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„Winterreise“

 

Schuberts Liederzyklus in der Hand von Elfriede Jelinek – die Premiere am 18. Januar ist ausverkauft, weitere Vorstellungen finden am 20. und 23. Januar statt.

Elfriede Jelineks Winterreise liegt Schuberts gleichnamiger Liederzyklus nach Gedichten von Wilhelm Müller zugrunde: ein Werk, das die Autorin ihr Leben lang bewundert hat, wie sie sagt. Wie der Wanderer in Schuberts Liedern streift das lyrische Ich Jelineks durch die Welt, ihre eigene Biografie mit Motiven der Vorlage vermischend. „Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus“, beginnt die Winterreise von 1827, das Nichtzuhausesein in der Welt ist auch Thema des Theaterstücks. Am Ende wartet der Leiermann, bei Schubert Symbol des Todes, der die Autorin hart ins Gericht nimmt: „Und was haben Sie zu verbuchen? Fremd eingezogen, fremd ausgezogen, die Leier drehend, immer dieselbe Leier, immer dasselbe?“ Das selbstreflexive Stück verquickt Innen- und Außenwelt, Vergangenheit und Gegenwart in einem sprachgewaltigen Text.

Text: Michael Weiland

 

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