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Was ist Rechtsextremismus eigentlich?

 

Die humane Qualität einer Gesellschaft erkennt man nicht an Ethikdebatten in Feuilletons meinungsbildender Printmedien oder in Talkshows, sondern am Umgang mit schwachen Gruppen. (Quelle: Uni-Bielefeld)

Was bedeutet Rechtsextremismus eigentlich?

Rechtsextremismus ist eine Sammelbezeichnung für politische Orientierungen, Ideologien und Aktivitäten, die den demokratischen Staat ablehnen und durch eine autoritär geführte „Volksgemeinschaft“ ersetzen wollen. Dabei wird von einem vermeintlich naturgemäßen „Volkstum“ ausgegangen oder die Existenz von Rassen behauptet, um andere Menschengruppen abzuwerten und auszugrenzen.

Rechtsextremisten glauben an eine naturgegebene ethnische und/oder rassische Ungleichwertigkeit der Menschen. Ethnische, kulturelle, geistige und körperliche Unterschiede begründen für sie einen minderen Wert und Rechtsstatus bestimmter Individuen und Gruppen. Der Rechtsextremismus lehnt daher das an den Menschenrechten orientierte Gleichheitsprinzip ab. Menschen seien durch biologische Abstammung (den „Wurzeln“) kulturell soweit vorgeprägt, dass kein friedliches, gleichberechtigtes Zusammenleben verschiedener Ethnien in einem Staat möglich sei. Die Gesellschaft müsse daher zu einem homogenen „Volkskörper“ vereinheitlicht werden, so die rechtsextreme Ideologie.

In der Politikwissenschaft ist der Begriff Rechtsextremismus umstritten, da Elemente dieser Ideologie auch bei anderen Ideologien vorzufinden sind. Daher wird hier unter anderem der Begriff „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ benutzt: „Bei diesem Konzept wird die Gleichwertigkeit und Unversehrtheit von spezifischen Gruppen dieser Gesellschaft in Frage gestellt; der gemeinsame Kern des Syndroms ist somit die Ideologie der Ungleichwertigkeit.“

Was sind „moderne Nazis“?

Beim modernen Rechtsextremismus wird nicht eindeutig rassistisch argumentiert. Statt dessen beziehen sich die Rechtsextremisten auf die „Eigenarten der Völker“. Dieses Konzept wird Ethnopluralismus genannt und ist im Programm der NPD stark vertreten. Statt der Höherwertigkeit der eigenen Nation betont dieses Konzept meist eine Höherwertigkeit der eigenen Kultur und leitet daraus einen Anspruch auf Vorherrschaft der europäischen Völker ab.

Welche Rolle spielt noch die NS-Zeit?

Die Rechtsextremisten knüpfen an verschiedene politische und ideologische Ideen des Faschismus und Nationalsozialismus an. Die Übereinstimmung mit der NS-Ideologie zeigt sich an einigen besonderen Merkmalen, die aber nicht von allen Rechtsextremisten gleichermaßen vertreten werden:

  • Antisemitismus, heute meist verbunden mit Ablehnung des Staates Israel
  • Geschichtsrevisionismus, der den NS-Staat verharmlost oder gar als Vorbild verherrlicht, seine Verbrechen zumindest relativiert oder gar Holocaustleugnung vertritt
  • Gewaltbereitschaft gegen staatliche Institutionen und Minderheiten. Obwohl rechtsextreme Parteien offiziell solche Gewalt ablehnen, dulden sie oft Neonazis in ihren Reihen oder gehen praktische und politische Zweckbündnisse mit ihnen ein.
  • Verherrlichung von militärischer Gewalt und Traditionen des Militarismus, besonders der je eigenen Nation
  • Verachtung und Gewalt nicht nur gegen bestimmte Ausländer und ethnische Minderheiten, sondern auch gegenüber Homosexuellen, Behinderten und ideologischen Gegnern. Diese werden ebenfalls als „Volksfeinde“ diffamiert.

