Philip Faigle und Julius Tröger

ZEIT ONLINE gewinnt drei Preise für Datenvisualisierungen

Drei Visualisierungen und datenjournalistische Projekte von ZEIT ONLINE sind in dieser Woche mit renommierten Preisen ausgezeichnet worden.

Am Donnerstagabend wurde ZEIT ONLINE in Berlin in gleich zwei Kategorien der Hauptpreis des dpa-Infografik Award verliehen. Das Datenprojekt Darüber spricht der Bundestag wurde mit dem ersten Platz in der Kategorie Nachrichtliche Infografiken ausgezeichnet.

Ein interdisziplinäres Team aus 14 Journalistinnen, Designern und Entwicklerinnen hatte alle Reden im Parlament seit 1949 grafisch analysierbar gemacht. Das Datenprojekt zeigt, worüber in den vergangenen 70 Jahren im Deutschen Bundestag gesprochen wurde und wie sich die Sprache der Parlamentarier verändert hat. Den zweiten Platz in der Kategorie gewann die Süddeutsche Zeitung mit dem Projekt Verfassung, vermessen – 70 Jahre Grundgesetz. Den dritten Platz belegte der Tagsanzeiger in der Schweiz mit dem Artikel Ein Leben lang trächtig und am Ende eine Wurst.

Das Datenprojekt "Darüber spricht der Bundestag" wurde ausgezeichnet.

Auch in der Kategorie Social Media ging der erste Preis an ZEIT ONLINE. Ausgezeichnet wurde die Visualisierung des Artikels Die Psychologie des Kaffeebechers. Zum Start des Schwerpunkts Die Antwort zeigte ein siebenköpfiges Team in einem 26-stündigen Facebook-Livestream, wie viele Pappbecher in Deutschland jeden Tag weggeworfen werden – 89 pro Sekunde.

Ein Screenshot des "Kaffeebecher-Livestreams" auf Facebook.

Den zweiten und dritten Preis in der Kategorie gewannen die Süddeutsche Zeitung für die Grafik Wann Trump am meisten twittert und das Designbüro Hahn+Zimmermann für das Projekt 20 Wochen / 20 Grafiken: für ein ausgeglichenes
Geschlechterverhältnis bei den Nationalratswahlen 2019
.

Alle Gewinner des dpa-Infografik Awards 2019 Foto: obs/dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH/Monika Skolimowska/dpa

Am Abend zuvor hatte der Artikel Die Millionen, die gingen einen internationalen Information is Beautiful Award in London gewonnen. Die Jury vergab für das Projekt eine Auszeichnung in Silber in der Kategorie Politics & Global.

Das Datenprojekt erzählt eine der am wenigsten dokumentierten Geschichten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Seit dem Mauerfall vor 30 Jahren haben Millionen Menschen den Osten in Richtung Westdeutschland verlassen. Mithilfe von Umzugsdaten der Einwohnermeldeämter zeigte ZEIT ONLINE erstmals, wohin diese Menschen gingen.

Screenshot der Datenvisualisierung "Die Millionen, die gingen"

Das Datenprojekt war zugleich der erste Artikel des neuen ZEIT-ONLINE-Ressorts X. Das neue Team soll gemeinsam mit anderen Ressorts Schwerpunkte zu großen, gesellschaftlichen Themen erarbeiten.

Gold gewann ein Team von Reuters mit dem Projekt 10 Years On über den Zusammenbruch der Bank Lehman Brothers. Bronze ging an Social Credit System: Breathing Scores? der italienischen Forschergruppe Density Design Research Lab.

 
Maria Exner, Sebastian Horn, Philip Faigle

„Europe Talks“ mit Jean-Monnet-Preis ausgezeichnet

Rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Europa waren im BOZAR in Brüssel bei der zentralen Veranstaltung von "Europe Talks" zu Gast.

