‹ Alle Einträge

HoGeSa-Treffen in Berlin geplant

 
Teilnehmer der flüchtlingsfeindlichen Aufmärsche in Marzahn fielen bereits mit HoGeSa-Bezugnahmen auf © Theo Schneider
Teilnehmer der flüchtlingsfeindlichen Aufmärsche in Marzahn fielen bereits mit HoGeSa-Bezugnahmen auf © Theo Schneider

Berliner Neonazis planen am Samstag als HoGeSa ein sog. „Kennenlerntreffen für Berlin und Umland“ im Pankower Ortsteil Prenzlauer Berg. Treffen wollen sich die rechten Hooligans zum „kennenenlernen und vernetzen“ um 20 Uhr am S-Bahnhof Greifswalder Straße. Ob die Teilnehmer von dort weiterziehen oder direkt am Bahnhof ihre Versammlung abhalten wollen, geht aus der Ankündigung nicht hervor. Beworben wird der Termin durch eine Facebook-Meldung des einschlägig bekannten Enrico Schottstädt, der seit längerer Zeit mit dem Label HoGeSa in Erscheinung tritt und Anhänger des 1. FC Union ist. Er war auch Initiator einer Neonazi-Kundgebung am Marzahner Eastgate Ende Dezember mit dem Titel „Ber.Ge.As. Berlin gegen Asylmissbrauch und linke Gewalt“, an dem rund 50 teilweise betrunkene Rechte teilnahmen. In der Vergangenheit trat er zudem als Ordner bei den flüchtlingsfeindlichen Montagsaufmärschen in Berlin-Marzahn auf.

Facebook-Aufruf zum Berliner HoGeSa-Treffen © Screenshot
Facebook-Aufruf zum Berliner HoGeSa-Treffen © Screenshot

Bei Fragen zu dem Termin werden Interessenten an den Berliner Neonazirapper Patrick Killat (der als Villain051 bzw. A3stus in Erscheinung tritt) verwiesen. Dieser fällt ebenfalls regelmäßig im Kontext von HoGeSa auf, z.B. bei den schweren Ausschreitungen in Köln im Oktober als er mit der früheren NPD-Funktionärin Karin Mundt auf der Bühne den Soundtrack zum Krawall lieferte. Er war mit ihr auch Teilnehmer des zweiten HoGeSa-Auftritts am 15. November in Hannover. In Berlin ist Killat vor allem durch seine Teilnahme an flüchtlingsfeindlichen Aufmärschen in Marzahn und Lichtenberg, sowie durch geplatzte Konzertversuche in Erscheinung getreten.

Bereits am 9. November hatten Neonazis einen Berliner HoGeSa-Aufmarsch geplant, organisiert von Steven K. aus dem BFC-Spektrum. Allerdings fiel die Versammlung aus, da der Anmelder kurzfristig absagte. Dennoch kamen 400 Gegendemonstranten und auch 30 NPD-Anhänger um den Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke, die von der Absage offenbar nicht rechtzeitig erfahren hatten, zum Alexanderplatz. Es kam zu Auseinandersetzungen und Festnahmen.

Urprünglich plante das Netzwerk HoGeSa für Sonntag ihren dritten bundesweiten Aufmarsch in Essen. Allerdings legte die Anmelderin nach dem Verbot der Versammlung durch die Polizei keine Rechtsmittel ein, sondern sagte den Aufzug ab.

4 Kommentare

  1.   Klaus Ehrlich

    „Sport Frei!“ Zwischen den Zeilen wurden die Nazi-Hools in der sogenannten Abssage von Essen aufgefordert, trotzdem nach Essen zu fahren! Gleichzeitig tauchen Aufrufe „Jetzt erst recht!“ zu Essen auf. Anscheinend schätzt sich HoGeSa als stark genug ein, einen mehrere tausend Mann starken Aufmarsch gegen den Willen der Polizei durch Essen durchsetzen zu können.

    Trotz Demoverbot: HoGeSa-Gewaltmarsch durch Essen am 18. Januar?

    .

  2.   Irmela Mensah-Schramm

    …um dann an anderem Ort überraschend den Aufzug womöglich als „Spontan-Demo“ zu realisieren, damit sowohl die Polizei, als auch mögliche Gegendemos sie nicht an ihrem menschenverachtenden Spekatakel behindern können.
    Die viel geforderte „Wachsamkeit“ dürfte damit dahin sein…………..


  3. Wirksamer für den Niedergang der Pegida-Bewegung werden nicht die Gegendemonstrationen sein – wobei man jedem seine gewaltfreie Meinung gönnen darf – sondern die Instrumentalisierung von Pegida durch Neonazis.


  4. […] Einer der Organisatoren der Zusammenkunft war augenscheinlich der einschlägig bekannte Enrico Schottstädt. Der Anhänger des FC Union Berlin trat bereits in der Vergangenheit als führender Kopf des Berliner HogeSa-Spektrums auf, meldete im Dezember eine Kundgebung gegen „Asylmissbrauch und linke Gewalt“ an, beteiligte sich in Marzahn als Ordner bei den flüchtlingsfeindlichen Aufmärschen und organisierte schon im Januar in der Kneipe „Stumpfe Ecke“ im Prenzlauer Berg ein sogenanntes „… […]