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Rechtsverdrehung.

 

Eigentlich ist es ja nicht schlecht, dass sich knapp 100 Nazis auf einem Friedhof versammeln und dort, von ganz alleine, ihre heißgeliebte Hakenkreuzfahne verbuddeln.

Dass diese Fahne allerdings auf dem Sarg des verstorbenen Alt-Nazis Friedhelm Busse ausgebreitet und die Grabrede vom NPD Vorsitzenden Udo Voigt gehalten wurde, lässt vermuten, dass es sich nicht um eine Gruppe junger Menschen handelt, die endlich verstanden haben, wie unglaublich blöd das alles ist was sie da tun.

Ganz im Gegenteil. Die zunächst ohne Zwischenfälle ablaufende Beisetzung endete mit einer für Beerdigungen eher untypischen Bilanz:

Insgesamt nahm die Passauer Polizei 18 Mitglieder der rechten Szene fest, vier im Vorfeld der Trauerfeier; sie waren mit Baseballschlägern und Sturmhauben angereist. Das wiederum belegt, dass eine spätere Spontan-Demonstration gegen angebliche „polizeiliche Willkür“ mehr als ungerechtfertigt war. Jemandem mit einer solchen Bewaffnung keine Tatabsicht zu unterstellen, wäre weitaus willkürlicher und am Ende fahrlässig.

Dass man leider auch ohne Waffen Menschen verletzen kann, musste an diesem Tag noch eine Asiatin feststellen, die in der Innenstadt von zwei Neonazis geohrfeigt wurde. Obwohl die beiden Täter noch am selben Tag gefasst wurden, leugnet die NPD diesen Vorfall.

Es „klingt erfunden“, kann man auf der offiziellen NPD Homepage lesen. Ebenso ist dort zu lesen, dass der in Passau anwesende Journalist Robert Andreasch (Netz gegen Nazis) sich immer wieder in den Trauerzug „hineingedrängt“ haben soll. Vermutlich in der stillen Hoffnung, vom Parteichef persönlich noch eins auf die Fresse zu kriegen. Oder was ?

Liebe NPD,

Jetzt sieh mal auf der einen Seite die polizeilich festgestellte Körperverletzung und auf der anderen die Geschichte eines Journalisten, der sich Rockkonzertartig, unter euphorischem Gejohle der Polizei ( endlich passiert mal was ), in den Trauerzug wirft? Was klingt erfundener?

Klaas