Heiter bis glücklich

Das ZEITmagazin-Blog

Kulinarische Buchpremiere – Der Wochenmarkt von Elisabeth Raether als Buch

Von 23. Oktober 2014 um 15:33 Uhr

Am 22. Oktober hat ZEITmagazin-Redakteurin Elisabeth Raether ihr Buch Wochenmarkt – Die frischen, einfachen Rezepte aus dem ZEITmagazin vorgestellt.
Vor 80 Zuschauern unterhielt sie sich im Me Collectors Room in Berlin-Mitte mit ZEITmagazin-Chefredakteur Christoph Amend über das Kochen und Essen sowie über das allgemein bekannte Problem mit der Knoblauchfahne und Grüne Smoothies, die mit einem Schuss Wodka überraschende Aromen entwickeln. Das Publikum durfte währenddessen probieren, wie die Wochenmarkt-Gerichte schmecken: Es wurden ein Selleriesalat mit Kapern und Ei und ein Mangoldrisotto gereicht, von den Köchen des Me Collectors Rooms nach Rezepten aus dem Buch zubereitet.

Das Kochbuch Wochenmarkt, das die besten Rezepte der beliebten Kolumne aus den letzten Jahre versammelt, ist im Bloomsbury Berlin Verlag erschienen und hier  http://www.berlinverlag.de/buecher/wochenmarkt-isbn-978-3-8270-1259-3  erhältlich (ab 30. Oktober).

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Die Autorin des Kochbuchs Elisabeth Raether im Gespräch mit ZEITmagazin-Chefredakteur Christoph Amend

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The Berlin State Of Mind – das ZEITmagazin feiert seine neue internationale Ausgabe in New York

Von 20. Oktober 2014 um 11:23 Uhr

Es war wohl der letzte warme Abend des Jahres in New York, als am Freitag 200 geladene Gäste unter Bäumen im Innenhof des Deutschen Hauses der New York University die neue Ausgabe der “International Issue” des ZEITmagazins feierten. “The Berlin State Of Mind” ist das Motto des englischsprachigen Magazins, in Anlehnung an Nas’ “New York State Of Mind”, und um Kreativität in diesen beiden Städten drehte sich auch der Abend. Nachdem Juliane Camfield, Direktorin des Deutschen Hauses, die Gäste begrüßt hatte, erzählte der Illustrator Christoph Niemann seine persönliche New-York-Berlin-Geschichte. Niemann, in Stuttgart aufgewachsen, hatte sich in Amerika bereits einen Namen gemacht, arbeitete unter anderem für das New York Times Magazine und für den New Yorker, als er sich mit seiner Frau entschloss, 2008 nach Berlin zu ziehen, auch um seine “Komfortzone zu verlassen”, wie er im Gespräch mit  ZEITmagazin-Chefredakteur Christoph Amend sagte. Niemann verriet auch, dass sein kürzlich erschienenes New Yorker-Cover, das ein verregnetes New York mit den berühmten gelben Taxis zeigt, durch schlechtes Wetter in Berlin inspiriert worden sei – manchmal liege das Lebensgefühl in beiden Städten sehr nahe beieinander. Christoph Niemann arbeitet heute auch für das ZEITmagazin und für die WELTKUNST, das Kunstmagazin der ZEIT.
Christoph Amend dankte ZEIT-Verlagsleiterin Stefanie Hauer und dem Executive Editor der internationalen Ausgabe, Jürgen von Rutenberg, und der ebenfalls anwesenden französischen Fotografin Brigitte Lacombe, die seit fast vierzig Jahre in New York lebt – “denn ohne Brigitte wären wir heute Abend nicht hier.” Als Lacombe, die für alle großen amerikanischen Zeitschriften von Vanity Fair bis zum New York-Magazine arbeitet und Hausfotografin des Film-Regisseurs Martin Scorsese ist, im vergangenen Jahr die Fotokolumnistin des ZEITmagazins war, hatte sie Amend bei einem Mittagessen in Berlin erzählt, wie sehr sie die Themen und die Gestaltung des Magazins schätze – “I only wish I could read it.”
Dieser Satz, erzählte Amend, habe die Redaktion auf die Idee zur internationalen Ausgabe gebracht, die zunächst ein einmaliges Experiment war, nun aber wegen des großen Erfolgs regelmäßig zweimal im Jahr erscheint und weltweit vertrieben wird.
Unter den Gästen im denkmalgeschützten Innenhof des Deutschen Hauses waren die Künstlerin Leanne Shapton und ihr Mann James Truman, Berater des New Yorker Hoteliers André Balazs, die Lena-Dunham-Illustratorin Joana Avillez, Luise Stauss vom Modern Farmer-Magazine und Felix Burrichter von der Architekturzeitschrift Pin-Up, der Art-Direktor der New York Times Book Review Nicholas Blechman sowie die New York Times-Autoren Liesl Schillinger und Nicholas Kulish, die Krimiautorin Andrea Schenkel, die zwischen Regensburg und New York pendelt, die Modemacher Dirk Schönberger von Adidas und Vladimir Karaleev aus Berlin, der USA-Chef der Kering-Gruppe Laurent Claquin und Max Vallot, Gründer der Agentur District Projects, die Fotografinnen Lina Scheynius und Hadley Hudson, Model Luca Gadjus und Fotograf Max von Gumppenberg.
Die Gäste blieben lange an diesem letzten Sommerabend im Herbst, und Christoph Amend sagte in seiner Rede, eine New Yorker Freundin habe ihm erzählt, dass man dieses Wetterphänomen als Ghost Summer bezeichne. An diesem Abend konnte man den Geistern des Sommers nur dankbar sein.

