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Kickboxer im Hitler-Shirt

 

Markus Walzuck, deutscher Meister im Kickboxen, ist am 26. Januar vom Dresdener Amtsgericht wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Dies berichtete die Lausitzer Rundschau am Freitag. Der 28-jährige Cottbusser war im Mai 2010 mit 17 weiteren Personen zusammen am Dresdener Flughafen aufgefallen. Er und die anderen trugen Adolf-Hitler-Gedenk-T-Shirts mit den Aufschriften „A.H. Memorial Tour 2011 – Protectorat Mallorca“ und „Seit 66 Jahren vermisst. Du fehlst uns. Wir brauchen dich“.

Ein Gastbeitrag von Inforiot

Die T-Shirts wurden bei der Rückankunft der Reisegruppe beschlagnahmt. Zur Verhandlung kam es, weil Walzuck gegen einen bereits verhängten Strafbefehl vorgegangen war. Vor Gericht hatten Walzuck und sein Verteidiger Ronny Krautz versucht, das Shirt als harmlosen „Partyspaß“ im Zusammenhang mit einer Urlaubsreise darzustellen. Wer das fragliche Shirt hergestellt hatte, wollte Walzuck laut „Lausitzer Rundschau“ vor Gericht nicht erläutern. Immerhin war er es gewesen, der das Motiv vor der Urlausreise juristisch von seinem Anwalt auf vermeintliche Unbedenklichkeit hatte prüfen lassen.

Verein reagiert auf Urteil

Der Sportklub „Kickbox-Team Cottbus 09“, in dem Walzuck aktiv war, hat Walzuck in Reaktion auf das Gerichtsurteil umgehend ausgeschlossen. Die Nähe von Walzuck zur rechten Szene war schon vorher kein Geheimnis. So war er bei einem Kampf im Elbe-Elster-Kreis zur Musik der Rechtsrockband „Blitzkrieg“ in den Ring marschiert.

Noch Ende 2011 hatte Walzuck ein Glückwunschschreiben des Cottbusser Oberbürgermeisters Frank Szymanski (SPD) erhalten, in dem ihm zur Verteidigung des deutschen Meistertitels (in der Version des „World Kickboxing Network“ WKN) gratuliert wurde, berichtet die Lausitzer Rundschau ferner.

„Ideale besiegen das Geld“

Markus Walzuck ist laut dem entsprechenden Webseitenimpressum auch Inhaber des Unternehmens „Tex.Fabrik“, welche die Kleidungsmarken „Boxing Connection“ beziehungsweise „Label 23“ produziert. Vertrieben wird Kleidung mit Kampfsportmotiven, die teilweise in der Hooliganszene, aber auch unter Rechten beliebt ist. Sie wird im Internet beispielsweise gemeinsam mit Produkten von „Thor Steinar“ verkauft. Im Internet wirbt „Boxing Connection“ mit dem Slogan „Ideale besiegen das Geld“.

Spätestens nach dem jetzigen Gerichtsurteil wegen der Hitlerverehrung von Walzuck dürfte deutlicher geworden sein, was mit zu diesen „Idealen“ gezählt werden darf. Allgemein gibt es in Südbrandenburg und Sachsen immer wieder Berührungspunkte zwischen Neonazi- und Kampfsportszene. So richtete das Neonazi-Netzwerk der „Spreelichter“ schon mehrfach „nationale Kampfsporttage“ unter Mottos wie „Leben heißt Kampf“ aus.

15 Kommentare


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  4. […] Bereits Anfang des Jahres warnte der brandenburgische Verfassungsschutz vor der Unterwanderung des Kampfsports in Brandenburg durch Neonazis. Festgestellt wurde, dass Neonazis „den Kampfsport für Agitationen“ nutzen und gleichzeitig ein neonazistisches „Kampfsportmilieu herausbilden“ wollen. Ein Beispiel ist hier der regionale Skandal um den deutschen Kickboxmeister Markus Walzuck. […]

 

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