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Die asiatische Rindsroulade

 

Heute füllen wir den deutschen Klassiker nicht wie sonst mit Speck und Gürkchen, sondern mit knackigem Gemüse, Mango und frischem Koriander. Fertiggeschmort wird das ganze dann in Kokoscreme.

Für zwei Personen:
2 Rindsrouladen aus der Oberschale à 150 g
1 kleiner Zucchino
2 kleine Möhren
1 reife Mango
1 kleine Stange Lauch
1 große Hand voll Blattspinat
1 Knubbel Ingwer, daumengroß
3 Knoblauchzehen
2 Schalotten
1 frische Chilischote
1 Bund frischer Koriander
1 Zitrone/Limette
1 Dose Kokoscreme
Currypaste Grün
Klebreis
Küchengarn

Die Rindsrouladen aus dem Kühlschrank nehmen und mit einer Küchenrolle vorn und hinten abtrocknen. Das Fleisch auf einem großen Brett ausrollen und falls der Metzger das noch nicht gemacht hat, auf die gewünschte Dicke dünn klopfen.

Schalotten und Knoblauchzehe schälen und klitzeklein hacken. Die Chilischote längs halbieren, die Kerne und alles Weiße raus kratzen und die eine Hälfte in lange Streifen schneiden, die andere ebenfalls atomisieren.
Den Ingwerknubbel schälen, und genau wie bei der Chilischote: 50 Prozent in hauchdünne Scheibchen, 50 Prozent ganz klein hacken. Die große Hand voll Blattspinat waschen und in einer Salatschleuder wieder trocknen.

Zwei Möhren und die Mango schälen, den Zucchino waschen. Dem Lauch die äußeren Blätter, unten den Strunk und oben das Unansehnliche wegschneiden, den Rest waschen und wieder trocken schütteln.
Bei der geschälten Mango mit zwei Schnitten direkt am Kern vorbei soviel Fruchtfleisch wie möglich abschneiden.
Das komplette Gemüse plus Mango dann in Stifte schneiden, und zwar zwischen Bleistift- und kleinfingerdick und etwas länger als die Rouladen quer sind.

Vom Lauch wird man nicht alles brauchen, übrigens ginge statt Lauch auch Frühlingszwiebel, und das restliche Grünzeug kann ebenfalls problemlos gegen anderes Lieblingsgemüse ersetzt werden: Zum Beispiel Fenchel, Pilze, grüne Bohnen, Mangold, Chinakohl, Weißkohl, Gurke, Kürbis, Okra- oder Zuckerschote… Was der Markt und die Jahreszeit so hergeben.

Eine Pfanne und ein EL neutrales Öl auf mittlere Betriebstemperatur bringen und die harten Gemüse wie Möhren, Fenchel oder Petersilienwurzel langsam darin anbraten. Nach und nach wandern die weicheren Sachen wie Zucchino, Lauch oder Chinakohl dazu, der Pfanneninhalt soll aber noch sehr knackig bleiben. Eventuell zwischendurch noch etwas Öl angießen, falls das ganze zu trocken wird. Weiches oder blätteriges wie Spinat und Mango kommen gleich roh in die Roulade.

Das sehr al dentöse Gemüse dann salzen, aus der Pfanne nehmen und auf einem großen Teller parken und etwas abkühlen lassen.

Dann jede Roulade mit einem viertel TL Chilipaste dünn bestreichen und salzen. Die unteren zwei Drittel mit dem abgekühlten Gemüsestreifen, dem Rest der Chilischoten und Ingwerscheibchen, und darauf reichlich Blattspinat und Koriander belegen. Das Fleisch von unten fest aufrollen und die kompakte Roulade dann mit Küchengarn zubinden.

Ein EL Öl in die noch mittelheiße Pfanne geben und die Rouladen darin ringsum goldbraun braten. Dann wieder rausnehmen und beiseite stellen. Anschließend die Schalotten in etwas Öl glasig anschwitzen, dann Knoblauch, Ingwer- und Chiliwürfelchen dazu und kurz bevor der Knoblauch braun wird, mit einem halben Glas Wasser ablöschen. Ein TL Chilipaste und die Dose Kokoscreme einrühren, alles einmal kurz aufkochen lassen und die Soße auf Salz abschmecken. Etwas Zitronen/Limettensaft kann nicht schaden, und wer keine Angst davor hat, auch eine homöopathische Prise Instantbrühe.

Jetzt die Rouladen in die Soße legen, die Temperatur reduzieren und alles 45 bis 60 Minuten zugedeckt ganz leise vor sich hin köcheln lassen. Die richtige Garzeit hängt von der Rouladengröße und Fleischqualität ab, einfach an und zu mal am Rand was abschneiden und probieren. Man kann aber eigentlich nichts falsch machen, Hauptsache auf dem Teller sind die Rouladen dann schön mürbe.

