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Neue Recherche-Broschüre zur Berliner Neonazi-Szene

 

Im Mai ist die dritte Ausgabe des Berliner Recherche-Hefts „Motiv Rechts“ erschienen. Anders als die vorigen Hefte aus den Jahren 2003 und 2006 wird in dieser Ausgabe ein Schwerpunkt auf das Berliner Neonazi-Netzwerk „Nationaler Widerstand Berlin“ („NW-Berlin“) gelegt.

Es wurden 2.500 Exemplare gedruckt, berlinweit verteilt und bundesweit an Infoläden verschickt.  In der Broschüre wird der personelle Zusammenhang, der sowohl für die Aktivitäten des Netzwerks als auch für deren Internetseite verantwortlich ist, beleuchtet und eine Verbindung zur Berliner NPD gezogen. Weitere Artikeln stellen die Entstehungsgeschichte und der organisatorische Background, sowie Kontakte in andere Bundesländer aufgezeigt, ein Überblick über Aufmärsche, Kampagnen und Propaganda dar. Im zweiten Teil des Heftes wird anhand von Texten von „NW-Berlin“ deren inhaltliche Positionierung zum Nationalsozialismus, zu Eugenik, zu Wirtschaftpolitik und Genderfragen diskutiert. „Die Ideologie, die von „NW-Berlin“ vertreten wird, richtet sich gegen die Moderne und deren Entwicklungen. Völkischer Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus und die positive Bezugnahme auf den Nationalsozialismus bilden auch bei den „Autonomen Nationalisten“ und dem Netzwerk „NW-Berlin“ den Kern der neonazistischen Weltanschauung.“ wird in der Broschüre festgehalten.

Pressesprecher der Antifa Hohenschönhausen dazu: „Die Broschüre unternimmt den Versuch, mit der in Politik und Presse verbreiteten Unsicherheit, das Netzwerk „NW-Berlin“ mit der Berliner NPD unter Sebastian Schmidtke in Verbindung zu bringen, aufzuräumen. Die klaren Linien zwischen der Internetseite und deren Bedrohungspotential für die dort genannten Gegner_innen der Neonazis und dem realen Netzwerk „NW-Berlin“ lassen sich an etlichen Punkten ohne Probleme nachweisen. Der offene Bezug auf den historischen Nationalsozialismus ist eine Provokation für alle Menschen, die die Verbrechen der Nazis nicht vergessen haben.“

Bei Interesse kann die Broschüre angefordert werden, unter: antifah@web.de
Weitere Informationen: www.ah.antifa.de