Das von ZEIT ONLINE und 15 europäischen Partnermedien initiierte Gesprächsprojekt Europe Talks ist heute mit dem Jean-Monnet-Preis ausgezeichnet worden. Der Preis würdigt Projekte und Persönlichkeiten, die "dazu beitragen, die europäische Integration zu unterstützen und zu stärken". Der Preis wird einmal im Jahr von der französischen Nichtregierungsorganisation European Constitution verliehen, unter der Schirmherrschaft von Europäischer Kommission und Europäischem Parlament. 

In der Begründung der Jury heißt es, ZEIT ONLINE habe mit Europe Talks das "Kunststück" vollbracht, "Bürgerbeteiligung, die Möglichkeiten digitaler Tools und die Rolle der Medien zu vereinen".  Weiter"„Europe Talks“ mit Jean-Monnet-Preis ausgezeichnet"

 
Sebastian Horn und Jochen Wegner

ZEIT ONLINE hat die Homepage schön

Guten Tag, wir haben unsere Startseite überarbeitet.

Sie haben das noch nicht bemerkt? Dann lesen Sie diesen Text wahrscheinlich mit Ihrem Smartphone. Denn die größte Veränderung ist nur auf einem großen Bildschirm zu sehen: Die rechte Spalte ist weg.

Wir haben den Bereich am rechten Rand ersatzlos gestrichen. Was dort stand – etwa die meistgelesenen Artikel oder unser tägliches Nachrichtenquiz –, finden Sie jetzt im Zentrum der Homepage. Weiter"ZEIT ONLINE hat die Homepage schön"

 
Jochen Wegner

Warum wir X gründen

Das neue Team X (von links nach rechts): Vanessa Vu, Philip Faigle, David Hugendick und Annabelle Seubert

In den Konferenzen von ZEIT ONLINE gibt es einen geflügelten Satz: “Wir nehmen das mit.” Er fällt oft am Ende von besonders leidenschaftlichen Debatten zu den großen Themen unserer Zeit, seien es Wohnen oder Mobilität, Ernährung oder Erziehung, Ungleichheit oder Geschlechterrollen. Mit "Wir nehmen das mit" erklären Redakteurinnen und Redakteure, dass sie dieses wichtige Thema bald aufgreifen werden, mit einer großen Reportage etwa, einem umfassenden Spezial, vielleicht einer mehrteiligen Serie – eigentlich.

Über die Jahre hat der geflügelte Satz eine zweite, ironische Bedeutung erhalten und sorgt in unseren Konferenzen gelegentlich auch für Heiterkeit: weil die zuständigen Redakteure dasselbe große Thema eigentlich vor einem Vierteljahr schon einmal mitgenommen haben oder weil sie das große Thema eigentlich gerne mitnehmen würden, aber bereits eine längere Liste anderer wichtiger Themen mitgenommen haben. Im Alltag eines Onlinenachrichtenangebots, der von Minuten und Stunden bestimmt wird, fehlen gelegentlich die Wochen und Monate, um all jene Fragen, die uns eigentlich auch noch beschäftigen, umfassend aufzubereiten.

Das Ressort ohne Namen

Deshalb gründen wir X. Das neue Ressort wird sich um jene großen Themen unserer Gesellschaft kümmern, die wir oft so leidenschaftlich diskutieren und gerne noch viel öfter umfassend beleuchten würden. Als Namen hat es nur einen Platzhalter, weil es keinen festgelegten thematischen Fokus besitzt wie Wirtschaft oder Sport und deshalb auch keine eigene Rubrik auf ZEIT ONLINE erhält. Es wird stattdessen alle Redakteurinnen und Redakteure dabei unterstützen, Themen aus ihrem Fachgebiet mitzunehmen – und in kurzer Zeit aufwendig aufzubereiten. So wollen wir dem Satz "Wir nehmen das mit" seine Eigentlichkeit austreiben.

