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Zrazy – Polnische Schweinsrouladen

 

Keine Ahnung warum östlich der Oder die Rindsrouladen aus Schweinefleisch gemacht werden – lecker ist’s trotzdem.

Für Klaus und Klaus
4 kleine Schweineschnitzel
50 g Speck
2 Gewürzgurken
1 kleine Zwiebel
2 Lorbeerblätter
1 Wacholderbeere (wenn vorhanden)
Senf
Salz, Pfeffer, Öl
0,25 l Wasser
8 Kartoffeln, festkochend
Rouladenpiekser, Zahnstocher oder Küchengarn zum fixieren

Normalerweise verweist der REZEPTOR ja dauernd auf Fleisch vom Metzger. Aber allzuoft hat der schon geschlossen – und bevor die Gäste verhungern ist Supermarktfleisch im Notfall ja noch zu vertreten, besonders in den großen Dingern wo ein richtiger Metzger die Sachen einschweisst und in die Theke packt.

Bei den Schweinsrouladen ist gutes Fleisch aber wirklich wirklich wichtig, schließlich wird es erst angebraten und dann in Flüssigkeit geschmort, die Profis ahnen es bereits: Höchste Warnstufe der Fleischaustrocknung!

Darum kaufen wir ein Fleisch, das beim Erhitzen nicht auch noch 50 Prozent seines Gewichts als Wasser in die Sosse abgibt. Und die freundliche Fleischereifachverkäuferin klopft das Schnitzel auch gleich in die richtige Form sobald sie ihre Augenbraue bei der Frage nach Schweinsrouladen wieder runtergezogen hat.

Sonst selbst mit geeignetem Werkzeug (Fleischklopfer, Pfannenboden, Faust) dünnmachen, so dünn es geht.

Dünn mit Senf bestreichen, etwas Pfeffern und mit hauchdünnem Speck, dünnen Zwiebelstreifen und dünnen Gewürzgurkenblättchen belegen, hinten vielleicht so sieben Zentimeter Fleisch freilassen. Und dann fest wie eine Isomatte aufrollen und mit einem Zahnstocher fixieren.

In einem kleinen Topf indem die Rouladen bestenfalls alle den Boden gut ausfüllen etwas Öl erhitzen, die Dinger kurz in Mehl wälzen, wieder abklopfen und ringsherum auf Dreiviertelhitze goldbraun anbraten. Das Mehl unterstützt den Bräunungsprozess (die sogenannte Maillard-Reaktion) und der erst macht später die Sauce braun und lecker.

Jetzt mit Wasser auffüllen, so dass die Rouladen fast bedeckt sind. Sollte der Topf zu gross sein braucht man natürlich viel mehr Wasser um alles zu bedecken. Aber je weniger Flüssigkeit, um so mehr Geschmack hat später die Sosse, deshalb den kleinstmöglichen Topf verwenden.

Lorbeerblätter und Wachholderbeere dazu und etwa eine Stunde leise vor sich hin köcheln lassen. Die Rouladen geben jetzt Geschmack in die Sauce, falls unten noch Braunes vom Anbraten klebt darf das mit einem Holzlöffel abgekratzt werden.

20 Minuten vorm Servieren die Kartoffeln schälen, in Salzwasser kochen und abgießen.
Falls die Sosse noch sehr dünn schmeckt, kann man die Rouladen in Alufolie eingewickelt parken und mit Vollgas die Flüssigkeit reduzieren: Wasser verdampft, Geschmack bleibt drin. Notfalls kann auch noch mit ganz, ganz wenig Maggi Bratensaft nachgeholfen werden. Ist ausnahmsweise erlaubt, Schweinsrouladen sind halt echt keine Haute Cuisine 😉

2 Kommentare

  1.   roman koschmieder

    Alles ist richtig,aber fäld zum dise menü Rotkohl.
    mfg.roman

  2.   René Artois

    Erst mit Wasser auffüllen und dann „geschmacklose“ Soße (auch heute noch mit „ß“!) bejammern: Schütten Sie ein gehaltvolles dunkles Bier dazu, kriegt das Ganze gleich von Anfang an den richtigen „Dreh“ 😉 Wer’s besonders kräftig mag, nimmt ein Bamberger Rauchbier; mein Favorit ist Hartmann „Feslsentrunk“ aus der kleinen Brauerei Hartmann in Würgau.
    Mit einer Wacholderbeere habe ich auch noch niemanden hantieren sehen. Ich habe immer ein paar Handvoll gemörsterte Wacholderbeeren im Gla bereit.

 

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