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Christoph Amend und Christoph Niemann

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Fotografin Brigitte Lacombe (rechts) mit ihrer Schwester, der Dokumentarfilmen Marian Lacombe

Max Vallot

Laurent Claquin, USA-Chef der Kering-Gruppe und Max Vallot, Gründer der Agentur District Projects

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Laura Brown (Executive Editor Harpers Bazaar), Michelle Jank und Christoph Niemann

Dirk Schönberger, Uta Briesewitz, Max von Gumppenberg

Dirk Schönberger, Creative Director Adidas, Hollywood-Kamerafrau Uta Briesewitz, Fotograf Max von Gumppenberg

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Christoph Amend und Christoph Niemann

Juergen von Rutenberg

Jürgen von Rutenberg, Executive Editor ZEITmagazin – The Berlin State Of Mind

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Lena-Dunham-Illustratorin Joana Avillez mit Begleitung

Felix Burrichter ( Pin-Up Magazin), Nicholas Kulish ( New York Times)

Felix Burrichter, Gründer des Architekturmagazins Pin-Up, New York Times-Reporter Nicholas Kulish

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ZEIT-Verlagsleiterin Stefanie Hauer

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Christoph Niemann, Luise Stauss, Modern Farmer Magazine, Christoph Amend

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Friederike Schilbach, Lektorin S. Fischer, Liesl Schillinger, Literaturkritikerin der New York Times

Elisabeth Smolarz, Nicholas Blechman

Nicholas Blechman, Art-Direktor New York Times Book Review mit Elisabeth Smolarz

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Links: Corinna Barsan, Lektorin bei Grove/Atlantic

Claire Beermann (Bloggerin)

Modebloggerin Claire Beermann

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Fotografin Lina Scheynius mit David Sauvage

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Modedesigner Vladimir Karaleev (links) in Begleitung von Dennis Jelonnek, Fotografin Hadley Hudson

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ZEIT-Verlagsleiterin Stefanie Hauer mit ZEIT-Korrespondentin Heike Buchter

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Peter Richter, New-York-Korrepondent Süddeutsche Zeitung

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Christoph Amend, Christoph Niemann

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James Truman, Berater des Hoteliers Andre Balazs, Künstlerin Leanne Shapton und Künstlerin Emily Hass

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Kategorien: Allgemein

Die Capote-ZEITmagazin-Party zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse

Von 8. Oktober 2014 um 14:12 Uhr

Der amerikanische Schriftsteller Truman Capote ist nicht nur für seinen unvergleichlichen literarischen Stil, sondern auch für seine Partys berühmt. Und so lud das ZEITmagazin am Dienstag Abend zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse in die Bar Plank, um gemeinsam mit 150 Gästen die Entdeckung von Capotes ersten Werken zu feiern, die diese Woche weltweit erstmals im ZEITmagazin erscheinen.

Die Entdecker der Geschichten, der Verleger Peter Haag und die Journalistin Anuschka Roshani vom Kein & Aber Verlag aus Zürich, erzählten im Gespräch mit ZEITmagazin-Chefredakteur Christoph Amend, wie sie im Nachlass von Capote die handschriftlichen Notizen fanden und oft eine Lupe brauchten, um sie lesen zu können – so klein ist die Handschrift des Autors, der mit Büchern wie Frühstück bei Tiffany und Kaltblütig Literaturgeschichte geschrieben hat.
Wie schon im vergangenen Jahr feierte das ZEITmagazin in der Bar Plank von Ata Macias, dessen Wirken in Frankfurt gerade mit einer großen Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst gewürdigt wird.

Unter den Gästen des Abends: die Autoren Thomas Meinecke und Reif Larsen, Schriftstellerin Nino Haratischwili, der Künstler Tobias Rehberger, Museumsdirektor Max Hollein, Verleger Joachim Unseld, Michael Haentjes von Edel und S.Fischer-Cheflektor Peter Sillem, FAZ-Herausgeber Berthold Kohler und Jakob Augstein vom Spiegel, Literaturkritiker Denis Scheck, Moderatorin Susann Atwell und Modebloggerin Kerstin Görling von Journelles.

