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Koch beschert der NPD einen Triumph

 

Geht es Hessens Ministerpräsident Roland Koch um seine Macht, scheinen ihm alle Mittel Recht, ähnlich wie seinem Unionskollegen Jürgen Rüttgers in NRW. Kochs Umfragewerte für die kommende Landtagswahl überzeugen wenig, und die SPD hat mit dem Mindestlohn sogar ein Wahlkampfthema gefunden, das zieht. Also muss Koch mal wieder in seine Zauberkiste greifen – und erneut gegen Ausländer hetzen. Schon seinen Wahlsieg 1999 verdankte er einer Unterschriftenaktion gegen Nicht-Deutsche. Das aktuelle Thema: der brutale Überfall von zwei Jugendlichen auf einen Rentner in München. Ohne Zweifel eine Tat, die einen kopfschütelnd und ratlos zurücklässt.

Koch aber hat aus Wiesbaden die Tat und ihre Ursachen sofort knallhart analysiert und bietet nun seine Interpretation an, das Ganze im gedruckten Volksempfänger „Bild“-Zeitung, welche dem „Herrn Ministerpräsidenten“ in schmierigster Art und Weise eine Vorlage nach der anderen für seine Hetze liefert. Und die klingt dann so: „Wir haben zu viele kriminelle Ausländer“ und „Wer sich nicht an die Regeln hält, der muss weg.“ Weiterhin lamentiert Koch in bewährter Neurechter-Manier gegen halluzinierte Multik-Kulti-Zustände, ganz so, als hätten in den vergangenen 50 Jahren durchweg die Grünen die Ausländerpolitik in Deutschland bestimmt.

Koch interessiert sich nicht für Details, er will Stimmung machen. Und er benutzt dabei NPD-Parolen. Was Koch und Konsorten (und Kameraden) ausklammern: Viele Jugendlichen sind zwar auf dem Papier keine Deutschen, praktisch sind sie aber Bürger dieses Landes – wenn auch zweiter oder dritter Klasse. Viele wurden hier geboren oder sind schon seit vielen Jahre hier. Mit ihrer Hetze wollen Politiker vom Schlage des „Hessen-Hitlers“ (Titanic) vor allem auch von ihrem eigenen Versagen ablenken. Und dann rufen solche Personen, von denen man in ihrer Position auch so etwas wie Verantwortungsgefühl erwarten dürfte, zu Wachsamkeit gegen Rechtsextremismus auf und versprechen, mit voller Härte gegen rassistische Schläger vorzugehen, die Kochs Schlagworte schon einmal in die Tat umsetzen.

Für die NPD ist bei der Wahl in Hessen sowieso nichts zu holen gewesen, nach Kochs neuer Attacke schon gar nicht mehr. Langfristig werden die NPD-Positionen durch solche Leute wie Koch aber salonfähig gemacht. Die neue Rechte verfolgt eine Metapolitik, bei der es darum geht, bestimmte völkische Ideen in der Gesellschaft zu verbreiten. Koch leistet dabei bestmögliche Hilfe. Ein Wahlsieg für Koch ist also auch ein Triumph für die NPD und alle Stammtisch-Rassisten.

NPD-BLOG.INFO über Hessen.

57 Kommentare

  1.   Meinungsfreiheit

    So einen Artikel kann man nur schreiben, wenn man nie von Ausländerkriminalität betroffen war und die Kriminalitätsstatistik für frei erfunden hält.

    Immer schön die Nazikeule raus und draufhauen, dann muß man sich nicht mit den Fakten auseinandersetzen.

    Wer Bürger dieses Landes ist, soll sich gefälligst auch so benehmen. Wenn ich die Staatsbürgerschaft meines Wohnsitzes nicht hätte, würde ich mich um so mehr bemühen, ein guter Botschafter meines Landes zu sein und mich nicht wie die Axt im Wald benehmen.

    Warum soll sich der deutsche Staatsbürger (dazu gehören auch 8 Millionen mit Migrationshintergrund, Herr Gensing)in seiner körperlichen Unversehrtheit von kriminellen Serientätern einschränken lassen? Diese Menschen haben alle Chancen in Deutschland und meistens viel mehr Möglichkeiten als in ihrem Ursprungsland bzw. dem Herkunftsland ihrer Eltern. Wenn diese nicht genutzt werden, ist das nicht die Schuld der deutschen Mehrheitsgesellschaft.

    Jeder deutsche Bürger muß sich ebenfalls in der Schule bemühen, seine Ausbildung absolvieren, evtl. studieren um am Wohlstand dieser Gesellschaft teilhaben zu können. Nicht mehr wird von den ausländischen Mitbürgern auch erwartet. Und es gibt genügend Migranten, die dieses Privileg in Anspruch nehmen und wirtschaftlich erfolgreich sind. Warum soll man den Menschen, die dieses Privileg nicht nutzen wollen und ihr Dasein lieber als „krasse Gangsta“ fristen wollen, weiterhin Aufenthalt gewähren? Es entstehen der Solidargemeinschaft Deutschland nur Kosten und den Opfern der Kriminellen physische und psychische Schäden. Das könnte durch strengere Maßnahmen vermindert werden.