Während Fleisch und eingerolltes Gemüse ihren Geschmack in die Kokossoße abgeben und umgekehrt, kann man entspannt den Reis nach seiner Lieblingsmethode zubereiten. Die fertigen Rouladen dann rausnehmen, das Küchengarn entfernen und jede einmal schräg durchschneiden. Die Soße noch mal auf Salz und Zitrone/Limette abschmecken.

Dann alles auf vorgewärmte Teller verteilen und mit frischem Koriander und einer Zitronen/Limettenscheibe garniert servieren.

10 Kommentare

  1.   Janina Holst

    Das ist ja ne witzige Idee. Ich nehme aber immer Rinderhüfte für Rinderroulade.

  2.   A.S.

    Ob Asiaten das mögen was wir für asiatisch halten, weiß ich nicht, ich bevorzuge eindeutig die traditionelle Roulade.

  3.   Rene Artois

    Was, bitte, ist an dieser Roulade „asiatisch“? Wie ist eigentlich „asiatisch“ überhaupt als „gemeinsamer Nenner“ dieses nicht gänzlich undifferenzierten Kontinents zu definieren?

  4.   swillih

    Hallo Herr Lange, es wäre schon interessant zu wissen, an welcher Stelle des Rezepts Sie die grüne Currypaste verwenden. In dem Text ist ausschließlich von Chilipaste die Rede. Es wäre schön wenn Sie diesen Widerspruch auflösen könnten.

  5.   REZEPThORsten

    Liebe/r swillih,

    mit Chilipaste meine ich Currypaste und umgekehrt 😉
    Kleiner Fehler meinerseits.

    Etwas davon auf die Rouladen streichen, und etwas mehr in die Sauce.

    kulinarische Grüße!

  6.   René Artois

    Und ich armer Tor weiß immer noch nicht, wie „asiatsich“ zu definieren sein mag?
    Vielleicht doch wie in dem Witz: „Komm‘ wir gehen indisch essen!“ – „Au ja!“ – „Ich hoffe, du magst Currywurst …“

  7.   Otto Flick

    Mein Lieber Artois,

    ein erster Blick in moderne Nachschlagewerke wie beispielsweis wikipedia genügt:

    „Mit Asiatischer Küche wird allgemein die Speisenzubereitung in einer der vielen asiatischen Landestraditionen bezeichnet. In der Regel sind damit die Küchen der Länder von Südostasien und Ostasien gemeint.
    Ein gemeinsamer Nenner außer der kontinentalen Zugehörigkeit ist schwer zu definieren, da es eigentlich zwei Gruppen gibt:
    In weiten Teilen Chinas und südlich davon sind folgende Gemeinsamkeiten zu finden: die Abwesenheit von Milchprodukten, die Verwendung von Reis, Nudeln, verschiedener Sojaprodukte und von Fischsauce. Der Begriff Asiatische Küche bezieht sich meistens auf diese Tradition. Häufig wird die Bezeichnung auch verwendet, wenn sich bei der Speisenzubereitung verschiedene süd- und ostasiatische Kochstile vermischen oder wenn ein Restaurant kulinarische Spezialitäten mehrerer Länder anbietet.
    In den Binnenstaaten Zentralasiens, wie Kasachstan und der Mongolei, dominieren Fleisch und Milchprodukte.“

    Wenn man dann weiter nach Thailändischer Küche sucht:
    „Die thailändische Küche besitzt zahlreiche typische Zutaten, einige Beispiele sind: Reis […], verschiedene Arten von frischen und getrockneten Chilischoten […], Ingwer […], Zitronengras […], Knoblauch […], Koriander […], Limettenblätter […], Fischsauce […].

    Ich denke aber, dass der Titel „Asiatische Rindsroulade“ sowieso nicht ganz ernst gemeint ist …

  8.   Lilo von Possel

    Und ich habe gerade mit Ach und Krach unserem IT guy in der Firma beigebracht wie man eine „deutsche“ Roulade kocht. Der Arme wird nun total konfus sein. Bleiben wir doch bei meinem Lieblingsgericht Roulade nach Hausfrauenart!!!


  9. Na also! Geht doch …


  10. Welchen Chili meinen Sie? Das Angebot ist groß und unterschiedlich scharf.
    Schärfe 3 Dutch Chili unterste Stufe mild
    Schärfe 4 Thai Chili
    Schärfe 5 Santa Fe
    Schärfe 6 Jalapeno
    Schärfe 7 Fresno
    Schärfe 8 Rawit
    Schärfe 9 Scotch Bonnet
    Schärfe 10 Habanero
    Bei einem durchschnittlichen Schmorverlust von 50% ist das Gewicht
    der Rinderroulade(150g) wohl ein bisschen zu knapp bemessen.
    Auch die Fummelei mit dem Küchengarn kann man sich sparen.
    Als praxiserprobter Ersatz bietet sich ein Zahnstocher an.

 

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