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NPD-Aufmarsch nach Naziangriff auf alternatives Musikfestival

 

11427203_701571679988259_3508628537616833825_nDer Berliner Stadtteil Buch gilt als neue Hochburg der lokalen Neonaziszene. Immer wieder kommt es zu Bedrohungen, Schmierereien und gezielten Angriffen auf Engagierte. Mit einem bunten Musikfestival wollen jetzt Jugendliche an diesem Wochenende ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus und Rassismus in Buch setzen. Doch bereits beim Aufbau am Donnerstag wurden die Helfer von Neonazis mit Flaschen und Pfefferspray attackiert. Für Freitagabend hat die NPD jetzt auch noch einen Aufmarsch ganz in der Nähe angemeldet.In einem Statement im Internet heißt es zum Angriff:

“Heute, gegen 20.45 Uhr kam es zum ersten Angriff auf das Festival. Vier Nazis, unter ihnen der Pankower NPD-Kreisvorsitzende Christian Schmidt, sammelten sich in der Nähe des Geländes, auf dem derzeit Festivalvorbereitungen stattfinden. Erst fotografierten sie die Festival-Crew ab und versuchten diese verbal zu provozieren. Als ihnen dies nicht gelang, bewarfen sie Menschen die gerade mit Aufbauarbeiten beschäftigt waren, mit Flaschen. Anschließend kam es zu einem Handgemenge, bei dem die Nazis Menschen mit Pfefferspray angriffen. Nach einer halben Stunde kam die Polizei. Die Bucher Nazis, allem voran Christian Schmidt, taten was sie immer tun und erstatten Anzeige gegen die alternativen Jugendlichen. Die Beamten glänzten wie immer durch Unkenntnis der lokalen Situation. Sie nahm die Anzeige bereitwillig entgegen und kontrollierte daraufhin die Personalien von Personen die sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Festivalgelände befanden. Die Gruppe der Nazis war zu diesem Zeitpunkt auf zehn Personen angewachsen.”

Der NPD-Aufmarsch soll am Freitag um 18:30 Uhr vor dem Supermarkt “Norma” in der Bruno-Apitz-Straße beginnen. Angemeldet ist der Aufzug für 50 Teilnehmer bis 23 Uhr. Die Route geht über die Wolfgang-Heinz-Straße, Friedrich Richter Straße, Max Burghardt Straße, Karower Chaussee,
Hauptstraße Karower Chaussee wieder zurück über die Wolfgang Heinz Straße zur Bruno-Apitz-Straße.

Hier ist das Festival-Programm:

Freitag, den 12. Juni 2015

ab 16 Uhr / Hauptbühne / Hiphop

Das Friedel
Rana Esculenta
Yansn
Lucia
WavingtheGuns
Microphone Mafia
Rider’s Connection
Trouble Orchestra

Workshops in der Werkschule

17 Uhr: Einschätzung der Berlinweiten Proteste gegen Geflüchtete, Vortrag, MBR (mehr Infos siehe unten)
22 Uhr: Long Distance Revolutionary, Film, Free Mumia

Ausstellungszelt

Repression – Menschenrechten – Widerstand in den USA, Free Mumia
Asyl ist Menschenrecht, Pro Asyl

Samstag, den 13. Juni 2015

13.30 Uhr Demo durch Berlin-Buch

ab 16 Uhr / Hauptbühne / Liedermacher_innen und Theaterperformances

Friedemann
Hamburger Abschaum
Yok
Asyldialoge
Konny
Ari
Filou

Workshops in der Werkschule

16 Uhr: The Land Between, Film und Gespräch, AntiRa-Unigruppe Refugee Uni-Streik “F”U mehr Infos siehe unten)
20.45: Publikumsgespräch im Anschluss an die Performance der Asyldialoge

Ausstellungszelt

Repression – Menschenrechten – Widerstand in den USA, Free Mumia
Asyl ist Menschenrecht, Pro Asyl

1 Kommentar

  1.   Mooraal

    Ich habe mich als Deutscher in Griechenland nie so unsicher gefühlt wie zur Zeit in Deutschland. Ich habe mich immer als Deutscher geoutet in Hellas. Heute beklagten Anrufer bei B2-Rundfunk in der Sendung das Tagesgespräch, dass 70% aller Griechen befürchten, in Deutschland wird das 4te Reich als Nazistaat vorbereitet.
    Wenn ich solche Reports über aktuelle Neonazi Aktionen lese, die Arbeit der Polizei dazu betrachte (…Nach einer halben Stunde kam die Polizei…Die Beamten glänzten wie immer durch Unkenntnis der lokalen Situation…), und das kombiniere mit dem NSU-Fall, der Unkenntnis und Unfähigkeit unserer Sicherheitsorgane bis hinein zu Geheimdiensten und BKA offenlegt, kann ich mich nur wundern, dass sich meine bayerischen Landsleute wundern, dass Griechen möglicherweise heute die BRD so beurteilen. Die NSU hat schließlich auch einen Griechen ermordet. Was würden Deutsche sagen, wenn ein deutscher Tourist in Griechenland aus rassistischen Gründen ermordet werden würde?
    Ich komme gerade aus Griechenland zurück. Ich kann versichern, dass zumindest die Leute, mit denen ich über die aktuelle Situation in Hellas sprach, uns bewundern, wie wir unseren Staat in Ordnung halten, wie gut wir organisieren und welch hervorragende technische Leistungen wir vollbringen. Sie wünschen, dass wir ihnen helfen.
    Sollte unsere Regierung es nicht schaffen, diesen aktuellen Neonazi-Spuk massiv einzudämmen, dann empfehle ich, nach Griechenland auszuwandern.
    Ich traf letztes Jahr auf Kreta eine deutsche Migrantin, die sich als Bananenfarmerin niedergelassen hat. Sie macht zwar keine Vermögen, fühlt sich aber wohl.
    Also liebe Landsleute, klagt nicht über amerikanische Rassisten und griechische Schuldenmacher, sondern kehrt vor der eigenen Haustür. Vielen Dank an die Landsleute, die sich in die Öffentlichkeit wagen und offen gegen Neonazis auftreten.
    Schön, F. W. Steinmeier schrieb in der Zeit Nr. 24 einen Artikel mit dem Titel Weltvernunft. Schön, dass er glaubt, die Probleme der Welt mit dem Humboldt-Forum eindämmen zu können. Frage an ihn: “Sehr geehrter Hr. Außenminister, wird der aktuelle deutsche Rassismus und deutsche Neonazis auch thematisiert werden?”