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Sei nicht wie CNN – ein chinesischer Protestsong

 

Das Empire singt zurück: Dieser Song mit dem Titel „Don’t be too CNN“ ist ein Hit im chinesischen Netz. Er nimmt die „unfaire“ Berichterstattung des Westens über die Tibet-Krise aufs Korn. CNN steht im Zentrum der Kritik, seit sich der Kommentator Jack Cafferty zu dem Satz hinreissen ließ, die Chinesen seien „basically the same goons and thugs they’ve been for the last 50 years“. (Siehe Video unten.)
Hier ein Bericht von China Daily.
Wer den chinesischen Text nicht versteht – es wird sicher bald eine englische Übersetzung geben – gedulde sich bis zur 58. Sekunde. Da wird durch die Bildmontage deutlich, wie der Vorwurf lautet.

Und hier kommt der unvergleichliche Cafferty:

7 Kommentare

  1.   iceman

    Den kulturellen Unterschied zwischen Chinesen und Amerikanern hätte Jörg Lau nicht besser einfangen können.
    Leute wie Cafferty tun manchmal ganz gut, keine Ballverliebtheit, direkter Zug auf´s Tor, sauberer Abschluss, und Punkt.

    Das chinesische Video ist ganz anders aufgebaut, eine weinerliche Anklage, die Inszenierung des eigenen Opfermythos, und es erinnert ein bisschen an Kinder, wenn sie ein Beleidigtsein vortäuschen.
    Das chinesische Volk ist einfach noch nicht erwachsen geworden, es fehlt ein erweiterter Horizont, wie man ihn in einem Land der informellen Gleichschaltung auch nicht erwarten sollte.
    Trotz aller Perfidie kann man das Video aber auch als Zeichen der Hoffnung verstehen, weil hier eben nicht mit lautstarken Hassparolen gearbeitet wird, und die Tibeter – die kaum gezeigt werden – in der Darstellung nicht entmenschlicht werden (was chinesische Zuschauer als zu intim irritieren würde).

    Bedauerlich ist, dass die Chinesen nicht begreifen, dass sich die Unterstützung Tibets durch den Westen nicht gegen China richtet, sondern eher ikonografischen Charakter hat.
    Tibet ist ein Symbol.
    Es steht für den Glauben, oder zumindest den Wunsch, dass das Erreichen fairer Konsenslösungen durch dauerhafte Dialogbereitschaft möglich ist.
    Der Dalai Lama spielt die Rolle, die einst Gandhi spielte, wobei eine harmonische Lösung der Tibetfrage – nach mehr als fünf Jahrzehnten geduldigen Pazifismus – noch schwerer wiegen würde als der recht schnell erfolgreiche, passive Widerstand der Inder gegen eine ermüdete und strategisch überdehnte westliche Kolonialmacht.
    Wenn es westlichen Politikern nicht gelingt, das zu vermitteln, dann liegt das offensichtlich an der politischen und medialen Einheitserziehung der Chinesen, wovon selbst die führenden Parteikader ein Opfer zu sein scheinen, denn anders kann man sich Überreaktionen wie die geplante Ausweisung zigtausender ausländischer Studenten während der Olympiade nicht mehr erklären.

    Eine Chance liegt in der Ehrpusseligkeit der Chinesen.
    Wenn der Westen mit seiner kritischen Berichterstattung fortfährt, könnte dadurch (vielleicht) verhindert werden, dass der halbrealisierte „kulturelle Genozid“ sich irgendwann vollendet – was auch die Chinesen eines Tages bedauern könnten, weil mit wachsendem Wohlstand und internationalem Einfluss auch die Zeit der Generationenkonflikte, der Forderung nach mehr Demokratie und künstlerischer Freiheit, und der spirituellen Sinnsucher anbrechen wird.

    Manchmal muss man einfach durchhalten.

    Und beim Gedanken an „Durchhalten“, „Asiaten“, „Olympische Spiele“, und sogar deusche „Migranten“, da fällt mir doch gleich ein Video ein, das ich heute nacht zufällig gefunden habe.
    Es zeigt den, wie ich finde, einducksvollsten Olympiasieg aller Zeiten, von Pasquale Passarelli, einem italienstämmigen Deutschen, der beim Ringen im Bantamgewicht die Goldmedaille gewann, 1984 in Los Angeles, gegen den damals amtierenden Weltmeister Masaki Eto (Japan).
    Wer´s damals am Fernseher miterlebt hat, der erinnert sich gewiss noch an die legendäre „Brücke“, die Passarelli 90 Sekunden lang durchgehalten hat – unglaublich!

    Als WMV:
    http://www.ksv-berghausen.de/2003/aktuell_archiv/pasque_1984_web.wmv

    Oder auf youtube:
    http://www.youtube.com/watch?v=3Ax3ofm7JTM

  2.   iceman

    Für den Kommentar von Cafferty verlangte das chinesische Aussenministerium eine Entschuldigung von CNN.

    Die Reaktion von CNN mit Datum vom 16. April:

    „We are aware of concerns about Jack Cafferty’s comments related to China in the context of the upcoming Olympics, which were broadcast on The Situation Room on April 9, 2008.

    CNN would like to clarify that it was not Mr. Cafferty’s, nor CNN’s, intent to cause offense to the Chinese people, and [CNN] would apologize to anyone who has interpreted the comments in this way.

    CNN is a network that reports the news in an objective and balanced fashion. However, as part of our coverage we also employ commentators who provide robust opinions that generate
    On this occasion Jack was offering his strongly held opinion of the Chinese government, not the Chinese people — a point he subsequently clarified on The Situation Room on April 14.

    It should be noted that over many years, Jack Cafferty has expressed critical comments on many governments, including the U.S. government and its leaders.“

    Wenn ich das richtig deute, dann bedeutet das soviel wie: FUCK YOU!

  3.   Luna

    >Das chinesische Volk ist einfach noch nicht erwachsen geworden, es fehlt ein erweiterter Horizont, wie man ihn in einem Land der informellen Gleichschaltung auch nicht erwarten sollte.Tibet ist ein Symbol.<

    Für all jene, die sich sonst nicht besonders für Politik interessieren, kaum etwas von China, weder die Sprache, Geschichte noch Kultur dieses Landes verstehen, aber völlig unkritisch die Einheitmeinung der „freien“ Medien mit Begisterung übernehmen. Tut mir Leid, aber dieses Verhalten erinnert mich sehr an die Menschen in Deutschland vorm Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, die sich eben einem vorgepriesenen Ideal so begeistert hingegeben haben.

  4.   Luna

    >Das chinesische Volk ist einfach noch nicht erwachsen geworden, es fehlt ein erweiterter Horizont, wie man ihn in einem Land der informellen Gleichschaltung auch nicht erwarten sollte.<

    Von der eigentlichen Tibetthematik abgesehen erinnert mich dieses Kommentar leider nur an das Zeitalter des westlichen Kolonialismus, dessen Erbe, eben diese moralische Überlegenheit Westens anderen Völkern gegenüber. Ein anderes Volk als „noch nicht erwachsen geworden“ zu bewerten erscheint mir schon als Prinzip ziemlich lächerlich und undifferenziert.

    Ist Deutschland (Österreich, oder Schweiz) ein Volk, das sich als erwachsen betrachten kann?

  5.   iceman

    http://www.goldfuermenschenrechte.de/

    zur Petition geht´s rechts oben

  6.   Luna

    Nein, danke
    Aber Sie sollten es vielleicht tun,für die unter der Armutsgrenze lebenden deutschen Rentner und Kinder.

 

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