in deren Köpfen vor? Ich denke : NICHTS!!!!!!!!


  6. Jetzt mal ernsthaft, was ist denn verkehrt in diesem Staat.

    Wehrhafte Demokratie und so?

    Am unverständlichsten ist das Hü und Hott des Rechtsstaats.

    Ein Mitglied der NPD-Führung bekommt seinen Jagdschein abgenommen, weil man ihm eine mangelnde Eignung wegen seiner politischen Einstellung attestiert aber die Partei bleibt weiter erlaubt.

    http://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Uebersicht/Verwaltungsgericht-Bremen-bestaetigt-NPD-Funktionaer-darf-kein-Jagdschein-haben

    Das macht doch keinen Sinn!!!


  7. Was will man von einem derartig menschenverachtenden, rassisitischen und zudem strohdoofen Haufen schon erwarten.

    Natürlich dürfen Sie die Auskunft nicht bekommen, damit Sie dann Ihre braunen Horden genau in die Stadtteile und Straßenzüge schicken könnten, um Randale und Hetze zu treiben.

    Pfui deibel.

  8.   Weizy

    Vielleicht sollte Herr Giemsch sich mal einem DNA Test unterziehen, aufgrund der schwarzen Haare / Bart. Vielleicht kommt ja raus dass er sich gegen sich selbst wendet 😉

  9.   Salvador

    Ähm was war denn nun los an dem Wahlabend? Der Blogeintrag spricht von “(..).dutzende Neonazis eine Wahlparty im Rathaus brutal überfallen”. Im verlinkten Artikel ist es nur noch ” (..).stürmten am Sonntagabend rund 20 Neonazis die Wahlparty” und der Polizeibericht (ebenfalls im verlinkten Artikel) spricht von “Offensichtlich hatten die Rechtsextremisten die Absicht, in das Rathaus zu gelangen, bzw. an den Feierlichkeiten anlässlich der Wahlen teilzunehmen.”.

    Angeblich alles das gleiche Ereignis aber die unterschiedliche Darstellung ist schon extrem.


  10. Wie sonst kommt man, wie kommen andere Parteien, Initiativen, Journalisten etc. zu einer Einschätzung der Anteile verschiedener Bevölkerungsgruppen? Wie sonst soll eine Verhältnismäßigkeit auch bei öffentlichen Zuwendungen etc. stattfinden?