Warum ist der Rechtsextremismus eigentlich ein Problem?

In Deutschland muss mittlerweile von einer rechtsextremen Bewegung gesprochen werden. Neben der parlamentarischen Vertretung durch die NPD gibt es verschiedene rechtsextreme Subkulturen und Organisationen, unter anderem für Frauen, Kinder, Jugendliche, Studenten, usw. Rechtsextremisten versuchen ihre Ideologie durch Arbeit in Vereinen und Bürgerinitiativen versteckt zu verbreiten. Sie treten bürgerlich auf, um andere Menschen nicht zu verschrecken. Rechtsextremisten nutzen die Rechte, die ihnen die demokratische Grundordnung zusichert, um diese Ordnung zu beseitigen.

Auf der anderen Seite arbeiten rechtsextreme Organisationen und Parteien eng mit militanten Neonazis zusammen. Außerdem gibt es eine enorme rassistische und rechtsextrem motivierte Gewalt in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden etwa 1000 Menschen bei rechtsextrem motivierten Angriffen verletzt, seit 1990 sind in Deutschland etwa 100 Menschen von Rechtsextremisten getötet worden. Die Gewalt gehört zur rechtsextremen Ideologie – diese leitet sich aus der angeblichen Ungleichwertigkeit von Menschen ab.

Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland seit 1990.

Dossier von tagesschau.de über den Rechtsextremismus in Deutschland.

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat ein umfassendes Dossier zum Thema Rechtsextremismus veröffentlicht

(Quellen: Wikipedia, BPB, IKG, eigene Texte)

8 Kommentare


  1. Hallo,habe im Radio gehört das Ihr hier eine Aktion gegen Rechts macht,aber vorher sollten sich die Leute doch erstmal informieren können,was überhaupt die sogenanten „Nazis“ bzw. wie man heute sagt „Neonazis“ sind,oder?Wenn ja,würde mich sehr freuen bald hier einen kleinen Link zu meiner Seite ( http://www.anti-rechts.de ) zu finden,denn dort können sich die jungen Leute wirklich erstmal Informieren und Diskutieren.

    MfG
    AntiRechts

  2.   Rena

    Hallo,
    ich ahbe zwei Neonazis in der Klasse.
    Sie schreien immer Beschmipfungen durch die KLasse und beschmipfen Ausländer an der Schule. Sie mussten schon zum Schulleiter und bekommen eine Konferenz. Aber es ist ihnen egal.
    Was kann unsere Schule tun das sie aufhören rechtextremisch zu denken??
    Ich danke für alle Antworten.

  3.   Oliver

    Bildung ist das Stichwort.
    Zeigt ihnen nicht immernur, wie schlecht sie und ihre Vorfahren sind sondern zeigt ihnen, was in der Welt da draußen abgeht, dass es nichts bringt einfach Nazi zu sein um sich cool zu fühlen und gebt ihnen die Möglichkeit der FREIEN! Meinungsfindung (ich finde das wird zu selten betrieben).
    Zeigt ihnen die Welt von allen Seiten und dass sie mit ihrer Art nicht weiterkommen.

  4.   Jule

    Hallo Rena,

    schau dir mal den Text „Eure Erfahrungen“ von Ole Tillmann an, da kannst du in den Kommentaren Vorschläge finden, wie man sich in der Schule gegen rechtsextreme Klassenkameraden wehren kann.
    Hier ein paar:
    – Gehe mit Freunden, die genauso denken wie du, zum Lehrer und schlagt einen Projekttag zum Thema Rechtsextremismus vor, an dem ihr euch ausschließlich damit beschäftigt.
    – Macht einen Wandertag und besucht ein KZ. Laßt euch dabei von Zeitzeugen über die damalige Zeit erzählen und sprecht danach über das Erlebte.
    – Spielt einen Tag unter Leitung eines Lehrers ein Rollenspiel, in dem für einen Tag Klassenkameraden wegen eigentlich unwichtiger Äußerlichkeiten ausgeschlossen werden. Z.B. dürfen Blauäugige nicht mit euch Mittag essen, müssen auf dem Schulhof woanders stehen etc. Danach sollen sie berichten, wie sie sich in der Opferrolle gefühlt haben.

    Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten, aber ich denke das Wichtigste ist, als Gruppe deutlich zu machen, daß ihr rechtsextremes Gedankengut nicht duldet und vor allem, daß auch die Lehrer euch dabei unterstützen.

    Viele Grüße,
    Jule

  5.   Rena

    Hallo Jule,
    ich bedanke mich für die Tipps.
    Ich glaube das mit den Projekttag ist sehr gut.
    Wir haben schon mal sowas gemacht aber vielleicht können wir nochmal einen Projekttag machen.
    Mit lieben Gruß
    Rena

  6.   mein name

    ihr habt einen kleinen Fehler gemacht
    historisch gesehen ist der Faschismus zwar eine rechtsdgerichtete Ideologie allerdings ist sie nicht vom Grund auf Antisemitisch desweiteren wird im Faschismus eine Ständegesellschaft angestrebt wie sich in Italien gezeigt hat denn dort gab es im Faschismus immer noch einen König, der Antisemitismus wurde erst auf drängen Hitlers zum Inhalt wurde aber bei weitem nicht so umgesetzt wie in den von Deutschlend eroberten Raum
    deshalb ist unverständlich warum sich die Antifa Leute über die Nationalsozialisten aufregen schließlich sind sie ja gegen die Faschisten und nicht gegen die Nationalsozialisten oder heißt die Antifa etwa Antina?
    Deshalb ist es wichtig das man zwischen Nationalsozialismus und Faschismus unterscheidet und nicht beides zusammen wirft
    denn es gab 3 große Regime im 20 Jahrhundert Kommunismus,Faschismus UND Natinalsozialismus

  7.   Stefan Niebling

    Liebe Blog-Betreiber,

    ich könnte auch immer kotzen, wenn ich Nazis sehe. Besonders wiederlich finde ich, dass sie sich zunehmend in Myspace breitmachen und dort ihre kranke Ideologie verbreiten. Hier ein besonders verkommenes Beispiel eines nationalistischen und militärverherrlichenden Nazis.

    http://www.myspace.com/efetrkteyment48

    Viele Grüße

    Stefan

  8.   danilo

    Hallo Rena,
    natürlich ist dieser sachverhalt den du vorfindest nicht lobenswert. Und es ist ja sehr lobenswert, dass ihr euch damit beschäftigt und euch auch dafür interessiert. Alles kein Problem. Aber das was als Lösungsvörschläge anklang ist ja auch eine schöne Maßnahme als Prävention, um über jede Art von rechten Gedankengut aufzuklären. Wie gesagt alles kein Problem. Doch mein Augenmerk liegt jetzt mal bei diesen beiden Nasen, denn diese Vorschläge , die hier anklangen unterstützen die Gedanken der Rechten mehr als man sich das vielleicht denken kann. Denn damit gibt man solchen Leuten eine Plattform, auf der sie aufbauen können, da sie merken, dass sie ernst genommen werden. Wie gesagt zur Prävention sind diese Lösungsvörschläge hervorragend. Aber um das Problem mit diesen beiden Neonazis zu klären, wäre es am besten ihnen keine Plattform zu geben. Und das sollte auch nicht von einzelnen Personen durchgeführt werden, sondern von möglichst allen. Da ihnen keine Aufmerksamkeit geschenkt wird, wird es für sie immer schwerer ihre Meinung zu verbreiten oder zumindesten unter die Leute zu bringen. Also mein Rat wäre, solange es sich „nur“ um Stammtischparolen handelt ignorieren. Bei jedem anderen was über die Stammtischparolen hinaus geht, Gewalt u.a., auf jeden fall CONTRA geben und eingreifen. Wir ihr dann eingreift ist euch überlassen.

 

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