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„Die große Verweigerung“

 

Das Künstlerkollektiv Ligna inszeniert auf Kampnagel ein historisches Ereignis, zu dem es nie gekommen ist.

Singuläre Wahrheiten waren noch nie so sehr Behauptung wie heute. Doch das Leben braucht Träume, es braucht Utopien. Das Künstlerkollektiv Ligna probt in Die große Verweigerung die imaginäre Wendung eines historischen Ereignisses: Was wäre gewesen, wenn der Erste Weltkrieg dem Aufruf zum europaweiten Generalstreik auf dem Kongress der Zweiten Sozialistischen Internationale 1914 in Wien nicht zuvorgekommen wäre? Keine Geschichtsklitterung soll betrieben werden, sondern Reenactment fiktiver Geschichte als Akt der Befreiung zu einer alternativen Realität unter neuen Bedingungen. Was bedeutet eine Totalverweigerung für das Politische und das Kollektiv? Ligna steht insbesondere für Teilnehmertheater und Performances, die sich mit der Spannung zwischen Kollektiv und Individualität beschäftigen und in denen die Teilnehmer die Konsequenzen ihres Handelns am eigenen Leib erfahren. Dieses Mal machen sie das Publikum zu lauschenden Akteuren. In einer phasenweise fast hörspielartigen Inszenierung werden diese zu Verfolgern ihrer ganz eigenen Audiospur.

Text: Reimar Biedermann

 

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