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Verleger Peter Haag und Journalistin Anuschka Roshani, die Entdecker von Capotes ersten Werken

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Truman Capotes erste Geschichten im aktuell ZEITmagazin

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Moderatorin Susann Atwell und ZEITmagazin-Chefredakteur Christoph Amend

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Literaturkritiker Denis Scheck, Regina Schilling und Carsten Sommerfeldt

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Verleger Peter Haag, Journalistin Anuschka Roshani und ZEITmagazin Chefredakteur Christoph Amend

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#Truman Capote-#ZEITmagazin-Party vor der Bar Plank

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Die beiden Schriftsteller Kristof Magnusson und Nino Haratischwili

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Autor Reif Larsen und Christoph Amend

Kerstin Gîrling (Journelles, rechts im Bild) und Begleiterin

Modebloggerin Kerstin Görling (Journelles, rechts im Bild) und Begleiterin

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Moderatorin Susann Atwell

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Jenny Rohrlapper und Künstler Tobias Rehberger

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Thomas Lindner und FAZ-Herausgeber Berthold Kohler

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Madeleine Corcoran, Sven Neif, Patricia Rudigier, Pia Vog (von links nach rechts)

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Michael Zehentmeier, Kirsten Eichhorn, Mirjam Rödter, Patricia Rudigier (von links nach rechts)

Kategorien: Bücher

Die ZEITmagazin Fashion Week Party im Bikini Berlin

Von 11. Juli 2014 um 13:48 Uhr

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Chefredakteur des ZEITmagazins Christoph Amend und Kulturstaatssekretär Tim Renner

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500 Gäste kamen zur ZEITmagazin Fashion Week Party im Gestalten Pavillon im Bikini Berlin

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Schauspielerin Lavinia Wilson, Schauspielerin Susanne Wuest, die Autorinnen Helene Hegemann und Andrea Hanna Hünniger und Schauspielerin Caroline Peters (v.l.n.r.)

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Verlegerin Angelika Taschen

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Regisseur Jan-Ole Gerster und Schauspielerin Friederike Kempter (beide “Oh Boy”)

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Jessica Joffe

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Die Band des Abends: Proxybell

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Modefotograf Alexander Gnädinger mit Christoph Amend und Schauspieler Nikolai Kinski

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Lisa Betz und Michael Linke

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Der Berliner Modeblogger Carl Jakob Haupt (Dandy Diary)

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Das Cover des aktuellen ZEITmagazins zur Fashion Week: Selfie Couture

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Susanne Wuest und Tillmann Prüfer, Style Director des ZEITmagazins

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Fussballer Thomas Hitzlsperger

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Anne Raab, Michael Zehentmeier, Martin Wössner, Martin Fischer

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Designer Vladimir Karaleev, der am Abend seine neue Kollektion zeigte

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Julia Knolle (Vogue Digital), Teresa Bücker (Edition F) und Mary Scherpe (Stil in Berlin)

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Ulrich Krämer, Mirjam Rödter und Michael Zehentmeier

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Sven Schumann (the-talks.com)  und Fotograf Maxime Ballesteros

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Gäste der ZEITmagazin-Party

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ZEIT-Autor Tobias Timm, Nina Pohl (Schinkel Pavillon) und Galerist Johann König

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Der Wettergott bleibt ein Freund der ZEITmagazin-Partys zur Fashion Week in Berlin. Am Donnerstag abend konnten 500 geladene Gäste auf der Terrasse des Bikini-Hauses vor dem Gestalten-Pavillion feiern, nur einmal gab es einen kurzen Schauer. So wurde es ein sommerlich-entspanntes Openair-Fest an einem besonderen Ort: das neu eröffnete Bikini Haus liegt direkt neben dem Berliner Zoo.
Chefredakteur Christoph Amend und Style Director Tillmann Prüfer begrüßten die Gäste, DJ Daniel Haaksman spielte, und die junge Berliner Sängerin Proxybell feierte Weltpremiere mit ihrem ersten Liveauftritt. Unter den Gästen waren Kulturstaatssekretär Tim Renner und Verlegerin Angelika Taschen, die Designer Ayzit Bostan, Vladimir Karaleev, Kostas Murkudis, Hien Le und Adrian Runhof, die Schauspielerinnen Friederike Kempter (“Oh Boy”), Caroline Peters (“Mord mit Aussicht”) und Susanne Wuest (“Max Schmeling”), Schauspieler Nikolai Kinski (“Yves Saint Laurent”) und Regisseur Jan-Ole Gerster (“Oh Boy”), der ehemalige Fußballprofi Thomas Hitzlsperger, der Maler Daniel Richter und der Galerist Johann König, der Zeichner Christoph Niemann und die Illustratorin Sarah Illenberger.
Das Fest ging bis tief in die warme Berliner Nacht, und am Ende gab es noch eine gute Nachricht zu vermelden: Niemand war auf den Affenfelsen gefallen.

(c) Ole Hoffmann

Kategorien: Allgemein, Mode

Die dritte ZEITmagazin Konferenz Mode & Stil, diesmal zum Thema “Selfie Couture”

Von 8. Juli 2014 um 14:18 Uhr

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ZEITmagazin-Chefredakteur Christoph Amend zwischen den Models, die die LED bestickten Kleider von Akris präsentierten

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Friedrich “Supergeil” Liechtenstein

Julia Engelmann

Poetry-Slammerin Julia Engelmann

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Arne Klein, Founding Partner der Markenberatung Kleinundpläckling  (l.) und Wolfgang Ungerer, Director Brand- and Marketing-Strategy von Mercedes-Benz Cars (m.) im Gespräch mit Tillmann Prüfer (r.), Style Director des ZEITmagazins

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Paula Reed, Creative Director von mytheresa.com

