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Neonazi-Angriff auf feministische Demonstration in Nürnberg

 
Neonazis beim Angriff  | Foto: Timo Müller
Neonazis beim Angriff | Foto: Jonas Miller

Am Samstagabend haben Neonazis eine feministische Demonstration angegriffen. Es kam zu Pfeffersprayattacken und Festnahmen. Zuvor hat die Kleinstpartei „Die Rechte“ für die Freilassung eines Holocaustleugners demonstriert.

Der Münchner Neonazi Phillip Hasselbach meldete am Samstagnachmittag eine Kundgebung vor der JVA Nürnberg an. Diese stand unter dem Motto „Freiheit für Gerd Ittner und politische Gefangene“. Der rechten Kundgebung folgten rund zwanzig Neonazis. Darunter auch die Organisatoren des Nürnberger Pegida-Ablegers „Nügida“, Rainer Biller und Dan Eising. Bei Gerhard Ittner handelt es sich um einen inhaftierten Holocaustleugner, der seit 2004 untergetaucht war und im Mai 2012 von deutschen Zielfahndern in Portugal festgenommen wurde.

Am späten Nachmittag formierte sich dann ein Demonstrationszug zum internationalen Frauentag, der von der Nürnberger Innenstadt über den Hauptbahnhof zum Aufseßplatz führen sollte. Am Hauptbahnhof griffen ein Dutzend vermummte Neonazis die feministische Demonstration an, sprühten Pfefferspray und warfen mit Gegenständen. Das Unterstützungskommando (USK) der bayerischen Bereitschaftspolizei konnte einen Teil der Angreifer sofort stellen. Weitere wurden im Umfeld des Hauptbahnhofes festgesetzt. Unter den Angreifern befand sich Dan Eising, der laut Augenzeugenberichten mit Pfefferspray auf linke Demonstranten gesprüht haben soll. Auch der Nügida-Ordner Andreas G., der dem NPD-Spektrum nahesteht, befand sich unter den Festgenommenen. Andere Angreifer konnten sich der Festnahme entziehen.

Derzeit laufen noch Maßnahmen der Polizei. Es kam zu kleineren Verletzungen auf Seiten der linken Demonstranten.
Nach bisherigen Recherchen besuchte ein Großteil der Festgenommenen vorher die Kundgebung der Rechtsaußenpartei “Die Rechte”. Nach Polizeiangaben wurden dreizehn Angreifer direkt vor Ort festgestellt. “Es folgte die Festhaltung aller Beteiligten bis zur Feststellung ihrer Identität und jedem von ihnen wurde ein Platzverweis erteilt. Inwieweit Straftatbestände verwirklicht wurden, wird geprüft”, teilte das Polizeipräsidium Mittelfranken am Sonntag mit.

Dieser Artikel wurde um 08.03.2015 aktualisiert.

16 Kommentare

  1.   sockpuppet

    Dieselben, die gestern Nachmittag die Freilassung des Holocaustleugners Ittner forderten, haben am Abend einen bunten und friedlichen Demonstrationszug anlässlich des Frauentages! Höhe Hauptbahnhof angegriffen.

    Einfach, weil sie noch in der Stadt waren. Einfach, weil ihre Frauen- und Menschenverachtung ein Ventil gebraucht hat.

    Dieselben Agitatoren werden morgen als “Nügida” in Nürnberg auf die Straße gehen, um in Richtung Bundesamt für Flüchtlinge und Migration, ehemals SS Kaserne und KZ Außenlager Dachau, zu laufen.

    Was sie im Schilde führen, wird an ihren FB Kommentaren deutlich. Ich verlinke bewußt nicht, wer es wünscht, kann sich selber kundig machen.

    Das ist eine öffentliche NeoNazidemonstration mit dem einzigen Ziel, Aggressionen und Hass zu verbreiten.

    Und die angeblich “linke” Stadt Nürnberg sieht dem bisher nur zu…


  2. […] via zeit: Neonazi-Angriff auf feministische Demonstration in Nürnberg […]

  3.   Schröder

    Nur mal zur Information , Nügida gehört nicht zu Pegida ist also kein Ableger von Pegida, ich bitte Sie das klarzustellen, Pegida ist gegen jeden Extremismus


  4. […] Hauptbahnhofes von etwa einem Dutzend vermummten Neonazis angegriffen, meldet bereits gestern Abend der Störungsmelder. Es sollen dabei Gegenstände geworfen worden, sowie Pfefferspray von Seiten der Angreifer zum […]

  5.   Ringdong

    Ein Platzverweis und Personalien feststellen – das war´s? Kein Wunder, wenn diese Spinner vom rechten Randgruppendesaster, keine Angst vor Repressalien haben und machen, was sie wollen. Widerlich, der braune Scheißhaufen. Und die “bürgerliche Mitte”, die bei Pegida mitläuft, aber “natürlich keine Nazis sind”? Weil Ihr das gesellschaftliche Klima vergiftet, ermutigt Ihr mit Eurem Verhalten diesen gewalttätigen Abschaum. Also keine Ausreden, das Macht Euch mindestens zu Wegbereitern der Gewalt gegen Andersdenkende/-gläubige. Schämt Euch, schämt Euch einfach.

  6.   Waldhypfer

    Wenn Nügida nicht zu Pegida gehört, sollen sie sich distanzieren, statt sich ihrer vielen Ableger zu rühmen. Das hat ja bei Bogida, Dügida und Kögida auch geklappt. Und wer sich das mal in Dresden angeschaut hat, der weiß, dass Pegida nicht gegen jeden Extremismus ist.

    Am 22. Dezember griff ein Ordner nach Augenzeugen einen Journalisten an und beschimpfte ihn als „Judenschwein“. Ein Dresdner Redakteur wurde von Kundgebungsrednern „namentlich angeprangert“. (aus der FAZ)

  7.   Jamba

    Ich hoffe wirklich, die ZEIT bekommt bald mal einen Preis oder mehrere für den Störungsmelder in Sachen Rechtsradikalismus in Deutschland. Fakten lügen nicht, auch wenn Rechte mal wieder das Gegenteil behaupten. DICKES DANKE für sachliche informative WAHRHEITSpresse an DIE ZEIT!!!

  8.   Carl

    Das Bild und die Bildunterschrift scheinen mir nicht ganz zu passen – nicht zueinender oder zum Artikel. Wer sollen auf dem Bild die “Neonanzis beim Angriff” sein? Der weiße Polizist (offenbar mit Glatze), der den Mann packt/abführt?


  9. […] Vorfeld forderte das Bündnis auch, die komplette Demonstration von Nügida zu unterbinden. Nügida-Anmelder Dan Eising war am vergangenen Samstag bei einem Angriff auf die feministische Demon…. Augenzeugenberichten nach soll er sogar Pfefferspray in die Menge gesprüht haben. Das […]