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Cittaslow Festival – Glückwunsch Nördlingen – Bravo Joachim Kaiser

 

Nördlingen im Donaurieß ist eine „Cittaslow“ geworden. Dieses seltene Prädikat von Slowfood bekommen nur wenige Städte, bei denen Umfeld, Lebensqualität, Authenzität und Ursprünglichkeit gemäß Slowfood-Kriterien übereinstimmen. Weitere Cittaslow- Städte in Deutschland sind lediglich 

  • Deidesheim
  • Hersbruck
  • Lüdinghausen
  • Marihn
  • Schwarzenbruck
  • Überlingen
  • Waldkirch
  • Wirsberg
  • Es war ein langer Weg von der Bewerbung bis zu dieser Auszeichnung. Der verdiente Höhepunkt war das Cittaslow-Festival am letzten Wochenende. Maßgeblich beteiligt an allem war mein Freund Joachim Kaiser, der die letzten Monate mächtig was auf die Beine gestellt hat.

    Michael Phillip, Joachim Kaiser und Herbert Kuffer beim Fachsimpeln

    Zum Festival kamen ca. 15.000 Besucher in die Nördlinger Innenstadt, an Programmpunkten war einiges geboten, beispielsweise:

    „Die Kulturgeschichte der deutschen Küche“
    Vortrag Dr. Peter Peter

    „Was hat Molekularküche mit Slowfood und der Region zu tun?“
    Vortrag Prof. Thomas Vilgis

    „Wo die glücklichen Hühner wohnen“
    Vortrag Martina Meuth u. Bernd Neuner-Duttenhofer

    Vincent Klink und Patrik Bebelaar
    Sitting Küchenbull – Musikalische Lesung

    Als Abschlussveranstaltung bat Joachim Kaiser die befreundeten Köche der Jeunes Restaurateures Süd zum Küchenfestival. Jeder kocht einen Gang, jeder hilft jedem, und ein jeder hat seinen Spaß.

    Stefan Rottner (Gasthaus Rottner, Nürnberg), Peter Strauß (Königliches Jagdhaus, Oberstdorf), Anna-Sophie Müller (Sportheim Böck - Allgäu Hideaway, Nesselwang), Evelin und Joachim Kaiser (Wirtshaus Meyers Keller, Nördlingen), Jakob Stüttgen (Terrine, München), Thomas Andorfer (Kagerer, München), Matthias Beck, Küchenchef (Wirtshaus Meyers Keller, Nördlingen), Mario Pattis (Dresden), Felix Tille (Meyers Keller), Jürgen Koch (Lauretius in Weikersheim), Michael Philipp(Restaurant Philipp, Sommerhausen, Regionalvorsitzender JRE Süd, Robert Manz, Nicklas Maletzke)

    Christian war noch im Urlaub auf Amrum, Lammwurst machen und Fischhändler anmosern, ich habe dies für ihn fertig gekocht, offenbar hat er es mir ja auch zugetraut:

    Rehsosatie mit Steinpilz-Graupensalat und Gewürzknusper, (Christian Mittermeier, Rothenburg o.T.)

    Tartar Böff de Hohenloh mit Tauberhasenmostrich und Via Aurelia (meine Handhappen)

    Lardocreme, Cassisfeigen, Büffelmozarella, Petersilienluft (Jakob Stüttgen, München)
    Hausgemachte Nudeln gefüllt mit Kaninchen und Sommergemüse, Estragonschaum (Michael Philipp, Sommerhausen)
    In Nussbutter confierte Lachsforelle in aufgeschäumtem Bergkräuterfond, Fleckerl von der Weinberg-Schnecke und halbflüssig gebackenem Landeidotter in der Gewürz-Brotkrume ( Peter A. Strauss, Obersdorf)

    Irgendwie ist ein Trend zum Grün unverkennbar…

    Gesottene Kalbsbacke und gebratenes Kalbsherz, Tomatenbutter "coeur de beuf", Salbeikartoffeln (Stefan Rottner, Nürnberg)
    Dessert-Inspiration "Mario Pattis" (Mario Pattis, Dresden)

    Danach gab es noch einen kurzen und lustigen Kollegenplausch und wir durften zur Feier des Tages Joachim Kaisers hausgemachten Culatelloschinken nicht nur anschauen und beschnuppern, sondern auch tatsächlich probieren. 

