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Amis raus?

 

Und noch eine interessante Umfrage. Sind US-Militärbasen in der Golfregion eine gute Idee? In den USA denken 70 Prozent so. Und dann wirds dünn. In keinem anderen Land wird eine Mehrheit der Befürworter erreicht bei dieser Frage. In Deutschland ist nur jeder Dritte der Meinung, es sei eine gute Idee. In Frankreich etwas mehr, da scheint die Kolonialvergangenheit durch (i.e. man weiß noch, was eine mission civilatrice ist).

Und unser künftiger NATO-Partner (Gott bewahre!) Ukraine denkt darüber ganz ähnlich wie das russische Brudervolk. (Oder wie die Palästinenser.) Was für eine Schnapsidee, die Ukraine in die NATO aufzunehmen! (Nicht nur aus diesem Grund.)

Auch interessant: In der Türkei finden ganze 6 Prozent, die USA gehören an den Golf – auch dies ein NATO-Land. In Pakistan und Ägypten bewegte sich die Zustimmung erwartungsgemäß im nicht meßbaren Bereich.

Hat jemand eine gute Erklärung für die Zahlen aus Nigeria und Kenia?

Quelle.

16 Kommentare

  1.   xNWO

    Für ’ne good idea würde ich es auch nicht halten, aber für wichtig. – Aus der verbreiteten gegenteiligen Meinung ergibt sich auch nicht gleich die Forderung „Amis raus!“, sondern zunächst mal nur die nach besserer politischer Argumentation bzw. Aufklärung.

  2.   N. Neumann

    Hat jemand eine gute Erklärung für die Zahlen aus Nigeria und Kenia?

    @ Jörg Lau

    Ja, ich:

    – Die USA haben in schwarzafrikanischen Ländern keinen schlechten Ruf als Entwicklungshelfer. Und selbst George Bush bekommt teilweise von politischen Gegnern bescheinigt, dass er sich für Schwarzafrika engagiert hat.

    – Schwarzafrikaner sind keine Araber. Auch dann nicht, wenn sie Muslime sind. Und wahrscheinlich werden auch nicht alle nigerianischen Muslime glücklich über die Einführung der Scharia in mehrheitlich muslimischen Landesteilen sein.

    – Zudem kann es auf dem Hintergrund der innenpolitischen Konflikte zwischen Muslimen und Christen in Nigeria als äußerst plausibel gelten, dass der christliche Bevölkerungsteil eine militärische Präsenz begrüßt, die dazu geeignet ist, aggressive Varianten des Islam einzudämmen.

  3.   Andreas

    Wenn man sich daran erinnert, dass die Anwesenheit amerikanischer Truppen in der Region eine primäre Motivation der Agression Al-Qaida’s gegen die USA darstelle, wird die Frage, ob US-Militärbasen in der Golfregion eine gute Idee sind etwas spät gestellt.

  4.   J.S.

    @Andreas
    Primäre Motivation der Agression Al-Qaida’s ist Machtübernahme im heiligen Land des Islam (Saudi Arabien) und anderen islamischen Staaten. Der Öl-Reichtum spielt für Al-Qadia sicher auch eine Rolle.
    Dabei sind die US-Militärbasen dort natürlich ein Haupthindernis und deswegen ist es gut das es sie gibt.

  5.   tati

    @JL

    Ich habe mir die Quelle nochmal intensiv durchgelesen.
    Bei der Umfrage fehlt das in diesem Zusammenhang wohl wichtigste Land: ISRAEL
    Was denken die Israelis über die US Militärbasen im Nahen Osten?

  6.   tati

    Weiter unten in der gleichen Quelle ebenfalls ein interessanter Aspekt.
    59% der Palästinenser selbst glauben, das ein souveräner Palästinenserstaat zu den Zielen der US Regierung gehört.
    Von den Deutschen glauben das nur 41%.

  7.   AM

    @ tati
    „59% der Palästinenser selbst glauben, das ein souveräner Palästinenserstaat zu den Zielen der US Regierung gehört.
    Von den Deutschen glauben das nur 41%.“
    Und weiter? Wo ist der Realismus größer?

  8.   AM

    Ich finde die hohe Zahl an Unentschiedenen/Desinteressierten/Verschwiegenen in Pakistan, Indien, China, Thailand und Indonesien interessant. Die dachten wahrscheinlich: „Was fragt der mich für einen Bullshit“.

  9.   docaffi

    Auch sehr interessant:

    Iranians are not ideologically opposed to closer ties with the West, including the U.S. Most Iranians (64%) believe „common ground“ can be found between Muslim and Western cultures; only a small minority believes „violent conflict“ between these two cultures is „inevitable“ (12%-down from 25% in December, 2006). [WPO, Q 42].

    Aus:

    http://www.worldpublicopinion.org/pipa/articles/brmiddleeastnafricara/527.php?lb=brme&pnt=527&nid=&id=

  10.   Wachtmeister

    Die amerikanische Präsenz im Persischen Golf ist eine Dienstleistung, von der praktisch die ganze Welt profitiert. Nigerianern und Kenianern scheint als einzigen (neben den Amerikanern) klar zu sein, was es für den Ölpreis bedeuten würde, wenn die USA dort nicht präsent wären. Der Iran würde die Golfstaaten in ein Ölkartell zwingen und den Preis diktieren.

 

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