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Moderatorin und Schauspielerin Palina Rojinski mit ZEITmagazin-Autor Moritz von Uslar

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Fotograf Jonas Unger und Tillmann Prüfer

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Christoph Amend im Gespräch mit Albert Kriemler, Creative Director von Akris

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Eines der weltweit ersten programmierbaren Kleider von Akris

Gruppenselfie

Tillmann Prüfer und Christoph Amend bei ihrem ersten offiziellen Selfie, mit dem Publikum im Hintergrund

Regen

Zum Ende der Konferenz zog auch das Sommergewitter weiter

Am vergangenen Montag, den 7. Juli feierte das ZEITmagazin den Auftakt der Berliner Modewoche mit der dritten ZEITmagazin Konferenz Mode & Stil, die diesmal im Café Moskau in der Karl-Marx-Allee stattfand. Über 300 Interessierte waren gekommen, um Gäste wie Paula Reed, Creative Director von mytheresa.com und Albert Kriemler vom Schweizer Modehaus Akris zum Thema „Selfie Couture – Die Schönheit des Netzes“, dem Motto der Konferenz, sprechen zu hören.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Christoph Amend, Chefredakteur des ZEITmagazins, sang Friedrich „Supergeil“ Liechtenstein seinen neuen Song „Kommissar d’Amour“, eine Weltpremiere.  Im Gespräch erzählte Friedrich Liechtenstein vom Wirbel um seine Person der vergangenen Monate, „ich wurde gehypet“.  Der Frage, ob er Selfie-Opfer Nr. 1 sei, stimmte er entschieden zu: „Es wurden bestimmt schon mehrere tausend Fotos mit mir gemacht: “Ich nenne mich jetzt „Selfie-Man“. Im Herbst wird er mit den Selfies, die er jetzt selbst macht, ein Buch veröffentlichen.

In seiner Keynote erklärte Tillmann Prüfer, Style Director des ZEITmagazins, warum wir verpixelt schöner sind und versprach, am Ende der Konferenz sein erstes offizielles Selfie zu machen. Die Keynote können Sie hier nachlesen.

Anschließend folgte ein Auftritt von Poetry-Slammerin Julia Engelmann, die eine Münze darüber entschieden ließ, welches Gedicht sie vortragen würde. Nach „Stille Wasser sind tief“ befragte Matthias Kalle, stellvertretender Chefredakteur des ZEITmagazins, Engelmann auch zu ihren schärfsten Kritikern, “älteren Feuilletonisten“, die ihr „wenig Wahrhaftigkeit“ vorwerfen. Es sei doch nett, dass sie sich überhaupt anschauten, was sie so mache, sagte Engelmann.

Nachdem Wolfgang Ungerer, Director Brand- and Marketing Strategy von Mercedes-Benz Cars Tillmann Prüfer und den 300 geladenen Gästen die neue digitale Welt des Autos erklärt hatte, stellte sich Moderatorin und Schauspielerin Palina Rojinski den  99 Fragen von ZEITmagazin-Autor Moritz von Uslar. Sie stimmte von Uslars These zu, dass Instagram weiblicher sei und Twitter männlicher – erzählte, dass sie sich nicht entscheiden könne, welcher ihrer beiden TV-Kollegen Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf nun lustiger sei: „Joko ist spritzig und voll aus dem Bauch heraus. Und Klaas ist so kopfig und dabei wahnsinnig schnell.“

Als krönenden Abschluss präsentierte Albert Kriemler, der Creative Director des Schweizer Modehauses Akris, drei mit LED-bestickte Kleider aus der aktuellen Akris-Kollektion. Im Gespräch verriet er Chefredakteur Christoph Amend, wie er in der sich so schnell drehenden Welt der Mode abschalten könne: „Morgens beim Laufen.“ Nach dem offenen Gespräch hatte das Publikum noch einmal Gelegenheit, die weltweit wohl ersten programmierbaren Kleider aus der Nähe zu betrachten.

Wie zum Beginn der Konferenz angekündigt, löste Tillmann Prüfer sein Versprechen ein und machte gemeinsam mit Christoph Amend sein erstes offizielles Selfie, mit dem Publikum als Hintergrund. Inzwischen war auch das Gewitter verzogen, so dass Gäste wie Panel-Teilnehmer den Nachmittag im Innenhof des Café Moskaus bei einem Glas Wein ausklingen lassen konnten.

Die ZEITmagazin-Konferenz Mode & Stil wird gemeinsam mit Mercedes-Benz veranstaltet und findet Anfang nächsten Jahres wieder zum Auftakt der Modewoche in Berlin statt.

