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Soriah

 

Abgefahrenes Zeug oder spirituelle Reise: Wie auch immer man es sieht, die Musik und Performance von Soriah auf der MS Stubnitz ist anders.

Voodooismus? Schamanismus? In unwirklichen Landschaften mit außerirdischen Lichtverhältnissen, vor offenem Feuer oder in Dunkelheit spielen die Videos von Soriah. Masken, Naturschmuck und Federn zieren Sänger und andere Protagonisten. Die Musik ist mehr als atmosphärisch, Spiritualität soweit Auge und Ohr reichen. Worum es geht, ist dennoch schwer zu erahnen. Die Lieder bietet Soriah nämlich in tuwinischem Obertongesang – traditionell Khöömei genannt – dar. Tuwa (auch Tuwinien) ist eine autonome Republik im asiatischen Teil Russlands, die von 1922 bis 1944 eine eigenständige Republik war. Als Heimat wiederum gibt Soriah, der eigentlich Enrique Ugalde heißt, Kaskadien an, eine Region direkt am Pazifik, die sich von Oregon in den USA bis nach British Columbia in Kanada erstreckt. Woher die Inspiration auch immer kommen mag, Soriah ist anders und der Besuch des Live-Konzerts auf der ebenfalls sehr atmosphärischen MS Stubnitz sicher wie eine Reise in eine sagenumwobene Welt. Der Künstler war übrigens gerade wieder in Tuwa und hat neue Instrumente mitgebracht, sagt er auf Facebook. Ein Trommelrasselhorn vielleicht? Soriah, also „Milchstraße“ in der Symbolsprache der muslimisch-mystischen Sufis, würde es möglich machen.

Text: Andra Wöllert


 

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