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Rechtsextreme räumen Sitzblockierer in Dresden

 


Pegida in Dresden gibt nicht auf: Am Montag zogen laut der Forschungsgruppe „durchgezählt“ 2000 Rechte durch das Zentrum der sächsischen Landeshauptstadt. Mehrmals kam es in der Vergangenheit am Rande von Pegida bereits zu Zwischenfällen. Von Beleidigungen und rassistischen Parolen bis hin zu tätlichen Angriffen und Morddrohungen reicht das Spektrum dessen, zu was sich Pegida-Teilnehmer regelmäßig hinreißen lassen. Am Montag kam es gleich zu mehreren Vorfällen.

Ein Gastbeitrag von Straßengezwitscher

Ermittlungen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung

Besucher der Pegida-Gegendemos behaupten, am Hauptbahnhof Dresden mit Ampullen beworfen worden zu sein, welche eine übelriechende Flüssigkeit enthalten haben sollen. Den Geruch können die Reporter von Straßengezwitscher bezeugen. Ob es sich dabei – wie von einigen auf Twitter vermutet – um Buttersäure handelt, kann die Polizei bisher nicht bestätigen. Das sächsische Landeskriminalamt analysiert nun die Proben aus drei sichergestellten Ampullen. Das Staatsschutz-Dezernat der Polizei Dresden ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung. Noch ist aber nicht geklärt, aus welcher Richtung die Ampullen geworfen wurden.

Am gleichen Abend versuchten 30 Gegendemonstranten mit einer Sitzblockade den Pegida-Demozug zu stören. Gegen die beteiligten Personen wird mittlerweile wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. Während der Umleitung des Pegida-Zuges über die benachbarten Straßenbahnschienen kam es zu einem erneuten Zwischenfall, als zwei Pegida-Gegner auch diese Route blockieren wollten: Ein Mann in einer weißen Jacke machte sich daran, einen der beiden auf dem Boden sitzenden Gegendemonstranten von der Straße zu zerren.

 

Kritik am Verhalten der Polizei

Mittlerweile ist die Identität des Mannes mit der weißen Jacke bekannt: Henry B., ein Bekannter der beiden Pegida-Köpfe Lutz Bachmann und Siegfried Däbritz. Seinem Facebook-Profil ist zu entnehmen, dass er Mitarbeiter einer Dresdner Sicherheitsfirma ist und früher schon als Pegida-Ordner aufgetreten ist. Inzwischen ist seine Facebook-Seite deaktiviert.

Fotos und Videos zeigen direkt neben Henry B. einen Beamten der Bereitschaftspolizei, der ihn aber nicht am eigenmächtigen Zugriff hinderte. Auch weitere hinzugeeilte Beamte unternahmen  vorerst nichts. Ein Augenzeuge beobachtete, wie Henry B. einen Beamten fragte, ob die Polizei “das übernehme”, oder er “es machen solle”. Es folgte keine Reaktion des Beamten, woraufhin B. seinen Übergriff fortsetzte. Auf eine Anfrage von “Radio Dresden” bestätigte der Dresdner Polizeisprecher Marko Laske, dass einer der Beteiligten und ein Polizeibeamter gemeinsam einen der Pegida-Gegner wegtrugen. Die Situation nannte er in der Nachbetrachtung “unglücklich”. Die rechtliche Bewertung des Sachverhaltes sei noch nicht abgeschlossen.

Die Szene hat ein Nachspiel

Auf einem Foto der Blockade-Szene ist zu erkennen, dass neben Henry B. eine weitere Person steht, die offensichtlich per Funk verbunden ist. Es bleibt die Frage, mit wem – und somit, ob es sich bei dieser Person um einen Zivilpolizisten oder einen weiteren “verdeckten” Ordner von Pegida handelte. Der innenpolitische Sprecher der sächsischen Landtagsfraktion der Grünen, Valentin Lippmann, hat zu dem Vorgang eine Landtagsanfrage gestellt.

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  2. […] Zeit Online/Störungsmelder: Rechtsextreme räumen Sitzblockierer in Dresden (via @AmadeuAntonio / […]