(c) Sina Preikschat

Kategorien: Allgemein, Mode

Die Wellen Brasiliens

Von 27. Juni 2014 um 12:00 Uhr

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Alle schauen jetzt nach Brasilien. Das Gastgeberland der WM rückt unweigerlich in den Fokus – auch außerhalb seiner Stadien. Die brasilianische Künstlerin Juliana Stein wirft schon seit längerem einen genauen Blick auf die Gesellschaft ihres Heimatlandes und fängt sie in subtilen Fotografien ein. In der aktuellen Arbeit mit dem Titel The Darkest Waters, die vom 27. Juni bis 15. August in der Galerie Crone ausgestellt ist, verbindet die Künstlerin die geheimnisvolle Kraft des Meeres mit brasilianischer Lebensfreude. Eine Beobachtung, die Juliana Stein während ihrer Aufnahmen an den Stränden Brasiliens machte, bringt die Ambivalenz ihrer Bilder auf den Punkt: “Die Brasilianer gehen wie kaum ein anderes Volk gerne baden, aber wirklich schwimmen können nur die wenigsten.” Schwimmen muss man, wenn man keinen Boden mehr unter den Füßen hat und sich in die Weiten des tobenden Wassers begibt. Ohne Schwimmen zu können, genießt man die einrollenden Wellen am Ufer – die heitere Seite des Meeres – fern der geheimnisvollen Tiefe am Horizont.

Die Ausstellung “The Darkest Waters” ist noch bis Mitte August in der Galerie Crone, Rudi-Dutschke-Straße 26, zu sehen.

(c) Juliana Stein, Galerie Crone, Berlin

 

 

Kategorien: Ausstellung, Fotografie, Kunst

Kochen für Freunde: Die Gewinner des ZEITmagazin-Fotowettbewerbs

Von 3. Juni 2014 um 16:31 Uhr

Im April erschien unser Heft mit dem Thema “Essen mit Freunden”. Darin haben wir zu einem Fotowettbewerb aufgerufen: Die Leser haben uns Fotos geschickt, auf den sie selbst mit Freunden und Familie kochen und essen, dazu haben sie uns ihre Geschichten erzählt.

Jetzt ist die Jury in Hamburg zusammengekommen, um über die rund 200 Einsendungen abzustimmen und den Gewinner zu küren. Zu den Jurymitgliedern gehörten unter anderem Gastrokritiker Wolfram Siebeck sowie die Starköche Cornelia Poletto und Ali Güngörmüș.

Der ZEITmagazin Fotowettbewerb „Kochen für Freunde“ wurde gemeinsam mit dem Hausgerätehersteller Gaggenau, dem Edeka-Verbund und Slow Food Deutschland e.V. ins Leben gerufen. Die drei Partner haben für die Gewinner des Wettbewerbs zahlreiche Preise rund um das Thema Kochen zur Verfügung gestellt.

Den 1. Platz belegen Elisabeth Scharnick, Vera Hefele, Luisa Zeltner, Max Menn und Filip Ruzica mit ihrem Picknick am spanischen Strand.

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Auf Platz 2 gelangte Valentin Heller, dessen Lieblingsbeschäftigung es ist, seine Freunde zu bekochen.

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Den 3. Platz machte Josef Hinterleitner mit einer Grillparty bei Oma und Opa.

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Weitere Informationen zu den Gewinnern finden Sie hier.

Und das sind die Bilder der Jurysitzung, die in Cornelia Polettos Kochschule Cucina in Hamburg stattfand.

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Barbara und Wolfram Siebeck, ZEIT-Redakteur Wolfgang Lechner (rechts)

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Der Hamburger Sternekoch Ali Güngörmüș

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Die Jury tagt

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Rolf Lange von Edeka, vorne im Bild: Karin Stengele von Gaggenau

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Ursula Hudson von Slow Food

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ZEITmagazin-Redakteurin Milena Carstens

 

Fotos der Jurysitzung (c) Sina Görtz

Kategorien: Allgemein

„Von der Terrasse schaut man auf die tief unter einem liegende, brodelnde Stadt und hört in der Ferne den Rhythmus.“ – Ein Gespräch mit Till Harter über sein PopUp-Hotel in Rio

Von um 14:00 Uhr

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Berlins Clubkultur hat immer noch den Ruf, lebendig, unberechenbar und einzigartig auf der Welt zu sein. Das liegt auch an Till Harter, einem Berliner Nachtclubbetreiber der ersten Stunde. Nach der Wende kam er in die Stadt, veranstaltete die ersten illegalen Partys in leerstehenden Häusern und machte sich mit dem 103 Club einen Namen. Danach folgte die Bar Tausend, die auch ohne Werbung erfolgreich wurde. Das Mund zu Mund-Prinzip funktionierte auch beim gehobeneren Publikum. Anfang 2013 nahm er sich vor, die Bar des neu eröffneten Luxus Boutique-Hotels “Das Stue“ im Botschaftsviertel am Rande des Berliner Tiergartens zu einem sexy Ort machen. Partys veranstaltet er aber trotzdem noch, zum Beispiel zweimal im Jahr für das ZEITmagazin zur Fashion Week. Die Hotellerie reizt ihn dennoch immer wieder. Denn das Stue Hotel gehört zur Design Hotel Community, die sich als Dachmarke für Hotels mit eigener Identität versteht. Inzwischen vermarktet die Community über 240 Inhaber geführte Hotels weltweit, der Mann dahinter: Claus Sendlinger. Er und Till Harter kennen sich schon lange. Die beiden verbindet der stete Wunsch, schöne Orte zu schaffen, mit eigener Handschrift und entspanntem Service. Vor zwei Jahren machte Sendlinger aus einem leerstehenden Backpacker-Resort direkt am Strand von Tulum, Mexiko ein PopUp-Hotel.  Till Harter kümmerte sich später um das Entertainment. Jetzt, zur Weltmeisterschaft in Brasilien, veranstalten die Beiden eine fünfwöchige Party samt PopUp-Hotel in Rio de Janeiro.

