Critical Mass: Radler rauf auf die Straße

Freitagabend, 20 Uhr, Hamburg Zentrum. Es ist der letzte Freitag im Monat, Zeit für „Critical Mass“ in der Hansestadt: Jetzt gehört die Straße für ein paar Stunden den Radfahrern. Tut sie natürlich nicht, für mich fühlt es sich aber so an. Denn ich fahre mit Hunderten weiteren Velofahrern völlig unbehelligt über rote Ampeln oder durch Straßen und Tunnel, die sonst für Radfahrer gesperrt sind. Für Außenstehende sehen wir deshalb aus wie Demonstranten. Sind wir aber nicht, und das ist den Mitfahrern wichtig.

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Hingucker für New York

© DOT

Vergangene Woche ist im Kino ein Fahrradfilm angelaufen: Premium Rush, ein rasanter, spannender Thriller mit einem New Yorker Fahrradkurier in der Hauptrolle. Filme, in denen Velos oder Radfahrer eine tragende Rolle spielen, sind äußerst rar, und die Zeiten, in denen auf einem Fahrrad in New York City fast ausschließlich Kuriere saßen, haben sich auch noch nicht lange geändert.

Aber mittlerweile wird geradelt in New York. 500.000 Radfahrer sind hier regelmäßig unterwegs – weil die Stadt in den vergangenen zehn Jahren viel für Fahrradfahrer getan hat. Eine Schlüsselfigur ist Bürgermeister Michael Bloomberg. Er hat eine Vision: Er will New York zu einer fahrradfreundlichen Metropole machen. Sein Vorbild ist Kopenhagen. Seit seinem Amtsantritt wurden etwa 1.000 Kilometer Fahrradwege angelegt und viele verkehrsberuhigte Zonen geschaffen. Von dieser Zielstrebigkeit können sich manche deutsche Städte etwas abschauen. Weiter„Hingucker für New York“

 

Rücksicht statt Bike-Verbot

In Hessens Wälder kehrt wieder Frieden ein: Das Trailverbot für Mountainbiker, das die Landesregierung ins Waldgesetz aufnehmen wollte, ist vom Tisch.

Der neue Gesetzentwurf formuliert schlicht und sinngemäß: Alle Waldbesucher nehmen aufeinander Rücksicht, insbesondere Stärkere auf Schwächere. Darauf konnten sich Mountainbiker, Sportler, Naturschützer und Vertreter des Umweltministeriums Anfang der Woche einigen.

Im Sommer sah das noch ganz anders aus. Da wollte die Landesregierung noch die Radfahrer auf „Waldautobahnen“ verweisen – ZEIT ONLINE berichtete darüber. Die Deutsche Initiative Mountainbike (DIMB) initiierte daraufhin die Online-Kampagne „Open Trails Hessen”. 45.700 Teilnehmer unterzeichneten die Forderung. Schließlich lenkte die hessische Umweltministerin Lucia Puttrich im September ein und lud an den Runden Tisch.

„Alle haben sich einander angenähert“, sagt Thomas Kleinjohann, der Vorsitzende der DIMB. Er ist froh, dass der öffentliche Schlagabtausch durch konstruktive Gespräche ersetzt wurde. 30 Vertreter verschiedener Natursportverbände, Naturschützer und Mitarbeiter des Landesumweltministeriums einigten sich auf den neuen Gesetzentwurf, der hier zu finden ist.

Damit verbunden ist der Auftrag an die DIMB, bei ihren Mitgliedern für mehr Rücksicht im Wald zu werben. Fahren dürfen Mountainbiker in Hessen auf befestigten wie naturfesten Wegen. Vorausgesetzt, sie achten darauf, dass sie anderen Waldbesuchern gefahrlos begegnen können. Unter Erwachsenen sollte das doch eigentlich selbstverständlich sein.