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Perverse Wirtschaft

 

Die Globalisierung beeinflusst unsere Ernährung auf gruselige Art und Weise. Clemens Bechtel zeigt in seinem Theaterstück Cargo Fleisch anhand der Fleischwirtschaft – genauer, anhand von Hühnern – wie uns die globale Landwirtschaft moralisch entgleitet und schon lange perverse Züge angenommen hat: Die Notwendigkeit von 37.000 Hühner pro Betrieb in Massentierhaltung, um auf dem Markt zu bestehen, abgeholzter Regenwald in Brasilien, um Soja als Kraftfutter für deutsche Hühner anzubauen und die Vogelgrippe in Bangalore, Indien, sind einige der perfiden Auswirkungen. Profiteure, Akteure und Gegner kämpfen auf regionaler und internationaler Bühne um ihre Interessen, dabei treffen Tierschützer, Konzerne, Geflügelhändler, Hühnervergaser und Tagelöhner aufeinander. Die dokumentarische Inszenierung Cargo Fleisch beruht auf Interviews und Recherchematerial, Clemens Bechtel lässt alle Beteiligten des Systems zu Wort kommen. Sein Stück im Schauspielhaus ist Teil des globalen Theaternetzwerkes Hunger for Trade, in dessen Rahmen an beteiligten Spielstätten unter anderem in Belgien, Burkina Faso, Deutschland, Indien und Rumänien jeweils eigene Arbeiten gezeigt werden.

TEXT: LENA FROMMEYER

 

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