ZEITmagazin: Gemeinsam mit Claus Sendlinger, dem CEO von Design Hotels, planen Sie zur WM ein PopUp-Hotel mit einem 5-wöchigen Partyprogramm in Santa Teresa, einem Stadtteil in Rio de Janeiro. Was genau ist eigentlich ein Pop Up-Hotel?

Till Harter: Im Kern geht es darum, magische Momente zu schaffen. Dafür sucht man sich einen interessanten Ort, an dem gerade etwas Spannendes passiert und bringt für eine gewisse Zeit verschiedene Menschen zusammen. Der perfekte Service ist nicht unbedingt entscheidend, vielmehr sagen wir unseren Gästen: „Hier ist euer Zimmer, wir treffen uns wieder an der Bar.“ Rio und Fussball, da treffen zwei so starke Komponenten auf einander, da mussten wir etwas machen.

ZEITmagazin: Wie muss man sich das vorstellen, Party und Hotel an einem Ort?

Till Harter: Das Konzept ist relativ lose. Man trifft sich nachmittags am Pool, es gibt Leckereien vom Grill und gute Drinks. Natürlich übertragen wir alle Spiele, es gibt Live-Musik und DJs, alles recht entspannt. Einmal die Woche veranstalten wir eine große Party, die bestimmt bis in die Nacht gehen wird. Man weiß nie, wie sehr der Ort eine Eigendynamik entwickelt. Am Sonntag organisieren wir einen tollen Brunch, bei dem ebenfalls Bands spielen werden.

ZEITmagazin: Widerspricht es nicht der gängigen Vorstellung eines Hotels – nämlich ein Ort der Entspannung zu sein – auch hier die Partys stattfinden zu lassen?

Till Harter: Das PopUp-Hotel ist kein Hotel im klassischen Sinne. Das soziale Erlebnis steht im Mittelpunkt. Wir wollen den Gästen das Gefühl geben, bei guten Freunden zuhause zu sein. Zum Beispiel haben wir eine „Honesty Bar“ eingerichtet, an der sich die Gäste selbst bedienen können. Das Haus hat nur zehn Zimmer, in denen ungefähr 20 bis 30 Leute übernachten können. Deswegen ist der andere und vielleicht viel bedeutendere Teil unseres Konzepts, das soziale Ereignis, also das Entertainment und die Partys, die während der fünf Wochen auf dem Grundstück stattfinden werden

ZEITmagazin: Sind denn noch Zimmer frei?

 Till Harter: Zum Finale waren die Betten natürlich schnell weg und bis die WM losgeht, werden wir ausgebucht sein. Aber es sind noch ein paar Slots frei.

 ZEITmagazin: Wie findet man so eine traumhafte Location?

Till Harter: Wir hatten wahnsinniges Glück. Kurz vor unserer Abreise aus Rio hatten wir noch keine geeignete Location gefunden, da erinnerte ich mich an das nette Pärchen, das ich mal an der Bar im Stue Hotel kennengelernt hatte und rief sie an. Sie luden uns in ihr Privathaus in Santa Teresa ein, was dann passierte, ist eigentlich unglaublich: Während wir gemeinsam auf der Terrasse beim Mittagessen saßen, erzählten sie uns, dass sie das Haus für die WM an einen Fernsehsender verpachtet hatten. In der Sekunde klingelte das Telefon und der Sender sagte ab. Dann dauerte es noch eine Weile, bis es auf beiden Seiten Klick gemacht hat. Dieses Grundstück mit den beiden Privathäusern, dem Pool und dem riesigen Garten ist wirklich ein Traum. Von der Terrasse schaut man auf die tief unter einem liegende, brodelnde Stadt, den Zuckerhut und die Strände und hört in der Ferne den Rhythmus.

ZEITmagazin: Was ist das Besondere an Santa Teresa, dem Ort der Party?

Till Harter: Rio ist eine unglaublich schöne Stadt. Inmitten der Küstenlandschaft liegen viele steile Berge, wie der Zuckerhut und der Corcovado mit der Jesusstatue. Von hier aus wächst der tropische Dschungel bis in die Stadt hinein. Oben liegen ganz malerisch die Favelas, eigentlich die schönsten Orte der Stadt. Am Strand, wie der Copacabana oder Ipanema, sind die Apartments der wohlhabenden Leute und Touristen. Eine Ausnahme ist der alte Stadtbezirk Santa Teresa, der auch auf einem Hang gelegen ist. Früher waren hier Plantagen, dazwischen stehen wunderschöne alte Kolonialhäuser. Die Gegend galt lange als gefährlich und war recht verfallen. Mittlerweile haben die Bohemians den Stadtteil für sich entdeckt und die alten Kolonialhäuser mit Liebe saniert. Eigentlich wirkt dieser Stadtteil eher wie ein großer, auf dem Berg liegender Garten, mit einmaligem Blick über Rio Downtown.

ZEITmagazin: Hört man Rio, denkt man sofort an Musik. Wie war es für Sie als langjähriger Clubbetreiber, die Stadt zu erleben?

