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Papst rehabilitiert Holocaustleugner

 

Trotz massiver Proteste hob der Papst mit einem Dekret die Exkommunizierung von vier erzreaktionären katholischen Bischöfen der Bruderschaft des St. Pius X. aus dem Jahr 1988 auf, die ohne die Zustimmung des Vatikans geweiht worden waren (näheres dazu: hier). Einer der Rehabilitierten ist der britische Holocaustleugner Bischof Williamson.

Williamson sagte im schwedischen Fernsehen, angeblich gebe es erdrückendes historisches Beweismaterial, das gegen die mutwillige Vergasung von sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkriegs spreche. Er sprach von 200.000 bis 300.000 in KZ´s ermordeten Juden, kein einziger von ihnen sei vergast worden. Das Interview wurde bereits im November in Deutschland aufgezeichnet und vergangenen Mittwochabend ausgestrahlt.

Williamson stellt sich damit in eine Reihe von Holocaustleugnern, die versucht haben, durch pseudowissenschaftliche Behauptungen, den historischen Fakt des millionenfachen Mordes an der jüdischen Bevölkerung Europas zu relativieren. In Deutschland ist das Leugnen des Holocaust erfreulicherweise unter Strafe gestellt. Die Staatsanwaltschaft Regensburg eröffnete demnach inzwischen ein Ermittlungsverfahren gegen Williamson wegen Volksverhetzung.

Die Zahl von im Holocaust durch Nazis ermordete Jüdinnen und Juden gilt in der seriösen Geschichtswissenschaft als unumstritten.

Die Rehabilitierung des Holocaustleugners ist ein verheerendes Signal: Kurz vor dem Jahrestag der Befreiung Auschwitz (27.01.) macht ein deutscher Papst deutlich, dass er in der katholischen Kirche Bischöfe duldet, die die industrielle Massenvernichtung an der jüdischen Bevölkerung durch Gaskammern der Nazis bezweifeln.

Mehr Informationen zum Holocaust findet Ihr hier.