    Der Stoff aus dem die Träume sind (Culatello Schinken, Meyers Keller)

    18 Kommentare


    1. Zufällig an diesem Wochenende in Nördlingen unterweg, war ich sehr erfreut, die Veranstaltung besuchen zu können. Die Vorträge und Darbietungen waren schon klasse! Aber der Rest, das Drumherum, einfach schrecklich. Zu gedrängt die Zelte um den kleinen Platz. Viel schöner wäre es gewesen, das Geschehen auf die umliegenden Plätze zu verteilen. Nördlingen lädt ja gerade dazu ein. So drängten sich viel zu viel Menschen auf wenig Platz (vorallem abends). Das Angebot der Zelte war, abgesehen von viel Werbung für örtliche Unternehmen, wenig von regionalen Spezereien geprägt. An vielen Ständen gab es z.B. Suppe mit „Wienerle“. Im Rieß sagt man dazu eigentlich Saitewürschtle. Aber es war ein Anfang. Besser werden kann es immer.

    2.   6bb6

      Was bitte ist «Böff»?

    3.   Stefan

      6bb6 sie haben einen Tippfehler gefunden und dürfen ihn behalten. Besseres Rinderhack auf Französisch aber phonetisch geschrieben 😉 Sagt zumindest meine interne Autokorrektur…

      S

    4.   6bb6

      Werter Stefan, danke für die dumme Antwort auf eine sinnvolle Frage.

      «Böff de Hohenlohe» ist wohl eine eingetragene Marke, siehe:

      http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2005/02/02/a0146

      Ob man das wissen muss weiß ich nicht, aber ohne weitere Erklärung oder Anführungszeichen sieht es einfach wie mieses Französisch aus.


    5. Bestimmt soll die Schreibweise anregen, darüber nachzudenken.
      Ziel erreicht, oder?
      Viele Grüsse, Christian Mittermeier

      @ Jürgen: DANKE!

    6.   Peter

      Wenn ich Nördlingen lese und Authenzität und Ursprünglichkeit gemäß Slowfood-Kriterien … und dann die Gerichte so sehe …
      dann weiß ich nicht, ob das nun so authentisch und ursprünglich zur Regionalität der Cittaslow Nördlingen passt.
      Ich frage mich, warum man es selbst unter Titeln wie cittaslow, slowfood & Co. nicht schafft „zu Hause / in der Region zu bleiben“, sich der gastgebenden Stadt/Region zu widmen und statt dessen Sachen anbietet, die man auch hätte reichen können, wenn die bekochte cittaslow ganz woanders läge und wenn der Anlaß anders hieße.
      Oder anders gefragt „Was hat Lardocreme, Cassisfeigen, Büffelmozarella, Petersilienluft mit Nördlingen zu tun?“
      Wie hanswurst in Nr. 1 schon sagt „wenig von regionalen Spezereien geprägt“.


    7. Slowfood ist nach wie vor eine gute Idee, die jedoch durch die ständig zunehmende Kommerzialisierung immer mehr leidet. So konnte ich z.B von der letzten Slowfood – Messe dieses Jahr in Stuttgart nur entäuscht berichten, mit dem Fazit, das Slowfood teure Eier aus der Tschechei bedeutet. Ich frage mich, wann es Slowfood – zertifizierte Fertigprodukte aus dem Supermarkt gibt.

      Nichts desto Trotz sollte natürlich, auch mit Veranstaltungen wie dieser, weiter für regionale Produk(tion)en geworben werden.


    8. „Cittaslow“, find‘ ich gut. Fast so gut wie das Schild, das ich heute an der Angebotswand eines Lebensmittelmarktes fand (und mindestebns ebenso regional!): „American Roastbraten“ – Touché!!!

    9.   Barbara Wanner

      Es gibt auch noch Böfflamott – das ist schwäbisch und von Napoleon inspiriert – kommt übrigens von „Boeuf à la mode“ – ein wunderbares Schmorgericht, wie Kenner wissen.

      Kurze Frage, warum muss man jeden guten Auftakt, der beim ersten Mal kleine Holprigkeiten aufweist, immer gleich zunichte machen?

    10.   6bb6

      @Christian Mittermeier #5

      In den 80ern war eine Molkerei, die ausschließlich Gaga-Werbung betrieb, und immer noch betreibt, für die Betriebswirte ein Phänomen: Das durfte eigentlich nicht funktionieren, tat es aber trotzdem: Die kleine Familienmolkerei ist inzwischen ein Konzern.

      Ob aber ein «Alles Böff oder was?» (zugespitzt formuliert) anspruchsvollere Kundschaft, die ja genau das nicht sucht, anspricht, wage ich zu bezweifeln. Die Molkerei Meier hat von mir auf jeden Fall noch keinen Cent gesehen.

     

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