Till Harter: Rio ist, auch was die Musik betrifft, eine zweigeteilte Stadt. In den Favelas leben viele Menschen mit afrikanischem Hintergrund, die reichen Leute am Strand haben meist europäische Wurzeln. Die hören ähnliche Musik wie wir, also elektronische Tanzmusik, House oder Hip Hop. Angepasst an die Stadt ist aber alles ein bisschen fröhlicher. In den Favelas wird Baile Funk gehört, eine raue Mischung aus Funk und Gangster Hip-Hop. Es finden riesige Baile Funk-Partys statt, organisiert und kontrolliert von der Drogenmaffia. Die sind wirklich wild und als Tourist kommt man da eigentlich nicht hin. Und dann gibt es natürlich noch den Samba, den alle hören.

ZEITmagazin: Aber Sie waren trotzdem auf einer Baile-Funk Party?

Till Harter: Ja! Da ich früher in Berlin auch Baile Funk-Partys organisiert habe, kannte ich ein paar Leute. Ein Freund, der MC ist, hat mich mitgenommen. Da schießen die Gangster wirklich mit Maschinengewehren in die Luft und es wird recht offen mit Drogen gehandelt. Es ist rau, unglaublich laut, aber voller Energie. Ich habe ja viel auf Partys gesehen, aber so etwas noch nicht. Es liegt so viel Sex in der Luft, das ist absolut großartig.

ZEITmagazin: Wie organisiert man eine 5-wöchige Party in Rio? Schifft man alles, von Möbeln bis Getränken, in die Stadt?

Till Harter: Brasilien ist noch immer ein abgeschottetes Land. Nur wenige Menschen sprechen Englisch und durch die hohen Zölle sind westliche Produkte teuer und schwer zu bekommen. Schon die einfachsten Dinge zu organisieren ist teilweise schwer. Braucht man ein Tonkabel, fährt man in Deutschland einfach zum Fachmarkt. Das gibt es in Brasilien einfach nicht. Andererseits sind die Leute wahnsinnig offen und interessiert. Ich war bisher nur zweimal für jeweils vier Tage da und kenne schon viele tolle Leute. Was die beiden Häuser in Santa Teresa betrifft, hatten wir großes Glück. Früher wurde hier schon mal ein Boutique-Hotel betrieben, das heißt die Grundausstattung war vorhanden. Beim Essen halten wir es einfach. Würde man hier versuchen, ein Fine Dining-Restaurant aufzumachen, würde man nur scheitern. Deshalb besser einfach, aber gut.

ZEITmagazin: Oft ist es ja die richtige Mischung an Gästen, die eine Party zu einer guten Party macht. Sie waren nur zwei Mal für wenige Tage selbst vor Ort. Kann man aus der Ferne überhaupt für eine gute Mischung sorgen?

Till Harter: Natürlich liegt genau darin die Herausforderung. Man muss ein Gespür dafür entwickeln, was und wer wirklich zu einander passt. Ob die Favela-Streetart-Künstler mit den französischen Modedesignern können, weiß man vorher natürlich nie. Über die sozialen Netzwerke habe ich viele Leute erreicht. Aber natürlich wird man erst, wenn es richtig losgeht, wissen, ob in Santa Teresa etwas entsteht.

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Till Harter mit dem brasilianischen Künstler Vik Muniz

ZEITmagazin: Kann denn jeder, der möchte, einfach vorbei kommen?

Till Harter: Rio ist nicht ganz ungefährlich und man muss schon darauf achten, wen man einlädt. Man kann sich per Email anmelden. Es kommen Leute aus Santa Teresa und dem Rest Rios – eine sehr interessante Szene aus Künstlern, Musikern und Designern und natürlich die internationalen Gäste.

ZEITmagazin: Keine Angst, dass vielleicht sogar zu wenig Leute kommen?

Till Harter: Die Eröffnungsparty wird es entscheiden. Wenn die toll wird, spricht sich das herum. In Rio treffen sich die Menschen am liebsten am Strand. Die Bar- und Clubkultur ist sehr bescheiden und überhaupt nicht zu vergleichen mit Berlin. Aber die WM findet ja im brasilianischen Winter statt, da suchen die Leute nach Orten, an denen sie trotzdem feiern können.

ZEITmagazin: Sie selbst sagten einmal, dass Sie als Vermittler zwischen der Ost-Berliner Bohème und den Techno Freaks begonnen haben. Was reizt Sie nun an der Hotellerie?

Till Harter: Vom Clubbetreiber zum Hotelier ist es nicht weit. Schon die Betreiber des legendären Studio 54 haben die ersten Boutique-Hotels in New York gegründet. Es scheint eine logische Entwicklung zu sein. Wenn man älter wird, verkraftet man das Nachtleben nicht mehr so gut. Dann muss man sich eben überlegen, was man mit seinem Talent – schöne Plätze schaffen zu können – anfängt. So oder so ist es wichtig, dass das Konzept, die Gestaltung, das Personal und die Gegend stimmen. Man braucht ein Gespür dafür, was gerade in der Luft liegt. Dieses Aufeinandertreffen von Reisenden und Einheimischen hat etwas Beständiges, das gefällt mir.