  2.   Paul Petersen

    Koch ist ein Opportunist, dem es egal ist von welcher Seite er Beifall bekommt.In Sachfragen farblos blüht er auf wenn er sich pseudo-nationaler/rechter Dialektik bedienen kann.
    Zur Freude seiner sorgfältig umworbenen Wählerschaft.


  3. Sehr geehrter Herr Gensing!

    Der brutale Überfall zweier Ausländer auf einen deutschen Rentner mit dem Ausruf „Scheiß Deutscher!“ ist eindeutig eine rassistisch motivierte Stratftat und ein weiterer Beweis für das Scheitern einer multikulturellen Gesellschaft.

    Wo bleibt Ihr Aufruf zu einer Lichterkette für das Opfer?
    Wo bleibt die Initiative gegen Ausländerfeindlichkeit?

    Opfer werden in der BRD „sauber rassisch-völkisch“ getrennt. Auländer sind immer Opfer, selbst wenn sie Täter sind. Dann sind natürlich die sozialen Umstände schuld. Deutsche sind immer Täter oder es passiert „halt mal“, daß ein Deutscher überfallen wird.

    Die einzige Lösung besteht in der Rückführung der ausländischen Bevölkerung in ihre Heimatländer. Damit werden Ausländer wieder zu Inländern, wir haben Vollbeschäftigung, eine wesentlich niedrige Kriminialitätsrate und alle Beteiligten freuen sich.

    Was halten Sie davon?

    Mit freundlichen Grüßen

    Frank Graf

  4.   Klaus

    Hallo KlausHeinzel, wir haben diesen Beitrag wegen persönlicher Angriffe auf den Autor gelöscht. Wir bitten Dich, in Zukunft einen diskussionsfreundlicheren Ton zu nutzen.//Mod, cb

  5.   Tom

    “Wir haben zu viele kriminelle Ausländer” “Wer sich nicht an die Regeln hält, der muss weg.”
    Weiterhin lamentiert Koch in bewährter Neurechter-Manier gegen halluzinierte Multik-Kulti-Zustände …
    —————————————

    Die „halluzinierten Multik-Kulti-Zustände“ gehen auf Kommentatoren wie sie zurück, die Wortmeldungen wie “Wir haben zu viele kriminelle Ausländer” in den Bereich der Lächerlichkeit, der Propaganda ziehen und das dann gleich noch die Nazikeule aus dem Sack ziehen.

    Vielleicht sollten sie mal mit der deutschen Polizeigewerkschaft reden oder einfach nur die Augen aufmachen anstatt Begriffe wie „völkischen Ideen“ auszupacken, wenn jemand das Problem Ausländerkriminalität anspricht. Das ist nämlich ganz, ganz schlechter Stil.

    Dass Koch mit solchen Themen überhaupt punkten kann, liegt an Kommentatoren wie ihnen. Differenziertheit bekommt man nur über Debatte, aber da kommen ja dann Kommentare wie ihrer, der mit der Nazikeule jede Diskussion im Keim erstickt. So züchtet man Extreme! Denken sie ja nicht, sie seien ein Teil der Lösung …

  6.   Stefan

    @Frank Graf: Deine Argumentation ist reichlich einfältig. Warum ist eine einzelne Tat ein Beweis für das Scheitern einer „multikulturellen Gesellschaft“? Warum sind dann nicht täglich wiederkehrende Überfälle von Neonazis ein Beweis für das rechtsextreme Problem, das wir in weiten Teilen des Landes haben? Ein weiterer Grund, die NPD als Traegerstruktur zu verbieten?
    Eine Lichterkette wogegen denn? Geht das Problem wirklich darauf zurück, dass einige der kriminellen Unterschichtler Ausländer sind? Rotten Sie sich in banden zusammen, um Deutsche zu quälen? Sind die Umstände nicht eher maßgeblich? Und betreffen diese Umstände nicht auch Deutsche? Mich würde wirklich interessieren, was Vögel wie du tun würden, wenn Sie mit ihrer Nazipartei wirklich mal an der Macht wären. Nachdem ihr alle Dunkelhäutigen abgeschoben hättet, würde euch die Realität ganz schön zusetzen.

  7.   Ekkehard

    „Ein Wahlsieg für Koch ist also auch ein Triumph für die NPD und alle Stammtisch-Rassisten.“

    Sie tun ja so, Herr Gensing, als wäre die Thematisierung des Problemes von Gewalt von Migranten in Deutschland allein schon ein Triumph für die NPD. Genau das Gegenteil ist doch der Fall. Das krampfhafte Bagatellisierung eines ernsthaften Problems und das Verschweigen eines wichtigen Themas ist heuchlerisch. Vermeintliche Tabus in der Gesellschaft bescheren der NPD tatsächlich erst die Themen, von denen sie dann profitieren.

