‹ Alle Einträge

Sollen Muslime „Spitzel“ werden?

 

Ich bin bekanntermaßen sehr kritisch, was die Islam-Äußerungen von Hans-Peter Friedrich, dem neuen Innenminister angeht.

Aber einen Aspekt der öffentlichen Kritik von muslimischen Vertretern halte ich für fahrlässig bis gefährlich – die Rede davon, man solle durch die „Sicherheitspartnerschaft“ zum „Spitzel“ gemacht  und zum Denunziantentum aufgerufen werden.

Entschuldigung: Was soll das denn heißen?

Wäre ein Muslim, der einen sich gefährlich radikalisierenden Glaubensbruder bei den Behörden meldet, ein „Spitzel“, ein „Denunziant“? Das ist die Logik der Extremisten. Es kann nicht der Ernst der Kritiker sein, dies zu unterstellen.

Wer sich so verhielte, wäre aber nichts anderes als ein korrekt handelnder Bürger. Ich bin überzeugt, dass sich die erdrückende Mehrzahl der Muslime eben so verhalten würde. Die Polizei hat einen guten Ruf unter dem muslimisch geprägten Deutschen. Sie genießt mehr Vertrauen als die meisten anderen Institutionen.

Wer jetzt tönt, die Einladung zur Partnerschaft mit den Sicherheitsbehörden komme einer Aufforderung zum Denunziantentum gleich, zerstört mutwillig dieses erstaunlich gute Verhältnis. Und er gibt implizit denjenigen Recht, die ohnehin schon zu wissen glauben, dass Muslime keine loyalen Bürger sein können.

Ich verstehe, wie ich bereits erklärt habe, die Vorbehalte gegen die Umwidmung der Islamkonferenz in eine Sicherheitsveranstaltung.

Dem kann man aber durch ruhige und maßvolle Kritik entgegensteuern. Es ist Blödsinn, sich jetzt in Boykottaufrufen zu ergehen, wie manche SPD-Politiker. Vor Jahren noch waren sie neidisch, nicht selber ein Instrument wie die DIK ersonnen zu haben. Zu Recht.Sie sollten sich lieber auf die Formulierung einer eigenen Integrationspolitik konzentrieren.

Es ist kurzsichtige Parteipolitik, die Muslimverbände gegen einen Minister noch weiter aufzuputschen, der dieses Instrument fast schon ruiniert hat. Wir brauchen es alle noch weiterhin.

64 Kommentare

  1.   Dybth

    Diese sog. Sicherheitspartnerschafts gibt es quasi seit mindestens Ende 2008.

    http://dontyoubelievethehype.com/2011/03/friedrichs-forderung-der-sicherheitspartnerschaft-ist-kalter-kaffee/

  2.   Trepir

    Dann ist er ja erst recht nur noch irre, dass die sich so lächerlich irrational über die Sicherheitspartnerschaft echauffieren.

  3.   Trepir

    Das heißt auch: alle Beteiligten wissen nicht mehr, was sie noch vor 2 oder 3 Jahren beschlossen haben.
    Diese Veranstaltung ist offensichtlich der totale Witz.

  4.   Trepir

    Korrektur: Dann ist es ja erst recht nur noch irre, dass die sich so lächerlich irrational über die Sicherheitspartnerschaft echauffieren.


  5. … Aspekt der öffentlichen Kritik von muslimischen Vertretern halte ich für fahrlässig bis gefährlich – die Rede davon, man solle durch die “Sicherheitspartnerschaft” zum “Spitzel” gemacht und zum Denunziantentum aufgerufen werden.

    Wäre ein Muslim, der einen sich gefährlich radikalisierenden Glaubensbruder bei den Behörden meldet, ein “Spitzel”, ein “Denunziant”?

    Das ist die Logik der Extremisten.

    Es kann nicht der Ernst der Kritiker sein, dies zu unterstellen.

    Wer sich so verhielte, wäre aber nichts anderes als ein korrekt handelnder Bürger.

    Wer jetzt tönt, die Einladung zur Partnerschaft mit den Sicherheitsbehörden komme einer Aufforderung zum Denunziantentum gleich, zerstört mutwillig dieses erstaunlich gute Verhältnis.
    Und er gibt implizit denjenigen Recht, die ohnehin schon zu wissen glauben, dass Muslime keine loyalen Bürger sein können.

    Absolut !

  6.   Samuel

    „Die Polizei hat einen guten Ruf unter dem muslimisch geprägten Deutschen.“

    Eigentlich noch ein Grund mehr für die Linken, Moslems nicht zu mögen, oder?

  7.   MRX

    @ Miriam

    Dein Kommentar hat gesessen.

  8.   Dybth

    „Korrektur: Dann ist es ja erst recht nur noch irre, dass die sich so lächerlich irrational über die Sicherheitspartnerschaft echauffieren.“

    @Trepir,

    Daran ist nichts irre. Es ist angemessen, da es irre ist seitens des Innenministers
    a) die Muslime indirekt als Sicherheitsrisiko darzustellen
    b) etwas medienwirksam zu sagen, was es schon gibt, was aber der otto-normal-buerger sicher nicht weiss.
    c) so tun, als ob diese sicherheitspartnerschaft nicht gaebe.

    dazu auch:

    „In einem Dialog, der sich zum Schwerpunkt gesetzt hat, die innere Sicherheit zu wahren, dürfte sich jedenfalls kaum ein Muslim wiederfinden. Nicht, weil sie dagegen sind, sondern weil sie mit der Thematik genau so wenig zu tun haben wie ihr deutscher Nachbar mit den jüngsten Brandanschlägen auf Berliner Moscheen.“

    http://www.theeuropean.de/ekrem-senol/6227-ausgang-der-islamkonferenz

  9.   ThorHa

    Ob eine Mehrheit der Deutschen den korrekt handelnden Bürger auch sehen würde? Nach meinem Eindruck hat die Anzeige von Gesetzesverstössen auch bei vielen in der x-ten Generation eingeborenen Deutschen noch den Ruf des Denunziantentums.


  10. … die Anzeige von Gesetzesverstössen … hat … den Ruf des Denunziantentums …

    Hier geht es nicht um die Anzeige wegen Überschreitens der Parkzeit oder wegen Ruhestörung durch eine zu laut abgespielte Mozart-CD,

    sondern um die Anzeige der terroristischen Planung von Massentötungen, genannt ‚Massaker‘.

    Also bitte!

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren