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„Jedenfalls nicht bei uns“

 

Isolieren und keinen Raum bieten für Neonazis und Rechte – das Thema hatten wir nun bereits einige Male auf dem Störungsmelder. Und auch die Moritzbastei in Leipzig hat sich dazu entschlossen. Zumindest teilweise.

„Aufgrund aktueller Vorkommnisse“ ist die Kleidungsmarke „Thor Steinar“ in dem alternativen Club von nun an verboten und der Zutritt zu Veranstaltungen jeglicher Art untersagt. Laut einem Kommentar auf Indymedia zu diesem Thema hatten „Faschos mit Thor Steinar“ seit einigen Wochen andere Besucher angepöbelt. Ob die Beschuldigten durch ihre Äußerungen als „Faschos“ identifiziert wurden oder allein durch das Tragen der Kleidung, wird allerdings nicht klar.

Die Aufklärungsarbeit zu Marke selbst, muss hier nicht mehr getätigt werden, dazu ist Wikipedia mit genug Quellen zur Rechtslastigkeit des Labels ausgestattet, z. B. „Stop Thor Steinar“ auf Inforiot.

Prinzipiell empfinde ich diese Handhabe als positiv – es ist zumindest ein Anfang. Zwar tragen auch Menschen ohne rechtsextremen Bezug „Thor Steinar“-Kleidung; gegeben durch einen Vertrieb in Läden, die nicht dem nationalistischen Spektrum angehören. Aber der inzwischen erhöhte Bekanntheitsgrad und der hauptsächliche Vertrieb durch national ausgerichtete Läden, legen den Verdacht, dass der Träger dem rechten Rand angehört, natürlich nahe. Nicht umsonst ist „Thor Steinar“-Kleidung in vielen Stadien und auch im Schweriner Landtag nicht erlaubt.

Warum allerdings nur Thor Steinar unter diese Regelung fällt, erklärt sich mir nicht. Was ist zum Beispiel mit der ebenso von Nazis vertriebenen Marke Consdaple? Ob auch rechte Symbolik, wie Triskele (im Speziellen: Das Zeichen der Afrikaner Weerstandsbefreiung bzw. des Blood & Honour Netzwerks) und der 88 im Lorbeerkranz, unter diese Regelung fällt, ist aus dem kurzem Blogpost – natürlich – ebenso nicht ersichtlich. Sie sind nicht strafbar, aber eindeutig dem nationalsozialistischen Spektrum zuzordnen. Inwiefern diese in der Moritzbastei verboten sind, könnten vielleicht die Leserinnen und Leser beantworten?

In jedem Fall sendet das Thor Steinar Verbot in der Moritzbastei das richtige Signal. Weiter so!

Außerdem zum Thema:

Mit zwei im September eröffneten Thor Steinar Läden beschäftigt sich auch „Ladenschluss. Aktionsbündnis gegen Nazis“.

In diesen Zusammenhang fällt auch das umsonst erhältliche Lied von Bela B. „Deutsche kauft nicht bei Nazis“, welches ihm Rahmen von „Kein Bock auf Nazis“ entstand.

28 Kommentare

  1.   Uwe Bergermann

    Was machen wir denn, wenn die Nazis demnächst ADIDAS ( Sie wissen doch Adolf Dassler ) oder Boss oder Armani für sich entdecken ?

  2.   Kerstin B.

    Bedingt durch das Thema, der nordischen Mythologie, und dem damit einhergehenden Verwenden von Begriffen, Bilden, Symbolen und Zitaten, fühlen sich einige, zumeist anonyme Personen, dazu berufen,auf die aus ihren Augen vermeintliche „Gefährlichkeit“ dieses Themas hin zu weisen.

    Fakt ist.:

    Es ist Absicht der Firma Mediatex, sich an Recht und Gesetz zu halten und einfach nur modische Textilien zu verkaufen.
    Die Firma Mediatex lehnt jedwede Form von Extremismus ab.
    Pressemitteilung vom 13.09.2005
    Das Oberlandesgericht Brandenburg stellt fest:
    „Das ehemalige Markenlogo der Marke „Thor Steinar“ erfüllt in seiner konkreten Gestaltung nicht den Tatbestand des Verwendens von verfassungswidrigen Organisationen im Sinne §86a Abs.1 Nr.1, Abs.2 StGB“
    1 Ss 58/05 Brandenburgisches Oberlandesgericht Urteil vom 12.09.2005
    Das Landgericht Stendal hat ebenso geurteilt.
    Entscheidung vom 21.07.2005 Gesch. Nr. 501 Os 58/05
    Die Staatsanwaltschaft Neuruppin teilt mit:
    „…dass das…neue Firmenlogo der Mediatex GmbH („Thor Steinar“)
    -Malkreuz mit zwei Punkten auf schildförmiger Grundfläche-
    diesseits für strafrechtlich unerheblich erachtet wird.
    Ermittlungsverfahren 329 Js 36706/04 Ihr Zeichen: S.17.6~34.04.R
    Es keine sichtbaren Verbindungen zwischen einer rechtsextremen Organisation und der Firma Mediatex, die „Thor Steinar“ in Deutschland vertreibt.
    http://www.endstation-rechts.de

    „Thor Steinar“bewegt sich jederzeit und strickt im Rahmen der deutschen Gesetzte, im Gegensatz zu einigen Urherbern der Kampagne gegen „Thor Steinar“.
    Sie schrecken nicht vor der Androhung und Anwendung von Gewalt zurück.

    Hallo Kerstin, den Link habe ich entfernt. Keine Werbeseite, der Stoerungsmelder//Mod, cb

  3.   Lars

    Letztlich verstehe ich so eine Regelung nur bedingt. Natürlich ist Thor Steinar eine Marke, die nahezu ausschließlich von rechtem Publikum getragen wird und deshalb abzulehnen. Warum allerdings ein Club eine explizite auf diese Marke ausgerichtete Regelung trifft erschließt sich mir nicht. Letztlich kann jeder Club selbst entscheiden wer rein gelassen wird und wer nicht. Da muss man keine Marken benennen. Warum lässt man nicht simpel und einfach keine Personen in den Laden, die in irgendeiner Weise Nazi-Style tragen? Ob das jetzt Thor Steinar, Constaple, Runenshirts oder ähnliche Erkennungsmerkmale (einschlägige Tatoos, etc.)sind ist doch völlig egal. Und der Dress-Code der rechten ist jetzt auch nicht sooo unglaublich schwer, als dass man ihn dem Personal an der Tür vermitteln könnte (zumal in einem alternativen Club). Eine Marke zu verbieten ist Symbolpolitik, nicht mehr.

  4.   Bernd

    „Zwar tragen auch Menschen ohne rechtsextremen Bezug “Thor Steinar”-Kleidung“, schreibst du.
    BITTE WAS? Falls du das ernst gemeint hast, kann ich dich nicht verstehen. Das ist so, wie: Auch Menschen, die keine neonazistische Weltanschauung haben, tragen T-Shirts mit „88“, „Heil Hitler“, oder einem Hakenkreuz.
    Das ist unglaublich, was du hier bringst.
    TS ist eine Nazi-Marke, jeder, der sie kauft und trägt ist ein Rassist und Antisemit. Kein „aber“… Wenn jemand auf einer Party TS-Klamotten trägt, sollte der Gastgeber/Veranstalter diesen sofort auffordern, die Sachen auszuziehen. Wenn dier dem nicht nachkommt: Verpiss dich! […]
    […]
    Antifaschistische Grüße

    Hallo Bernd, ich bitte dich, deine Rhetorik etwas zu mäßigen. Völlig deplatziert sind hier Gewaltaufrufe (ja, das war einer) und 1.Mai-Kreuzberg-Parolen. Musste daher deinen Beitrag editieren.//Mod, cb


  5. @uwe: thor steinar wird ja nicht nur von rechten und nazis getragen, es wird auch von ihnen produziert und vertrieben. im gegensatz zu adidas und boss (jedenfalls nicht, dass mir bekannt wäre), ist thor steinar wie auch constaple eine explizit rechte marke, deren gelder direkt in faschistische, rassistische und damit rechtsextreme projekte fließen. da ist ein riesen unterschied.

    @lars: nya, die nordische mythologie findet ja auch in der wave/gothic sowie der metal szene starken anklang. insofern ist solch ein verbot von beispielsweise runen schon recht kritisch.
    und wie gesagt: explizit thor steinar vermutlich, weil es gerade mit trägern DIESER marke zu konflikten kam. das ist zumindest deren begründung, ich verstehe allerdings auch wie du nicht, warum man es nicht gleich ausgeweitet hat.

    und @kerstin: um deine quelle zu nutzen: die npd will sich ja auch nicht rechtsextrem nennen. na und?
    http://www.endstation-rechts.de/index.php?option=com_content&task=view&id=922&Itemid=242

  6.   Ace

    @ Bernd

    Da kann man nur hoffen das Menschen wie Du nicht wirklich in eine politische Machtfunktion gelangen 🙁

    Empfinde ich es heute schon als sehr einengend, was man aus dem Begriffsanwendungen wie Meinungs & (persönliche) Entfaltungsfreiheit und Grundrecht gemacht hat, so dürften diese Begriffe in „Deinem“ Staat wohl gänzlich der Vergangenheit angehören oder?

    Hallo Ace, Links auf Naziseiten sind hier nicht zugelassen.//Mod, cb

  7.   Stanni

    Ich glaube, dass es sich bei diesem Schritt um Symbolpolitik handelt. Es ging darum, ein Zeichen zu setzen. Das ist schon legitim.
    @Ace: Ihr Nazis seid mit eurer Opferinszenierung so dermaßen lächerlich. Geh nach Altenburg und setz dich für Freiheit ein. Freiheit, die einen Kulturkodex für jeden festlegt. Freiheit, die nur Deutsche betrifft. Freiheit, die keine Opposition braucht.

  8.   NochEinNickname

    Hmm, wenn da Leute in solchen Klamotten Stress gemacht haben, werden solche halt nicht mehr reingelassen in Zukunft. Denke mal, wenn man das sachlich kommuniziert, sollte da kaum einer was dagegen haben. In anderen Klubs gibt es auch Dresscode, da regt sich doch auch kaum einer auf.

    Mit freundlichen Grüßen
    Olli


  9. @bernd: fakt ist, dass thor steinar auch in läden verkauft wurde (und wird?) die nicht rechtsextrem sind (einfache sportgeschäfte, doorbreaker, etc.), wo es einfach nur darum geht: mir egal, wo die marke herkommt, hauptsache geld.
    und in solchen läden kaufen – welch überraschung – nicht nur nazis ein. insofern kann es durchaus sein, dass menschen ohne einen nationalistischen bezug die klamotten kaufen, einfach, weil sie die hübsch finden. ich sehe da auch keinen widersrpruch, dass TS ne nazimarke ist. bleibt sie auch, wenn sie nicht rechte sagen.
    und ein bisschen differenzierung könnte dir auch nicht schaden, da ich ziemlich eindeutig davon sprach, dass durch den erhöhten bekanntheitsgrad das tragen von TS durch nicht rechte deutlich unwahrscheinlicher geworden ist.
    ich empfinde dieses „der trägt thor steinar – der MUSS nazi sein“ als ziemlich schwarz-weiß. es kann durchaus menschen geben, die es nicht wissen oder denen es egal ist. dass das natürlich nicht so viele sind, das ist auch mir klar…und habe ich – denke ich mal – ziemlich eindeutig gesagt.

    PS: sry, hab deinen kommentar zuerst nicht gesehen. 😉

  10.   Ace

    @ Stanni

    Ich trette für die radikale Umsetzung der Meinungsfreiheit ein. Das heißt jeder kann seine Meinung und seine Weltanschauung frei vertreten und äußern. Grenzen gibts nur beim Thema Gewalt und Pornographie. Das gestehe ich auch jedem anderen Menschen zu …

    Bin ich deshalb jetzt in Deinen Augen ein seltsamer „Nazi“? Oder gar kein „Nazi“ mehr? Oder bin ich nur nicht das, was man aus der Presse kennt?

    Setz Dich erstmal mit Menschen auseinander die Du als „Nazi“ versuchst zu diskriminieren und dann kannst Du Dich auch über diese stellen (wenn sie denn das sind, was Du derzeit davon denkst!)

    Und ich meine hier wirklich politisch arbeitende „Nazis“ und keine unpolitischen Schläger oder sowas. Das wird nämlich gerne vermischt und/ oder bewusst vertauscht…

 

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