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Macbeth – Third World Bunfight

 

Mit seinen Inszenierungen, die das postkoloniale Afrika erforschen, sorgt der Südafrikaner Brett Bailey häufig für Gesprächsstoff, so etwa jüngst mit seinem Menschenzoo. Für seine neue Arbeit hat der Regisseur und Installationskünstler Giuseppe Verdis Oper Macbeth nach Zentralafrika transportiert und vor dem Hintergrund des Bürgerkriegs im Kongo neu gedeutet. Bailey verbindet Shakespeares Stoff um Mord und Machthunger mit der erschütternden Realität in Afrika: kongolesischen Warlords, multinationalen Konzernen und korrupten Politikern. Mit seinen expressiven Bildern, starken Choreografien und lauter Kritik liefert das Stück eine auf neunzig Minuten und die Hauptfiguren verdichtete Version des zeitlosen Dramas, die aktueller und erschreckender nicht sein könnte.

Text: Natalia Sadovnik

 

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