ZEIT ONLINE gewinnt zwei Preise für Datenvisualisierungen

1. Platz für das Corona-Dashboard von ZEIT ONLINE

Gleich zwei Preise wurden ZEIT ONLINE innerhalb einer Woche für Datenprojekte zum Coronavirus verliehen. Ausgezeichnet wurden das Corona-Dashboard und der Aerosolrechner „So schnell verbreitet sich das Coronavirus in Innenräumen“.

Am Donnerstagabend gewann das interdisziplinäre Team aus Journalistinnen, Entwicklern und Designerinnen mit dem Corona-Dashboard den ersten Platz beim dpa-infografik award in der Kategorie Infografiken zum Thema Corona in nachrichtlichen Medien. „Dieses Daten-Dashboard hat gleich zu Beginn der Pandemie im Februar 2020 einen Standard gesetzt. Es hat einen extrem hohen Nutzwert, ist klar und übersichtlich und ist auch nach mehr als anderthalb Jahren immer noch aktuell. So etwas gelingt selten.“, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Die Preisverleihung fand am Donnerstagabend per Videokonferenz statt. Weitere Gewinner in der Kategorie waren die Süddeutsche Zeitung mit der Printgrafik „Der PCR-Test – auf der Jagd nach dem Virus“ (Platz zwei) und der Tagesspiegel mit „Wie das Coronavirus den Körper befällt“. In der zweiten Kategorie Infografiken zum Thema Corona von Unternehmen, Institutionen, NGOs, Behörden, Stiftungen und ähnlichen Einrichtungen ging der erste Platz an den Deutschen Kinderverein für „Es kann nicht sein, was nicht sein darf!“ und der zweite Platz an die Veterinärmedizinische Universität Wien für „Impfstoffentwicklung in der Tiermedizin“.

Bereits am Dienstag wurde der Aerosolrechner mit dem Journalistenpreis für Technikjournalismus der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) in der Kategorie Multimedia ausgezeichnet. Zur Begründung hieß es von der Jury unter anderem: „Die multimediale Aufbereitung, vor allem Visualisierung und Aufforderung zum Bedienen eines wissenschaftlichen Themas ermöglicht es ein kompletteres Bild zu geben als es ein bloßer Text gekonnt hätte. Sie stößt eine aktive Auseinandersetzung mit Forschungserkenntnissen für unseren Alltag an.“

Auch diese Verleihung fand digital statt. Die weiteren Preise gingen an Elias Holzknecht in der Kategorie Foto und Maximilian Glas für ein Fotostipendium.

Der interaktive Aerosolrechner wurde im November 2020 veröffentlicht und basiert auf einem Modell des Max-Planck-Instituts für Chemie. Leserinnen und Leser können ihr Ansteckungsrisiko für ihre ganz persönliche Raumsituation herausfinden. Erst Anfang des Monats wurde der Rechner aktualisiert und berücksichtigt nun auch die Delta-Variante und den Schutz durch Impfstoffe.

Der Aerosolrechner gewann in der Kategorie Multimedia

Seit Februar 2020 informiert das Corona-Dashboard Millionen Leserinnen und Lesern von ZEIT ONLINE direkt auf der Startseite über die aktuellen Entwicklungen der Pandemie. Es wurde seither regelmäßig überarbeitet und an die aktuellen Gegebenheiten und Kennzahlen angepasst. Erst am Montag gab es einen weiteren Relaunch des Dashboards, das nun auch die Hospitalisierungsindizenz und Boosterimpfungen zeigt.

 

Warum wir unser Corona-Dashboard überarbeitet haben

Seit mehr als eineinhalb Jahren informieren sich Millionen Leserinnen und Leser täglich auf ZEIT ONLINE über die aktuelle Corona-Situation. Die Pandemie hat in dieser Zeit verschiedene Phasen durchgemacht, weshalb sich auch unser Corona-Dashboard immer wieder veränderte. Nun stellen wir Ihnen erneut eine neue Version vor.

Die wichtigste Änderung: Künftig zeigen wir neben den etablierten Indikatoren – den Neuinfektionen, Intensivpatienten, Todesfällen und Impfungen – einen neuen Wert: die Hospitalisierungsinzidenz. Sie beschreibt, wie viele Patientinnen und Patienten binnen sieben Tagen mit Covid-19 ins Krankenhaus aufgenommen wurden. Anders als bei der üblichen Meldeinzidenz, in die alle positiven PCR-Tests einbezogen werden, zählen zur Hospitalisierungsinzidenz nur schwere Covid-Erkrankungen, die einen Klinikaufenthalt erfordern. Der Indikator drückt also die Belastung des Gesundheitssystems aus.

Das Bundesgesundheitsministerium hat sich im Sommer dafür ausgesprochen, die Hospitalisierungen künftig als Leitindikator für die Steuerung der Pandemie heranzuziehen. Ob Maßnahmen verhängt oder aufgehoben werden, soll nach dem Willen des Ministeriums künftig von der Zahl der Klinikeinweisungen abhängen, nicht mehr von der Zahl der Neuinfektionen. Am 18. November beschloss die Ministerpräsidentenkonferenz ein neues Stufensystem mit unterschiedlichen Maßnahmen ab einer Hospitalisierungsinzidenz von mehr als 3, 6 oder 9 Klinikaufnahmen je 100.000 Einwohner im jeweiligen Bundesland binnen sieben Tagen.

Die vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichten, amtlichen Hospitalisierungsinzidenzen sind allerdings problematisch, da sie systematisch zu niedrig ausfallen und die Lage in den Kliniken daher unterschätzen. Einzelheiten können Sie in diesem Beitrag nachlesen. Die reale Hospitalisierungsrate ist bis zu zweimal höher als vom RKI-Wert suggeriert. Der wahre Wert lässt sich erst nach etwa zwei Wochen erkennen, wenn der größte Teil der Nachmeldungen eingetroffen ist.

Bei ZEIT ONLINE zeigen wir daher neben den offiziellen Hospitalisierungsinzidenzen eine Schätzung, die versucht, diesen Effekt auszugleichen. Die Schätzwerte stammen von einer Gruppe von Statistikern an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Die Wissenschaftler analysieren dazu, wie sich die Hospitalisierungsinzidenz in der Vergangenheit durch Nachmeldungen verändert hat, und erstellen daraus eine Hochrechnung für den aktuellen Wert. Details zur Methodik sind hier nachlesbar.

In der Startansicht des Dashboards sehen Sie auch weiterhin nicht die Hospitalisierungen, sondern die Inzidenz aller gemeldeten Neuinfektionen. Dieser Wert ist etabliert und gelernt; anders als die Hospitalisierungsrate lässt er sich auch für einzelne Landkreise und kreisfreie Städte berechnen. Außerdem ist der Fokus auf die Krankenhausaufnahmen umstritten, da sich die Lage an ihnen nur zeitverzögert ablesen lässt.

In einer weiteren Neuerung finden Sie im Abschnitt zum Impfen ab sofort auch die Zahlen zu den Auffrischungsimpfungen („Booster“).