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NPD wirbt mit Sarrazin

 
Wird von der NPD für ihre Zwecke vereinnahmt - Thilo Sarrazin (SPD) © dpa

Die Berliner NPD wirbt auf einem Flugblatt mit einem Zitat von Thilo Sarrazin. Auf den in der Hauptstadt verteilten Postkarten ist ein Satz aus dem umstrittenen Bestseller des Ex-Finanzsenators zu lesen.

Die rechtsextreme NPD wirbt derzeit auf tausenden Wahlkampfflugblättern mit einem Zitat von Ex-Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD). Der Satz „Ich möchte nicht, dass wir zu Fremden im eigenen Land werden“, aus seinem umstrittenen Bestseller steht direkt über den rassistischen Parolen auf der schwarz-weiss-roten Postkarte. Über ein Formular auf der Rückseite kann man die Parteimitgliedschaft beantragen. Für manche Berliner, die das Flugblatt in ihrem Briefkasten finden, entsteht so der Eindruck, dass Sarrazin aktiv die NPD unterstützen würde.

Um Erlaubnis gefragt habe man Sarrazin nicht, gab der Berliner NPD-Landesvorsitzende Uwe Meenen gegenüber offen zu. Eine juristische Auseinandersetzung haben die Rechtsextremisten offenbar für ihre gezielte Provokation bewusst eingeplant. „Wir lassen uns da überraschen“, sagte Meenen. Wenn Sarrazins Verlag klagen wolle, könne er das versuchen. Angeblich würden die Flugblätter in den kommenden Wochen in „sechsstelliger Stückzahl“ in allen Berliner Bezirken verteilt.

NPD-Landesvorsitzender Uwe Meenen bei einer NPD-Veranstaltung im Januar 2011 © Matthias Zickrow

Ob Sarrazin gegen den Missbrauch seines Zitats vorgehen wird, war am Sonntag nicht zu erfahren. Weder sein Verlag, noch er selbst waren telefonisch zu erreichen. Oskar Lafontaine (Linke) hatte 2006 einen Prozess gegen die Autovermietung Sixt verloren, die mit seinem Foto geworben hatte. Die ebenfalls betroffene Angela Merkel (CDU) hatte 2001 auf eine Klage gegen Sixt verzichtet.

„Man kann dem Noch-Genossen Sarrazin nur raten mit allen rechtlichen Mitteln dagegen vorzugehen“, sagte der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber. Andererseits sei es nicht verwunderlich, dass „rechte Rattenfänger“ genau auf diese Zitate anspringen würden. „Es war abzusehen, dass genau das im Wahlkampf passiert und die NPD versucht so in die Medien zu kommen.“ Am Montagabend will die NPD am Bat-Yam-Platz in Rudow unter dem Motto „Fremdarbeiter Stoppen“ eine Kundgebung abhalten. Vermutlich werden die Flugblätter auch dort verteilt. Initiativen gegen Rechts haben eine Gegendemonstration angemeldet.

Die NPD-Postkarte ist nicht das erste Mal, dass Neonazis Sarrazins Thesen für Wahlkampfzwecke missbrauchen. Im vergangenen Jahr entfernte die Polizei an der NPD-Bundeszentrale in Köpenick ein Banner mit dem Konterfei Sarrazins. Darunter stand „Sarrazin hat recht“. Sein Verlag hatte damals Anzeige gegen die Partei erstattet. Trotzdem kursieren immer noch NPD-Aufkleber mit demselben Motiv in der Szene.

9 Kommentare

  1.   Marcus Tullius

    ich würde hier nicht von Misbrauch sprechen.

    So blöd KANN niemand sein, nicht zu wissen, welche Geister er durch welche Äußerungen ruft und sich dann zu beschweren, dass man selbige nicht mehr loswird zeugt entweder von einer gewissen Unreife oder ist schlicht und ergreifend ein Täuschungsmanöver. Sarrazins „Thesen“ SIND rassistisch und reaktionär, da muss man sich nciht wundern, wenn vor allem rassistische und reaktionäre Parteien und Medien sie aufgreifen und verbreiten.
    Hirtorisches Vorbild dafür ist der Politiker Heinrich von Treitschke, von dem der Satz stammt „Die Juden sind unser Unglück!“

  2.   Hermine

    Sarrazin ist doch selber nicht unschuldig, das die NPD sich seine „Slogans“ ausleiht, bedient er doch genau jenes Klientel mit seinen Aussagen und sein Buch dürfte dort doch auch den größten Anklang haben…


  3. Bitte Herr Sarrazin stellen Sie klar, ob Sie die Meinung von der NPD
    vertreten oder Sie von der NPD und Ihren Geisteskranken zu populistischen Zwecken mißbraucht werden, da sich ihre Mitglieder gemeinnütziger nützlicher Arbeit entziehen, die von allen anderen Blöden zum Wiederaufbau Deutschlands geleistet werden müssen.
    Es ist alles Freiwillig, auch freiwillig ihnen alle finanziellen und sozialen Unterstützungen zu entziehen, auch wenn sie DEUTSCHE sind!!!

