Ein Blog mit Ihren Notizen, Gedichten und Bildern für die gedruckte ZEIT

Autoren Archiv von "Zeit der Leser"-Redaktion

Zeitsprung: Apfelbäumchen

Von 30. September 2014 um 18:00 Uhr

Meine Sucht sind nicht Schokolade oder Nikotin, sondern Äpfel. Also warum nicht einen eigenen Apfelbaum anpflanzen? Endlich, nach über einem Jahr des Probierens keimte am 28. April ein kleiner Apfelkern, und in den folgenden Wochen konnte ich ihm förmlich beim Wachsen zusehen.
Ich bin unglaublich stolz. So muss sich Mutterschaft anfühlen. Spätestens wenn mein Bäumchen Früchte trägt, sollte ich aus meiner kleinen Berliner Altbauwohnung in die Uckermark ziehen.

Evelin Valentin, Berlin

Kategorien: Zeitsprung

Was mein Leben reicher macht

Von um 14:00 Uhr

Samstag auf dem Sofa. ZEIT lesen. Ganz zum Schluss: »Mein Wortschatz«. Der KINDERFEIND von Monika Zeiler aus Nürtingen springt mich geradezu an – oohh jaa, diesen allzu gründlichen Teigschaber kenn ich gut. Was mein Leben reicher machen würde? Einmal eine ganz volle Teigschüssel … nicht zum Backen, nur zum Ausschlecken! Bauchweh? Egal!

Ulrich Boeyng, Kuhardt, Rheinland-Pfalz

Was mein Leben reicher macht

Von 29. September 2014 um 18:00 Uhr

Meine Herzkatheteruntersuchung verschoben zu haben, um beim Klassik-Open- Air in Nürnberg mit meinem Chor und der sensationellen Sopranistin Simone Kermes auf der Bühne zu stehen und Tausende von »Sternlasspeier« (hochdeutsch: Wunderkerzen) aufleuchten zu sehen.

Willi Mößel, Nürnberg

Einmal um den Pudding: Mein Wort-Schatz

Von um 15:00 Uhr

Als Kinder liebten meine drei Geschwister und ich (Jahrgang 1948) es, wenn unsere Eltern am Abend ihren olbligatorischen Spaziergang »Einmal um den Pudding« machten. Eine Stunde, in der wir tun und lassen konnten, was wir wollten. Ich weiß nicht, ob man diesen Ausdruck in Bremen immer noch benutzt. Ich, mittlerweile in Frankfurt lebend, gehe oft und gerne »mal eben um den Pudding«.

Brigitte Doden, Frankfurt am Main

Kategorien: Mein Wort-Schatz

Zeitsprung: Porträt einer Dame

Von um 13:40 Uhr

s96-zeitsprung

1960 – ich war 19 Jahre alt, absolvierte eine Buchhändlerlehre und wohnte noch zu Hause bei meinen Eltern in Oldenburg. Da stand eines Tages ein unbekannter Mann vor der Tür und hinterließ ein Bild mit der Bitte, es an die Porträtierte (mich!) weiterzugeben. Mir war es etwas unheimlich, von jemand gemalt worden zu sein, den ich gar nicht kenne. Bei welcher Gelegenheit bloß hatte er mich ausgespäht? Überdies fand ich mich auf dem Bild recht brav. Niemals trug ich solch eine weiße Kappe! So verschwand das Gemälde auf dem Dachboden. Jahre später fand ich das Bild beim Aufräumen wieder. Dann stand ein Umzug an, also verschenkte ich es an eine Freundin, die es (selbst über mehrere Umzüge hinweg) liebevoll hütete. 2014 zog sie dann erneut um, diesmal nach Oldenburg, und bei dieser Gelegenheit schenkte sie mir mein Bild zurück. Nach über 50 Jahren also hängt es jetzt in meinem Haus und hat meinen Kindern eine schöne Geschichte zu erzählen. Eigentlich schade, dass wir nichts über den Maler wissen (das Bild ist nicht signiert), aber vielleicht findet sich der unbekannte Künstler ja noch – es wäre zu schön.

Helga Brandhorst, Oldenburg, Niedersachsen

Kategorien: Zeitsprung

Was mein Leben reicher macht

Von um 12:00 Uhr

Wenn ich Alpenblumen, wie beispielsweise die Türkenbundlilie oder Enzian oder Alpen-Astern an ihrem Standort bestaunen kann: Kunstwerke der Natur.

Karl Brunner, Klagenfurt

Was mein Leben reicher macht

Von 28. September 2014 um 18:00 Uhr

Nach Feierabend mit dem Fahrrad rüber zu meinen Schwiegereltern zu fahren und dann in glückliche Gesichter zu schauen. Mit über 70 haben sie sich getraut und sind in unsere Stadt gezogen, 500 Kilometer von ihrer Heimat entfernt!

Katharina-Anette Zander, Ahlen

Was mein Leben reicher macht

Von um 15:00 Uhr

Die goldbraune Henne aus der Hühner- schar unseres Nachbarn, die hin und wieder – und nur sie allein – zu uns in den Garten kommt. Völlig unbeeindruckt von dem empörten Gekrähe des Gockels jenseits des Zauns scharrt und pickt sie gemächlich umher. Dabei – ich bin mir fast sicher – zwinkert sie mir zu!

Barbara Stehr, Wangen, Baden-Württemberg

Was mein Leben reicher macht

Von um 12:00 Uhr

Das Lächeln meiner Frau, wenn ich sie morgens früh wecke.

Hans-Peter Eckert, Wuppertal

Was mein Leben reicher macht

Von 27. September 2014 um 18:00 Uhr

Von meiner Nachbarin habe ich einen in Dielen aufgesägten Stamm Apfelholz bekommen, den sie im Keller gelagert hatte. Das Holz riecht noch ein wenig muffig. Doch ein gründlich geschärfter Putzhobel lässt es süß, nach Obst duften. Die Oberfläche wird glatt wie Glas. Die Späne sind hauchdünn und fliegen wie Federn. Das Holz zeigt seine bunte Schönheit.

Jörg Dieterich, Überlingen, Baden-Württemberg