ZEITmagazin: Trotzdem wirken viele Hotels noch immer wie Fremdkörper in der Stadt. Wie verschmilzt ein Hotel mit seinem Ort, sodass auch die Einheimischen gerne kommen?

Till Harter: Darüber machen sich innovative Hoteliers viele Gedanken. Ian Schrager und André Balazs, die vielleicht einflussreichsten Persönlichkeiten der amerikanischen Design-Hotel-Szene, haben früh den Fokus auf die Gemeinschaftsorte in ihren Hotels gelegt. Es geht immer mehr um Lobby, Bar und Restaurant, als um das Zimmer. In Deutschland hat das wenig Tradition, aber in Amerika und England ist es ganz normal, dass man in Hotels Geburtstage feiert und danach mit seiner Gruppe von der Hotelbar noch hoch ins Zimmer zieht. Selbst, wenn man nicht im Hotel wohnt.

ZEITmagazin: Wie unterscheidet sich eine Party im Club von einer im Hotel?

Till Harter: Eine Hotelbar folgt einer anderen Dramaturgie als ein Nachtclub, in den man vielleicht um ein Uhr nachts für ein paar Stunden geht. Im Hotel sehen sich die Leute, die abends zusammen gefeiert haben, morgens beim Frühstück schon wieder. Außerdem treffen sich in einem Hotel der Gast der Stadt und der Einheimische auf Augenhöhe, denn der Gast ist hier zuhause. Dann sind die Fremden der Stadt die Gastgeber und die Einheimischen die Gäste. So kommen sich die Fremden weniger fremd vor und die Leute fangen an, sich zu mischen.

ZEITmagazin: Was sind Ihre nächsten Pläne?

Till Harter: Ende nächstes Jahres werde ich mit Partnern ein eigenes Hotel in Berlin eröffnen. Es wird preislich etwas oberhalb des Michelberger Hotels angesiedelt, aber trotzdem kein Luxushotel sein. Das Berlin-Hotel eben, das es bisher noch nicht gibt. Aber mehr kann ich noch nicht verraten.

 Die Fragen stellte Inga Krieger

Weitere Informationen gibt es hier oder unter: rio@designhotels.com

Kategorien: Design, Interview, Musik, Reisen

Proust-Fragebogen für Blogger (113)

Von 31. Mai 2014 um 08:00 Uhr

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Marie Lilly Wolf (22) war schon immer eine rege Blog-Leserin. Lage wartete sie auf den richtigen Moment. Anfang dieses Jahres dann startete die Wahl-Berlinerin ihr Blog In a Pavilion. In eine Kategorie will sich Lilly, die die letzten sechs Jahre in England lebte, nicht einordnen lassen. So ist auch ihr Blog frei von sämtlichen Fesseln – dreht sich aber hauptsächlich um Mode, Lifestyle, Design und Fotografie. Das Bloggen begreift sie als einen „super Ausgleich“, bei dem sie sich kreativ ausleben kann. Wer Lilly im wahren Leben begegnen möchte, hat am Wochenende auf den diversen Berliner Flohmärkten große Chancen.

Was ist für Sie das vollkommene Blog?
Eine Mischung aus Authentizität, Kreativität und Persönlichkeit.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?
Mit einem Blogger, der persönlich ist, aber nicht zu viel preisgibt. Der sein Wissen weitergibt, ohne anzugeben und der schreibt, um sich selbst zu erfüllen, nicht, um Geld zu verdienen.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Mich von den Arbeiten und Gedanken anderer inspirieren zu lassen.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Mit Freunden zu diskutieren und zusammen zu kochen.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?
Eigentlich nie – lieber schreibe ich gar nichts.

Ihr Lieblingsheld im Netz?
Helden sind für mich meist Menschen, die ich persönlich, und nicht im Netz, kenne!

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?
Meine Eltern – sie haben mir meine Zukunft ermöglicht. Das möchte ich einmal genauso auch für meine Kinder tun.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?
Ehrlichkeit, Authentizität und Humor – Leute die auf dem Boden der Tatsachen bleiben.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?
Eigentlich genau das selbe wie im Netz.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?
Dass Menschen ihre bösen Kommentare vorschnell veröffentlichen und sich keine Gedanken um mögliche Auswirkungen machen.

Was stört Sie an Bloggern am meisten?
Wenn Klickzahlen wichtiger als der Inhalt werden.

Was stört Sie an sich selbst am meisten?
Dass ich so tollpatschig bin.

Ihr glücklichster Moment als Blogger?
Jedes Mal, wenn ich einen netten Kommentar bekomme.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?
Dass ich endlich den Mut gehabt habe, mit dem Bloggen anzufangen.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?
Handwerklich begabt sein und meine eigenen Möbel zu bauen.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?
Ich bin mit meinem eigenen Blog vollkommen zufrieden!

Ihre größte Extravaganz?
Mir ab und zu teure Klamotten und Bildbände über Kunst zu kaufen.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?
Voller Tatendrang!

Ihr Motto?
Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better. – Samuel Beckett

 © Robert Prideaux

Page Impressions: Das ZEITmagazin Nr.23

Von 27. Mai 2014 um 17:00 Uhr

Kategorien: Allgemein