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Deutschland, deine Muslime

 

Hinweis in eigener Sache (ich hoffe, ich habe nicht nur Quatsch geredet):

Deutschlandfunk

19:15 Uhr

Zur Diskussion

Deutschland, deine Muslime

Zweibahnstraße Integration

Diskussionsleitung:
Annette Riedel
Diskussionsteilnehmer:
– Konrad Adam, Autor und freier Journalist
– Jörg Lau, Die Zeit
– Günter Piening, Beauftragter des Berliner Senats für Integration und Migration
– Naika Foroutan, Humboldt-Universität zu Berlin

aktualisiert: Hier der Link zum Stream.

350 Kommentare

  1.   Bounce

    Deutschland, deine Muslime
    Zweibahnstraße Integration

    Ich nehme mal an das gibt es später auch als Podcast?

    Ansonsten hoffe ich diese Diskussion blieb nicht beim Austausch von altbekannten Argumenten zwischen Hol/Bringschuld hängen.

    Vielleicht gibt uns auch der Autor etwas Zucker, um uns die Sendung näher zu bringen?

  2.   Faber

    Wieso kann Foroutan schon wieder mit den falschen Abiturzahlen für Türken jonglieren, ohne daß jemand widerspricht?


  3. Wieso kann Foroutan schon wieder mit den falschen Abiturzahlen für Türken jonglieren, ohne daß jemand widerspricht?

    Im Juli berichtetete Hürriyet (English):
    While the unemployment among Germans in Germany is 22 percent, this figure is only 11 percent for Turks in the country, according to the chairman of Berlin’s Turkish-German Businessmen’s Union.
    (…)
    The German population is growing older while fourth-generation Turks in Germany are young, dynamic, well-educated and entrepreneurial, according to Özkanli.

    http://www.hurriyetdailynews.com/n.php?n=young-turks-employed-higher-than-locals-in-germany-2010-07-21

  4.   marriex

    @ MG

    Die Türkei hat Aserbaidschan gestern aber abgefertigt.

  5.   ...-...

    @ Lau

    Mir hat ihre vermittelnde Position gefallen, auch wenn sie neben Adam, Piening und Foroutan etwas farblos blieb. Als interessante Beobachtung nehme ich mit, dass Frau Foroutan angemerkt hat, dass der Einwanderungs- und Integrationsdebatte eigentlich eine Identitätsdebatte zugrunde liegt.

    Ob das tatsächlich so ist, weiss ich nicht. Die deutsche Minderheit in Ausländervierteln dürfte sich kaum derartige Feuilleton-Gedanken machen, sondern tatsächlich weniger Einwanderungsdruck auf ihre angestammte Lebenswelt fordern, also eine konkrete Einwanderungsdebatte einer abstrakten Identitätsdebatte vorziehen.

    Aber natürlich ist die Frage gleichwohl eine interessante. Wie muss das deutsche „wir“ in Zukunft definiert werden?
    Ich glaube, dass ein nüchterner Blick auf andere Einwanderernationen und unsere eigene Geschichte lehrt, dass ein „wir“ im alten bundesrepublikanischen Sinne unabwendbar Vergangenheit ist. Es ist genauso passé wie das „wir“ der deutschen Kleinstaaten vor 1870 (das heute in den Bundesländern als Rest fortwirkt), genauso passé wie das „wir“ der angelsächsischen Bevölkerung Nordamerikas nach der deutschen, irischen und italienischen Einwanderung, genauso passé wie das nordamerikanische weisse „wir“ nach der Desegregation.

    Ganz klar: Je verschiedenartiger die Zusammensetzung eines Volkes (oder vielleicht besser: einer Bevölkerung) hinsichtlich Ethnie, Religion, Kultur oder Geschichte, auf desto weniger Verbindendes kann zurückgegriffen werden, um Gemeinsamkeit zu affirmieren.

    Die U.S.A. sind m.E. allenfalls die Ausnahme zu der Regel. Denn auch ihre Integrationskraft wird von der hispanischen Einwanderungswelle und modernen Kommunikations- und Transportmöglichkeiten herausgefordert. Hinzu kommt, dass sie sich schon als Einwanderergesellschaft gegründet haben und insofern eine Tradition anbieten, in die hinein Einwanderer jeglicher Herkunft sich stellen können. Letztlich ist aber auch dort ein „wir“ zwischen Deutschen, Iren, Italienern und Angelsachsen erst durch den 1. und 2. Weltkrieg, ein fragiles „wir“ zwischen Afroamerikanern, Weissen und Hispanics erst in den letzten 40 Jahren entstanden.

    M.E. muss man sich damit abfinden, dass das deutsche „wir“ der Zukunft eine immer hybridere Form annehmen wird. Vielleicht wird man sich auf bestimmte Sekundärtugenden als „deutsch“ einigen können, die etwa auch Türken nicht fremd sind, sei es nun „Fleiss“, „Disziplin“ oder eine besondere Zuneigung zum Ingenierwesen und Maschinenbau. Die Begeisterung für Fussball wird sicherlich auch ein zukünftiges deutsches „wir“ ausmachen.

    Aber letzten Endes wird es wahrscheinlich in Zukunft noch mehr als heute so sein, dass sich etwa die gläubigen Katholiken, oder die autochthonen Weissen verschiedener europäischer Länder einander enger verbunden fühlen, als ihren jeweiligen muslimischen oder andersfarbigen Landsleuten.

