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„Lampedusa in St. Pauli“

 

Rasmus Gerlach porträtierte afrikanische Flüchtlinge in der St.-Pauli-Kirche. Zur Vorführung seines Films im Metropolis Kino ist er anwesend.

Regisseur Rasmus Gerlach ist nicht der einzige, der auf St. Pauli die Kamera zückt. Vor kurzem präsentierte Filmemacher Julian Schöneich die Rohfassung seiner Pauli-Doku. In St. Pauli Zoo zeigt der 26-Jährige den Kiez aus Anwohner-Perspektive. Bewohner sprechen von St. Pauli als ihre Geliebte, über den dörflichen Charakter der Nachbarschaft, aber auch den Wandel durch Gentrifizierung und den Ausverkauf von St. Pauli als Touristenattraktion. Einer, der hier zu Wort kommt, ist Pastor Sieghard Wilm, der seine Kirche im Sommer 2013 für in Hamburg gestrandete Lampedusa-Flüchtlinge öffnete.

Auf eben diesen Akt der Menschlichkeit konzentrierte sich Regisseur Rasmus Gerlach für seinen Film Lampedusa in St. Pauli. Er begleitete die afrikanischen Flüchtlinge und ihre Gastgeber in der St.-Pauli-Kirche mit der Kamera, dokumentierte nachbarschaftliche Hilfsbereitschaft in Form von Wäschewaschen, Lebensmittelhilfe, Rechtsberatung und Deutschunterricht. Für Schutz gegen ausländerfeindliche Kreise sorgten die Türsteher vom Kiez. Heute, ein Jahr nach den Dreharbeiten, ist der Status der meisten Flüchtlinge immer noch unklar, weshalb die Präsentation der Dokumentation im Metropolis Kino gesellschaftspolitische Aktualität abbildet. Der Filmemacher wird anwesend sein.

Text: Lena Frommeyer


 

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