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McCain: Obama ist ein anständiger Mann

 

Nach tagelangen Attacken vor allem von seiten Sarah Palins auf Barack Obama zieht John McCain die Notbremse: Am Freitag sagte er bei einem Townhall-Meeting mit Anhängern: „Obama ist ein anständiger Mann, vor dem Sie als Präsident keine Angst haben müssen.“

Damit hat John McCain seine eigene Anständigkeit unter Beweis gestellt. Nach den Angriffen der letzten Tage, bei denen Obama in die Nähe von Terroristen gerückt wurde, hatte man daran langsam zweifeln können.

Dass dieser fiese Wahlkampfstil, geprägt von McCains neuem Wahlkampfmanager Steve Schmidt, hatte John McCain eigentlich nicht gelegen. Seine Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin hatte von Anfang an keine Hemmungen, einen dreckigen Wahlkampf zu führen. Von ihr waren die Terrorismus-Angriffe ausgegangen.

Jetzt hat John McCain wieder die Kontrolle über seine Kampagne übernommen. Er will mit Konzepten und mit seinem Charakter gewinnen (oder lieber verlieren), und das ehrt ihn.

Bei den republikanischen Versammlungen der letzten Tage waren immer mehr verhetzte Anhänger laut geworden: Manche hatten bei der Erwähnung von Obamas Namen „Terrorist“ gerufen und „kill him“.  

Bei der Versammlung, die McCain zur Wende veranlaßte, hatte eine Frau gesagt: „Ich habe über ihn gelesen. Er ist ein Araber.“ Wieder stellte sich McCain gegen die Menge: 

„I don’t trust Obama,“ a woman said. „I have read about him. He’s an Arab.“

„No, ma’am,“ McCain said several times, shaking his head in disagreement. „He’s a decent, family man, [a] citizen that I just happen to have disagreements with on fundamental issues and that’s what this campaign is all about.“ (Mehr hier.)

John McCain hat das unselige Spiel lange mitgespielt. Jetzt stellt er sich gegen seine eigene Kampagne. Das ist ehrenhaft und geziemt einem „Maverick“.

Es zeigt allerdings: Die Republikaner sind am Ende.

28 Kommentare

  1.   dippegucker

    „Dass dieser fiese Wahlkampfstil, geprägt von McCains neuem Wahlkampfmanager Steve Schmidt, hatte John McCain eigentlich nicht gelegen.“

    So, so…

  2.   mathilde

    ja, wirklich ehrenhaft! vielleicht gar ein guter mann ?!

    bin gerade auf grenada und die leute erzaehlen mir ihre persoenliche version der US invasion 1983. sehr interessant!
    die (fleisch)wunden sind verheilt aber gut sichtbar …

    herzliche gruesse aus einem teil des „anderen“ amerika,
    mathilde

  3.   PBUH

    Wird langsam Zeit das „Whitey“ Video zu releasen.

  4.   Serdar

    McCain musste die Notbremse ziehen, das heißt nichts gutes für ihn.

  5.   dk

    @4. Ganz genau!

    Wie ich an anderer Stelle bereits einmal erwähnte, ist es vielen Reps zu viel des Guten mit dieser unsäglichen Tatsache, dass Teile der Anhängerschaft McCains Obama frei und ohne juristische Konsequenzen den Tod wünschen.
    Und nun, viel zu spät, kommt McCain und fragt nach einem Stopp des rassitischen Mobs – ha!

    Dass er seine Anständigkeit beweisst Herr Lau, das kann ich nicht erkennen. Der Lynchmob droht unkontrolliert sein Unwesen zu treiben, es war ein Gebot, wenn nicht Zwang, dass McCain zu diesem Schritt führte. Denn er weiß und kann es sich nicht erlauben sein Helden – Image zu verlieren.
    Wie David Letterman treffend festgestellt hat, hätte er gar nicht zur Wahl antreten dürfen. Er ist ein ‚echter‘ amerikanischer Held, was der Wahlkampf mit ihm macht und was McCain wissentlich sagt und tut, zerstört dieses Image. Denn alles was nun passiert und Gott hilf, dass nichts passiert, wird dem Helden angehäftet. (…John McCain..history will hold you responsible for all that follows…). Es war eine taktische Entscheidung – Selbstschutz, nicht der Schutz eines ‚that one‘.

    Des weiteren hätten McCain und Palin die Zwischenrufe sofort unterbinden müssen! Die Rolle von Palin wird zunehmend interessanter. Ist sie die willentliche Scharfmacherin oder einfach nur ein ‚tool‘, welches McCain für seine Zwecke nutzt. Palin ist die tragische Figur in diesem Wahlkampf.

    Larry King, ein kleiner Ausschnitt.

    Herr Lau, bekommen Sie etwas von diesem öffentlichen und tolerierten Rassismus mit?


  6. Das dürfte schaden:

    Sarah Palin soll ihr Amt missbraucht haben
    Untersuchungsausschuss stellt persönliche Rachsucht fest

    http://www.nzz.ch/nachrichten/international/die_us-vizepraesidentschaftskandidatin_soll_ihr_amt_missbraucht_haben_1.1087344.html


  7. McCain könnte es ja mal mit Ehrlichkeit versuchen, statt mit miesen Tricks.
    Ich bin überzeugt davon, sehr viele Wähler würden das honorieren, auch in der Endphase des Wahlkampfs. Einfach mal keinen Sch..ß erzählen oder Versprechungen machen, die man ohnehin nicht halten kann, sondern sagen, was Sache ist und wie man gedenkt, die Dinge zukünftig zu regeln.

    Ich wäre bspw. sehr froh darüber gewesen, wenn es 1990 einen Politiker gegeben hätte, der gesagt hätte: Leute, dass mit der deutschen Einheit wird teuer. Wir werden Einschränkungen bei unserem Sozialsystemen machen müssen usw.., aber wir kriegen das hin!
    Statt dessen hatte man die Wahl zwischen Lafontaine, der die Einheit erst gar nicht wollte, und dem Gesundbeter Kohl, der glaubte, das regelt sich alles von selbst.

    Wenn McCain die Leute auf wirtschaftlich harte Jahre einschwören und auch sagen würde, dass die Zeiten, wo die USA unbestrittene Weltmacht Nr.1 waren, vorbei sind und man insgesamt ein bisschen bescheidener werden muss, das käme bei den Leuten gut an.
    Realismus gepaart mit Grundoptimismus. Den Wähler als halbwegs intelligenten Menschen behandeln, das wäre es.

    Er hätte damit selbst im Endkampf noch gute Karten, denn Obama strahlt für mich einen Optimismus ohne realistische Grundlage aus.

  8.   PBUH

    Qualitätsmedien mal wieder:

    Sarah Palin missbrauchte ihr Amt

    http://www.zeit.de/news/artikel/2008/10/11/2633754.xml

    ————————————–

    Schon krank, was deutsche Zeitungsleser mitlerweile alles vorgesetzt bekommen.

  9.   N. Neumann

    Echt ey, da referiert der kommunistische Tagesspiegel mit Agenturmaterial das Ergebnis der Untersuchung gegen Palin und einen Beschluss des obersten Gerichts von Alsaka, und die Zeit druckt sowas ab!

  10.   Driss

    Schlimm, schlimm! Und die böse NY Times schlägt auch noch in die gleiche Kerbe.

    http://www.nytimes.com/2008/10/11/us/politics/11trooper.html?th&emc=th

 

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