    Anders gesagt: Das nationale „Wir“ ist eine Schwundform. Das wird sicherlich eine Enttäuschung sein, für sowohl die politisch Rechte (weil es nie mehr so sein wird früher), als auch die politisch Linke (weil es nie so harmonisch werden wird, wie man es sich erhofft hatte).

    Natürlich folgt daraus dann auch, dass die Solidarität als Grundlage des Sozialstaats abnehmen wird. Auch das wird weder Rechte, noch Linke, allenfalls Liberale erfreuen.

    Am Ende winkt eine liberales Rechts- und Wirtschaftssystem nach amerikanischem Muster als „consolation prize“ (Caldwell).

    Das wäre m.E. nicht die von Rechten und Linken ausgemalte Katastrophe. Aber ein nostalgischer Blick auf das „wir“ von gestern wird wahrscheinlich noch für einige Zeit durch die deutsche Innenpolitik geistern.

  6.   riccardo

    @#5: Das ist mal ein wirklich ordentlicher Kommentar , der allerdings unvollendet etwas für die Gesellschaften bedeutendes nicht erwähnt: Die anstehenden Konflikte wegen der kompletten Deindustrialisierung Nordamerikas und Europas.

  7.   Marin

    Ich muss ihnen JL in einer Ansicht widersprechen. Die deutsche Mehrheitsgesellschaft hat in der Vergangenheit tatsächlich die Einwanderung, auch Kulturfremder Menschen erstaunlich gut wegstecken können, was aber nicht die Tatsache übertünchen kann, dass sich das Klima tatsächlich immens verschlechtert hat und zwar nicht erst seit Sarrazin, etc. Der unumstößliche Wendepunkt war 9/11. Ich hab die damaligen Aufrufe „Nichts wird mehr so sein wie es war“ noch im Ohr und genauso ist es schrittweise eingetreten. Diese Veränderungen und Verschiebungen konnte man in diversen Kommentarbereichen, Medienseiten und Internetblogs mit verfolgen. Eine Sichtweise samt komplettem Vokabular (Gutmenschen, Dhimmi, Taqiyya, etc) hat sich schrittweise hinaufgearbeitet und ausgebreitet, unterstützt durch Vorlesungen, Projekten, Schriften und Artikel von solchen Autoren wie Robert Spencer, Daniel Pipes, Hirsi Ali, Ulfkotte, Kelec, Raddatz, usw. Wo früher in diversen Kommentarbereichen ein vereinzelter mit seinem neu gewonnenen Vokabular auftauchte, überschwemmen diese Leute heute die Kommentarbereiche auf jeder Medienseite und sei es das letzte Regional Provinzblatt. Andere hingegen umschiffen diese Rhetorik, um nicht gleich aufzufallen aus welcher Ecke sie ihre neu erworbenen Einsichten bekommen haben, sagen aber sinngemäß das gleiche. Die vereinzelte Meinung ist zur Mehrheit auf allen Kommentarbereichen der Medien geworden. Das ist unbestreitbar. Sie haben völlig recht, dass dies alle keine Nazis sind und ich sehe auch noch kein 4. reich bevorstehen, aber die Friedrich-Ebert-Stiftung hat auch damit recht, dass rechtes Gedankengut sowie Muslim, Türken, Araber feindliches in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, einem leichter von der Zunge gleitet als all die Jahrzehnte davor.

    PS:
    Um überhaupt auf die Idee zu kommen ein 3. Reich zu schaffen brauchte es 1931 ca. die 6 Millionen Arbeitslose denen nur 12 Millionen Erwerbstätige gegenüberstanden. Das heißt erst wenn zu den derzeit 7 Millionen Arbeitslosen die etwa 9 Millionen von den derzeit 40 Millionen Erwerbstätigen hinzukommen, und es zu dem Verhältnis 16 Millionen Arbeitslose zu 31 Millionen Erwerbstätigen kommt, und es dann keine Ambitionen in der Mitte gibt die Gesellschaft und den Staat von Grund auf umzukrempeln, ja erst dann kann man sich überhaupt in die Aussage hinein versteigern, dass die Deutschen aus ihrer Geschichte gelernt haben und loyal zur Nachkriegs BRD stehen. Erst wenn Deutschland durch eine ähnliche Krise gelassener als ano damals geht könnte man solche Aussagen wirklich treffen, vorher sind solche Aussagen nur von der reinen Hoffnung getragen. Das es zu solch Systemrelevanten Krisen kommen könnte ist Angesichts der letzten Finanzkrise, dem Fachkräfte Mangel, der kommenden Demographischen Krise und der neuen weltweiten wirtschaftlichen Konkurrenz, mit Sicherheit nicht auszuschließen.

  8.   marriex

    Oh je, da kann jemand Un- und Inzucht nicht unterscheiden….

  9.   FreeSpeech

    „Die deutsche Mehrheitsgesellschaft“ gibt es nur im Denken von Leuten, die gerne in Parallelgesellschaften denken. Das Wort Mehrheitsgesellschaft stammt aus der islamischen Rhetorik.

    Für den normal Denkenden gibt es die Gesellschaft, und darin Minderheiten, die LInkshänder, die Porschefahrer usw.

  10.   marriex

    Pienening: „Wir haben tolle Schulen in Berlin….“

 

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