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Sebastian Horn

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Maria Exner und Amna Franzke

Und was machen wir jetzt? ZEIT ONLINE startet „Die Antwort“

Weltverbesserung: Und was machen wir jetzt? ZEIT ONLINE startet „Die Antwort“ - Fragen der Zeit

 

Die Welt wird immer besser. Sie werden es nicht glauben: Oft berichten wir bei ZEIT ONLINE über Dinge, die sich zum Schlechteren entwickeln. Populismus, politisches Versagen, Angriffe auf die Privatsphäre, Umweltzerstörung, Betrug oder Gewalt sind regelmäßig Thema unserer Homepage. Weil wir es wichtig finden, dass unsere Leserinnen und Leser von Missständen erfahren und informiert handeln können. Weiter"Und was machen wir jetzt? ZEIT ONLINE startet „Die Antwort“"

 
Karsten Polke-Majewski

ZEIT ONLINE erhält Medienpreis Luft- und Raumfahrt

Ein Team von ZEIT ONLINE ist mit dem Medienpreis Luft- und Raumfahrt ausgezeichnet worden. Die unabhängige Fachjury unter Leitung der Deutschen Journalistenschule zeichnete das Projekt Treibstoff für den Syrienkrieg mit dem Preis in der Kategorie Online aus. In dem prämierten Stück zeigen die Autoren Kai Biermann, Paul Blickle, Lennart Hildebrandt, Julian Stahnke und Sascha Venohr, dass die Flugbereitschaft der Bundeswehr nicht nur Politiker von Termin zu Termin bringt. Interne Daten belegen, in welch großem Umfang die Flugzeuge auch Bomber für den Luftkrieg in Syrien betanken. Weiter"ZEIT ONLINE erhält Medienpreis Luft- und Raumfahrt"

 
Giovanni di Lorenzo und Jochen Wegner

Leitlinien der Redaktionen von ZEIT und ZEIT ONLINE

Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Hauses geben sich ZEIT und ZEIT ONLINE gemeinsame redaktionelle Leitlinien. Sie gelten für alle journalistischen Print- und Onlinemedien unserer Verlagsgruppe, die die „ZEIT“ in ihrem Namen tragen, und formulieren einen Anspruch an uns selbst. Wir haben sie im vergangenen halben Jahr immer wieder in unseren Redaktionen diskutiert und viele Anmerkungen berücksichtigt.

Die Leitlinien liegen ab sofort den Arbeitsverträgen für Redakteurinnen und Redakteure bei und werden im Intranet der ZEIT veröffentlicht. Aus Gründen der Transparenz dokumentieren wir sie auch hier öffentlich in unserem Blog Fragen der ZEIT.

Giovanni di Lorenzo und Jochen Wegner

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Sabine Rückert und Bernd Ulrich

Zum Pro & Contra über private Seenotrettung in der ZEIT

Sehr geehrte Leser,

die Seite 3 der aktuellen ZEIT-Ausgabe hat innerhalb unserer Redaktion, aber auch unter den Lesern viele Diskussionen ausgelöst. Die Kritik bezog sich in erster Linie auf zwei Punkte:

1. Durch die Hauptzeile „Oder soll man es lassen?“, die von vielen als einziges gelesen wurde, konnte der Eindruck entstehen, als würde in der ZEIT-Redaktion diskutiert, ob man überhaupt Menschen aus dem Mittelmeer retten sollte. Denn erst durch die Unterzeile wird dann klar, dass sich unser Pro & Contra auf die private Rettung von Flüchtlingen bezieht.

2. Andere Kritiker stoßen sich daran, dass die ZEIT die private Seenotrettung an sich infrage stellt und diese Position in einem Für und Wider als diskussionswürdig erachtet. Dazu allerdings stehen wir – weil diese Debatte eine in Europa und auch in Deutschland sehr relevante Streitfrage ist.

Wir bedauern, dass sich einige Leser in ihrem ethischen Empfinden verletzt gefühlt haben, und dass der Eindruck entstehen konnte, die ZEIT oder auch Mariam Lau würden einer Seenotrettung generell eine Absage erteilen.

Dies ist nicht der Fall.

Sabine Rückert
Bernd Ulrich