  8.   Martin Schweizer

    Ich bin selber Schüler auf einem Berufskolleg in Krefeld und gehe dort 3 Jahre auf ein technisches Gyminasium. In meiner Klasse habe ich, im gegensatz zu meiner vorigen, keine Ausländer. Zum ersten mal durfte ich erleben, dass man die Klasse nach seinen eigenen Vorstellungen der Schüler gestalten, anstreichen, und dekorieren darf. Auf meiner vorigen Schule war dies nicht möglich. Ich bin der letzte der Naziparolen oder Hakenkreuze auf Wände male, und bin auch fest der Überzeugubg, dass das, was in der NS-Zeit passiert ist, ein großes Verbrechen ist. Ich bin auch christlich erzogen Worden mit wertvollen Werten. Doch wenn ich sehe, dass drei vier Türken und weitere Griechen in der Klasse “scheiß Deutschland“ rufen und die Klassen zerstörren und die Lehrer zuschauen, wünscht man sich eine Veränderung, die nicht durch Immigration erreicht werden kann. Eine Großzahl der Ausländer benahmen sich ohne Anstand, und ihre Schulabschlüsse waren schlecht. Ich habe mich zudem auch oft aufgeregt, wenn wir Gruppenarbeit leisten mussten, habe ich mich immer sehr angestrangt und die haben nie etwas gemacht. Letzen enes wurden nun immer die Noten zusammengezählt und der Durchschnitt gewählt. Nennt man das Intregrationsarbeit, von denen die Lehrer alle so angetan waren. Ich bin der Meinung, dass diese Zerstörrung unserer Kultur noch viel triefgreifender ist ans im 3. Reich. Doch wir sollten dies auf einen Menschlichen Wege durchführen mit passiver Gewalt. Ich finde es gut, dass Herr Koch dieses Thema angesprochen hat, denn kein Politiker traut sich dies, denn man nöchte nicht die Zustände wie in Paris.
    Ich bitte jeden der der liest seine Meinung dazu zu schreiben !!!!
    Mit freundlichen Grüßen
    Martin

  9.   NochEinNickname

    @Frank Graf
    Was kann ein sich hier integrierter Ausländer dafür, wenn es auch ausländische Idioten gibt? Muss er für alle gleich mit büssen? Von wegen alle ab nach Hause…
    Idiotie und Dummheit ist nicht abhängig von einer Landsmannschaft. Das sieht man auch sehr deutlich an nicht wenigen ihrer Mitglieder.
    Ach ja, wenn man hier geboren ist, egal mit welcher Hautfarbe, wo ist dann seine Heimat? Hier oder?

    Mit freundlichen Grüßen
    Olli

  10.   Chap

    So, ich weiß nun mittlerweile, dass dieses ganze Forum sich mehr als disqualifiziert hat.
    Anscheinend geht es gar nicht mehr um das Thema rechtsextremer Gewalt, sondern immer mehr um die persönlichen politischen Vorlieben der Autoren.
    Patrick Gensing ist das beste Beispiel mit seinen beiden letzten Artikeln.
    Was zum Teufel hat das Interview in der Bild mit Schützenhilfe für die NPD zu tun? Ich halte das Thema vielmehr für zu wichtig, um es denen zu überlassen.
    Und warum wird nun „Ausländer-Gewalt“ (ja, ich weiß, laut Aussage Gensings gibt es diese ja gar nicht..)hier in dem Forum doch thematisiert, wenn schon hundertmal darauf hingewiesen wurde, dass dies hier nicht zur Diskussion steht?? Anscheinend nur, wenn es dem Autor in den Kram passt – quod licet iovi, non licet bovi…

    Ich weiß auch nicht, ob es von besonderer journalistischer Eleganz zeugt, vom „Hessen-Hitler“ zu sprechen, auch wenn man es unter dem Deckmäntelchen des „Titanic“-Zitats tut. Das ist einfach nur stumpf, um mal in dem gleichen Idiom zu bleiben.

    Wenn man ein hehres Ziel wie die Verteidigung der Demokratie bzw. die Bekämpfung des Extremismus sich auf die Fahnen schreibt, dann aber nur seinen eigenen persönlichen Polit-Farbton unterbringen möchte, dann ist das schäbig!

    Hallo Chap, wenn du Kritik an Autoren hast, äußere sie bitte etwas sachlicher. Tut dem Klima hier gut. // Mod, cb

    Und jetzt kommt mir nicht mit dem Mist, dass ich einer von den „Wortergreifungs“-Bratzen bin. Das wäre wohl auch für Euch zu primitiv.

    Schönes Neues,

    oder lieber für Euch Viva la Revolu…. nein, lassen wir das..

    Ach ja, interessant ist übrigens, dass Hessen eines der erfolgreichsten Integrationsmodelle für Migranten eingeführt hat. Das wird selbst von der SPD gelobt – komisch, wa‘?!

 

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