  4.   Conradius

    Bei allem was Recht(s) ist?

    Thilo Sarrazin erregte ohne jede Zweifel mit seinem ach so tollem Hassbuch großes Aufsehen. Er selbst bedient sich seiner Rechte und lässt dieses Werk als seine eigene Meinung kursieren.
    Zu dumm nur Herr Sarrazin, dass sie damit bewusst oder unbewusst Kräfte mobilisieren, die sich durch Solche Werke motiviert fühlen.
    Sollte sich Herr Sarrazin klar gegen diesen Missbrauch seiner Texte äußern, würde Er sich selbst zu einem Teil wiedersprechen müssen.
    Ich bin gespannt wie Sie diesen Konflikt lösen werden.

  5.   DELENA..=)

    naja passt doch ..sarrazin und NPD …wenn sarrazin schlau wäre würde er klagen oder seinen verlag klagen lassen ..aber wer weiß ob der das macht ..ist auch dämlich sowas zu sagen …man weiß doch wer das dann am ende für sich nutzt …und dass das die NPD macht war klar.
    ich glaube sarrazin ist genauso geisteskrank wie die vollhonks von der NPD ..hat man ja gestern bei annewill auf ARD gesehen ..war klar dass der sich da nicht zurückhalten kann was gegen ausländer zu sagen …
    die NPD zu unterstützen ist so ziemlich das dümmste was man machen kann ..falls sarrazin nicht klagt unterstützt er die NPD und ist damit entgültig bei allen normalen menschen unten durch …mal sehen ob er klagt oder nicht.

  6.   Manfred Beyer

    Nicht Sazzazins Thesen sind verlogen, sondern die Gegenargumente der SPD/Linken/Grünen.
    Es gibt zwei Möglichkeiten:

    1. Wir lassen die Flüchtlinge zu uns. Dann muss die Politik dafür sorgen, dass sie die deutsche Sprache lernen und eine Berufsausbildung erhalten. Nichtskönner und Maulhelden haben wir unter den Deutschen schon genug.

    2. Die Politik kann das nicht leisten, dann müssen die Flüchtlinge – mit Ausnahme der Verfolgten – abgewiesen werden.

    Die Leute einzulassen und dann scheitern zu lassen, das ist unfair.

  7.   Corina Wagner

    Es war doch abzusehen, dass die NPD eines Tages mit Sarazins Worten für ihre Partei wirbt und so auf Stimmenfang geht.
    Und demnächst werden diese vermutlich mit Blick auf die angeblich „clevere“ Wahl in Finnland mit dem rechtspopulistischen Aussagen von Timo Soini („Wahre Finnen“) werben.
    Wenn man sich diese politische Entwicklung ansieht, genügt nicht einmal mehr nur ein Kopfschütteln…

  8.   MarcoSchaub

    Wir als Kannibalenverein hätten ja gerne für besonders bedürftige Mitbürger die Kalorienzahlen von Herrn Sarrazin veröffentlicht. Bloß uns verunsicherte, ob die mageren Verlautbarungen letztlich den Geschmack der gesitteten Allgemeinheit munden würden.

    Zweifelsohne haben wir tiefstes Verständnis, wenn Inzuchtfanatiker ihn vorab labend durchkauen wollen. Gewiss wegen seines bekannten Werwolf Gejaule, betört es solche ekligen Kreaturen an, bei denen vulgäres Gegrunze wie Aroma ins innerste Mark prickelt. Vermutlich ist darin aufgegabelt seine Präsenz besser konserviert. Im derartigen Geschwür von arisiertem Rudel, könne das Lukullische unter Seinesgleichen kopulieren, koitieren, spielen, raufen, beißen, zerfleischen und sich beständig am Popoloch beschnuppern.

    Wieso nennt sich so was noch Politiker?


  9. […] Warum werben Nazis und Nazis, die keine (mehr) sein wollen, mit Thilo Sarrazin? Antwort: Darum. Zitat: Erstens: […]

 

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