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Stadt verbietet Konzert aus Angst vor militanten Naziangriffen

 
Die Stadt will am "Führergeburtstag" kein Punkkonzert erlauben, um die Neonaziszene nicht zu provozieren.

Ein Punkkonzert gegen Rechtsextremismus, das für den 20. April in Brüssow (Brandenburg) angemeldet worden war, kann dort nicht stattfinden, weil Gemeinde und Amt sich nicht in der Lage sehen, für diesen Tag Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Das berichtet das Watch-Blog gegenrede.info.

Zuerst war das Konzert im Brüssower Kino durch den Verein „Lebendiges Brüssow“ beim Ordnungsamt angemeldet worden. Im Kinosaal hatten in den vergangenen Jahren mehrfach Punk- und Rockkonzerte stattgefunden. Für den 20. ist das von Amtsdirektor Neumann untersagt worden. Als Gründe dafür wurden bauliche Mängel des Gebäudes genannt, die allerdings tatsächlich vorhanden sind.

Der Versuch, stattdessen die Freilichtbühne der Stadt für das Konzert am 20. April zu mieten, scheiterte dann am Montag ebenfalls. Der 21. April ginge aber, hieß es. Verantwortlich für Kino und Freilichtbühne ist die Brüssower Wohnungsverwaltungs GmbH. Auf die Nachfrage, ob man Angst vor Nazis habe, wollte Geschäftsführer Jörg Ostermann, das Wort „Angst“ allerdings so nicht stehen lassen. „Vorsicht“ wäre da eher die Intention der Verantwortlichen.

Amtsdirektor Neumann sprach von organisatorischen Defiziten. Weder kenne man die Bands noch den Veranstalter. Noch wisse man, ob es überhaupt eine Versicherung gäbe. Zum 20. April sagte er nur, dass man gegenrede.info nicht erzählen müsse, was das für ein Tag sei. Ähnlich formulierte es auch Brüssows Bürgermeister Rakow.

Klar wurde, dass der 20. April in der Nord – Uckermark als kritisches Datum angesehen wird. Man befürchtet, dass Rechtsextremisten aus dem angrenzenden Löcknitz (MV) sich provoziert fühlen und militant auftreten könnten, wenn an diesem Tag – dem sogenannten „Führergeburtstag „- ein Konzert gegen Rechts stattfinden würde. Dass man reichlich eigenes braunes Potenzial in der Stadt hat, ließ man dabei lieber unerwähnt.

Die Punks aus der Region haben mittlerweile eine neue Räumlichkeit im 10 Kilometer entfernten Klockow gefunden. Dort soll nun das Konzert mit drei Punkbands stattfinden. Klockow gehört ebenfalls zum Amtsbereich Brüssow. Man darf gespannt auf die Reaktion des Amtsdirektors sein.

4 Kommentare

  1.   marc

    super, die gegend da oben hat ja die rechten voll im griff. es fehlt nur noch, dass aus angst vor uebergriffen dem rechten asozialen pack demnaechst noch blumen hinterlegt und kerzen am 20.4 angeuendet werden muessen. es scheint sich in dieser gegend anscheinend doch nicht um randgruppen zu handeln. aber wie hiess es doch so schoen: die bewegung lebt. also wehret den anfaengen. vielleicht ist aber in bruessow schon zu spaet. ein glueck, das es die spamschutzfrage gibt da kann kein nazi mitmachen der muesste ja sonst denken.


  2. […] Stadt verbietet Konzert aus Angst vor militanten Naziangriffen Zuerst war das Konzert im Brüssower Kino durch den Verein “Lebendiges Brüssow” beim Ordnungsamt angemeldet worden. Im Kinosaal hatten in den vergangenen Jahren mehrfach Punk- und Rockkonzerte stattgefunden. Für den 20. ist das von Amtsdirektor Neumann … Read more on ZEIT ONLINE (Blog) […]

  3.   Cassady

    P.S.: The fun thing is: every time rightwing poilniciats want to close Reitschule, the creative community of Bern gets together and produces great stuff to show the solidarity with the place. Now there has been a CD production and several video clips. The song Erich, warum bisch Du nid Ehrlich? * of radio comedian Mfcslfcm (a Swiss version of Borat/Ali G.) even has entered the Swiss charts. More info here.

 

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