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„Spellbound“

 

Arzt und Medizin zugleich: Das Metropolis holt die zauberhafte Ingrid Bergman als verliebte Psychiaterin auf Abwegen zurück auf die Leinwand.

In ihrem Review schrieb die New York Times seinerzeit, Ingrid Bergman garantiere Heilung für was auch immer einen quäle. „Mit anderen Worten: Die zauberhafte Frau Bergman ist Arzt und Medizin zugleich.“ Auch 70 Jahre nach der Premiere fällt es schwer, diesem Urteil zu widersprechen. Als Psychiaterin in einer Irrenanstalt verliebt sie sich zunächst in ihren neuen Chef, bis der feststellt, dass er gar nicht ihr neuer Chef ist, sondern sich nur für ihn hält, nachdem er den wahren Direktor aller Wahrscheinlichkeit nach ermordet hat. Bergman ist trotzdem kein Hindernis zu groß, um die dunkle Vergangenheit ihrer großen Liebe aufzuklären, auch gegen die wachsende Gewissheit, dass ihre Liebe eine Illusion ist. Das Drehbuch basiert auf Francis Beedings ziemlich schrägem Roman The House of Dr. Edwardes, in dem ein Irrer die Herrschaft einer Irrenanstalt an sich reißt und sogar die Pfleger sich nach und nach als Irre entpuppen. Für den Film adaptiert von Ben Hecht, trägt der Film in jeder Nuance die unverwechselbare Handschrift des Meisters, Alfred Hitchcock – mit einer Ausnahme: Um die psychotischen Traumsequenzen zu verwirklichen, ließ er niemand Geringeren als Salvador Dalí verpflichten. Das Metropolis zeigt diese Mutter aller Psychothriller in der englischen Originalfassung.

Text: Nik Antoniadis


 

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