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Kaputtbesitzen

 

Seit zwei Jahren arbeitet das Team von Empire St. Pauli an einem Film über die Esso-Häuser. Wenn nun im Rahmen der Dokumentarfilmwoche erste Ausschnitte gezeigt werden, steht der Gebäudekomplex am Spielbudenplatz im Fokus der Öffentlichkeit. Schon lange wollte der Eigentümer die Esso-Häuser abreißen und durch moderne Bauten ersetzen. Die Bewohner wehrten sich, befürchteten höhere Mieten und Verdrängung. Die Gebäude verfielen, wurden nicht instand gesetzt. Die Stadt konnte oder wollte nicht vermitteln. Kurz vor Weihnachten 2013 wurden schließlich alle Wohnungen geräumt, weil die Wände wackelten. Das Filmteam dokumentierte Demonstrationen, Versammlungen und das Leben der Menschen in den Esso-Häusern – bis zum Packen der Umzugskartons. Zu Wort kommen Aktivisten der Initiative Esso-Häuser, Bewohner, Anwohner und Gewerbetreibende sowie Politiker, Investoren und Star-Architekten. Die Filmemacher stellen unter anderem die Frage, ob „Kaputtbesitzen“ mit neuen Bebauungsplänen belohnt werden sollte. Der Kampf ist ein gesellschaftlich hoch relevantes Thema, bei dem die Gebäude für soziale Verdrängungsprozesse stehen. Ausschnitte des Filmes Die Esso-Häuser – Der Film werden beim Werkstattgespräch im Metropolis-Kino gezeigt.

TEXT: LENA FROMMEYER

Gäste: Irene Bude, Olaf Sobczak, Steffen Jörg von Empire St. Pauli

 

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