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Spargel süß-sauer geschmort

 


Als Hauptgang wahrscheinlich vielen zu exotisch (Vanilleschote, Zitrone und Orange), als Vorspeise aber mal was anderes als die allseits bekannte lauwarme Vinaigrette

Für zwei Personen:
500 g Spargel
1 Biozitrone
1 Bioorange
1/2 Vanilleschote
1 kleiner Knubbel Ingwer
1 Chilischote
50 ml Brühe
frischer Koriander
1 EL Butter
Zucker
Salz, Pfeffer

Den Backofen auf 200 Grad Umluft vorheizen. 500 g weißem Spargel wie immer auf den hinteren drei Vierteln die Schale entfernen, genau wie die unteren zwei Zentimeter und eventuell weitere holzige Stellen.
Zitrone und Orange sehr heiß waschen, abbürsten und je eine Hälfte in Scheiben schneiden. Wer keine ungespritzen und ungewachsten Biozitrusfrüchte bekommt, nimmt einfach „normale“ und nur ihr Fruchtfleisch. Die andere halbe Orange auspressen.
Die halbe Vanilleschote noch einmal längs halbieren, das Vanillemark rauskratzen.
Eine Chilischote waschen, halbieren und wie immer den Strunk und alles Weiße entfernen.
Den Ingwerknubbel schälen und quer zur Faser in hauchdünne Scheibchen schneiden.

Dann zwei EL Olivenöl in einem geeigneten Bräter – die Spargelstangen müssen längs reinpassen – auf fast volle Betriebstemperatur bringen und den Spargel darin kurz und beidseitig hellbraun anbraten. Anschließend einen EL Zucker dazu, warten bis er karamellisiert und dann alles mit Orangensaft ablöschen. 50 ml leichte Brühe angießen und die ganzen anderen Zutaten mit in den Bräter geben: Zitronen- und Orangenscheiben, Vanilleschote und -mark, eine oder beide Chilihälften (je nach Schärfe) und einige Ingwerscheibchen (ebenfalls je nach Schärfe).
Den Topf mutig salzen, vorsichtig umrühren und alles zugedeckt im heißen Ofen schmoren lassen. Dünne Spargelstangen sind schon nach 20 Minuten al dente, ganz dicke erst nach einer halben Stunde.
Dem Bund frischen Koriander die Blätter abzupfen und die Stängel gleich mit in den Schmortopf geben.

Sobald der Spargel fertig ist, kann man die Schmorbrühe abgießen und auf dem Herd und großer Hitze zur gewünschten Konsistenz einreduzieren. Noch mal auf Salz abschmecken, und falls die Soße zu sauer wurde, vorsichtig mit Zucker dagegensteuern. Noch einen EL Butter mit einem Schneebesen unterrühren, fertig.

Dann die Spargelstangen auf die vorgewärmten Teller verteilen, das Schmor-„gemüse“ adrett drumrum und drauf verteilen und mit der Soße begießen. Korianderblätter und vielleicht noch frischen Chili drauf und sofort servieren.

Alle unsere Rezepte von A-Z gibt’s hier.

17 Kommentare

  1.   Och nee

    Alles schön und gut – bis auf den Koriander. Der ist – anders als der Ingwer – viel zu dominant und übertönt den feinen Geschmack des Spargels.

  2.   René Artois

    Doof – wie alle Spargel-„Rezepte“, eigentlich. Spargel … – als wir Ende der siebziger Jahre mit Blick auf ein Spargelfeld des alsbald befreundeten Bauern wohnten, gab es nichts schöneres, als im Morgengrauen, wenn das Stechen begann hinüberzulaufen und die frischesten Stängelchen zu ergattern, die keiner irgendwie gearteten Mißhandlung ausgesetzt, sondern geputzt und frisch roh verspeist wurden.
    Das ist die einzig wahre Art, Spargel zu genießen.

  3.   zorc

    Kann die ZEIT bitte damit anfangen, in dicken Lettern „De gustibus non est disputandum“ über jede Seite des ‚Essen & Trinken‘-Teils zu stellen, damit uns Leute wie René Artois (siehe Posting Nr. 2) und Konsorten nicht immer wieder erzählen, was „die einzig wahre Art“ sei, Spargel oder Schweinebäckchen oder was auch immer zu genießen? Ist ja schlimm.

  4.   olga2

    Hier muss ich Hr. Artois mal recht geben! Spargel soll nach Spargel schmecken! Am besten roh oder kurz in Butter braten…mehr nicht…

  5.   Vorderpfälzer

    Trotz leichter Bedenken heute Mittag nachgekocht und (überrascht) feststellt, dass das Ganze wirklich harmoniert. Süße, Schärfe und Säure halten sich die Waage (und machen auch die Spannung aus) – das Koriandergrün (mag ja nicht jeder) peppt alles nochmal optisch aber auch geschmacklich auf. Und, gute Nachricht zuletzt, der Spargel schmeckt weiter eigenständig heraus und geht nicht unter.
    Sicher nichts für jeden, vor allem nichts für Rohköstler und Puristen. Aber wer Spaß an verfeinerter Küche und eine Kochstelle zuhause hat, der liegt mit diesem Rezept sicher nicht falsch.

  6.   Lavalamp

    Schönes rezept. Aber king artois hat immer was zu meckern. Vermutlich kocht er nur für royals like him self 😉

  7.   Koehler

    @ Zorc und Lavalamp

    Tjaa- aber was, wenn Monsieur Artois nicht immer „seinen Senf“ dazugeben täte?

    Es würde uns doch irgendwie „Etwas“ fehlen- oder 😉

  8.   jagsttal

    Ich halte es mit Vincent Klink, der am 27. April in seinem klugen, vortrefflichen Tagebuch schrieb:
    „Nun beginnen wir auch mit Spargel. Wir beschränken uns auf Vorspeisen, so hatten wir im Winter extra für diese Zeit Wildschweinschinken eingesalzen. Ansonsten vergehen wir uns kreativ an diesem wunderbaren Gemüse nicht. Spargel, frisch geerntet, frisch gekocht schmeckt so herrlich, dass jeder kreative Maßnahme zwar erlaubt und Abwechslung gibt, aber besser wird der Spargel nie. Deshalb plädiere ich dafür, den Spargel so zu servieren wie die Natur ihn geschaffen hat. Nach wie vor gibt es nichts idealeres als Butter oder Hollandaise dazu.“
    (Schade, dass V. K. sich ausgeklinkt hat, aus dem „Nachgesalzen“ – Forum

    btw: Was soll diese neue, dümmliche „Spamschutz-Frage ???????????
    „Was ergibt 5×7“ – Werden wir nun alle in diesem Forum zu Klipp-
    Schülern ???? Eine Unverschämtheit, – ICH FASS ES NET !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  9.   REZEPThORsten

    Leute,

    ich ess Spargel auch mit Sauce Hollandaise am liebsten (zB gestern mit 100 g Butter pro Nase wie hier: https://blog.zeit.de/rezeptor/2008/05/27/spargel-mit-sauce-hollandaise_732).
    Aber was soll ich machen? Der zuständige Redakteur fordert saisonale Rezepte: „Geht jetzt nicht bald die Spargelsaison los?“, „Macht doch mal wieder was mit Spargel“, usw usw.

    Und jede Woche einmal Spargel mit Hollandaise und hundert Gramm Butter kann man nicht die ganze Saison durchziehen, oder?

    Viele Grüße
    von REZEPThORsten

  10.   Rene Artois

    Also ich finde mich selbst gut. Ist halt Bärlauchzeit. Oder bin ich im falschen Forum?

 

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