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Haleh Esfandiari wird im Iran freigelassen

 

Die seit über 100 Tagen ohne Anklage im Iran festgehaltene amerikanisch-iranische Professorin Haleh Esfandiari wird nach einem Bericht der New York Times heute freigelassen.

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Haleh Esfandiari Foto. W.W.Center
Professor Esfandiari ist eine der renommiertesten Iran-Expertinnen der USA. Sie ist die Direktorin des Nahost-Programms am Woodrow Wilson Center in Washington.
Ihre Familie musste eine Kaution von 3 Milliarden Rial oder 324.000 $ hinterlegen. Esfandiaris über 90 jährige Mutter hat dafür ihre Teheraner Wohnung verpfänden müssen.
Dieses Muster politischer Erpressung ist bereits aus anderen Fällen bekannt, in denen missliebige Intellektuelle erst zu falschen Geständnissen gezwungen wurden und dann der gesamte Familienbesitz vom Staat in Gegenleistung für eine Freilassung konfisziert wurde. Meinem Freund Ramin Jahanbegloo ist es im letzten Jahr genau so ergangen.
Die iranische Repressionsmaschine ist widerlich, aber vorerst überwiegt die Erleichterung. Ob Haleh Esfandiari zu ihrem Mann Shaul Bakhash nach Washington ausreisen darf, steht allerdings noch nicht fest.


0 Kommentare

  1.   docaffi

    Es freut mich sehr für Frau Esfandiari, dass sie freigelassen wurde, obgleich sie noch im Iran festgehalten wird und wahrscheinlich noch massiv erpresst wird, damit sie aus dem Lande kann. Selten war eine Entführung und Inhaftierung so hinterhältich geplant und durchgeführt worden. Die Mullahs haben mit dieser Aktion wieder ein mal am eigenem Grab geschauffelt.

  2.   LoganTippings

    Sie scheint einigermassen kooperativ gewesen sein bei der Aufdeckung von feindlichen Aktivitäten gegen Iran, das muss auch irgendwie honoriert werden durch die islamische Justiz.


  3. Das ist eine schöne Form staatlicher Erpressung und Nötigung, die sich dort in einigen Ländern ausbreitet. Der Fall Haleh Esfandiari ist schlimm genug, kommt aber in dem Ausmaß nicht an Libyen ran, das diese Form der legalistischen Erpressung auf besonders widerliche Art und Weise durchgeführt hat.
    Ziel solcher Aktionen ist hauptsächlich die Demütigung des Westens. Kann schon sein, dass das klappt, wie im Fall Gaddhafi, wo im Rattenrennen um wirtschaftliche Vorteile niemand wegen ein paar Krankenschwestern das Nachsehen haben wollte.
    Aber irgendwann ist der Bogen überspannt, dann könnte das passieren, was Reagan 1985 gemacht hat.

  4.   Sebastian Ryll

    @docaffi, muss jemand wie Sie eigentlich befüchten, dass ihm in Deutschland etwas vom iranischen Regime angetan werden könnte?

    Wohin spendet man am besten zur Unterstützung von Leuten in einer Lage wie Frau Esfandiari?

  5.   docaffi

    @Sebastian Ryll
    Damit sie einem was tun, muß man schon politisch sehr aktiv sein! Aber in Psychoterror ist das Regim Weltmeister. Zahlreiche Freunde von mir, die politisch aktiv sind und hier leben, bekommen Morddrohungen oder deren Familie im Iran werden in allen Bereichen des Lebens schikaniert. Das ist eigentlich auch der Grund warum ich hier unter Pseudonym schreibe.

    Ich glaube über die Arbeitsstelle von Frau Esfandiari in USA, ist es am sichersten Ihr u.a. finanziell zu helfen. Es ist nämlich sehr schwer einigermaßen serlöse iranische Oppositionsgruppen zu finden, die die Unterstützung auch wirklich zum Opfer bringen. Was die anderen Opfer angeht, ist es sehr schwierig!

  6.   Sebastian Ryll

    @docaffi

    ich hoffe wirklich, dass sich die Zukunft bessert!

    Auch danke für die info. Leider hat sich das Woodrow Wilson Center auf meine Anfrage hin bis jetzt noch nicht zurückgemeldet. 🙁

  7.   J.S.

    Nach der Einstufung der Pasdaran als Terrororganisation bewegt sich einiges.
    as-Sadr will sogar in den kommenden sechs Monaten seine Angriffe auf Soldaten der US-geführten Truppen im Irak einstellen. Im Winter werden die Islamisten allerdings immer etwas kleinlauter, weil die US-Armee bei moderaten Temperaturen nicht mal mit Chemie oder Atom- Waffen aufzuhalten wäre. Man kann den Iranern nur wünschen das ihre Führung sich jetzt nicht zu irgendwelchen Provokationen hinreißen lässt.

  8.   J.S.

    Hier noch ein Artikel von Wiebke Eden Fleig zum Thema.
    http://www.zeit.de/online/2007/36/sadr-kerbala

 

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