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Versicherung kündigt Jugendzentrum nach rechtsextremen Brandanschlägen

 
Erst tauchte das gebäude auf einer Naziwebseite als "gutes Anschlagsziel" auf, dann folgten die Brandanschläge

Im Jahr 2011 wurde das Britzer Kinder- und Jugendzentrum der Falken zweimal Ziel von Brandanschlägen von Nazis. Nur eine Nacht vorher übernachtete dort eine Falken-Kindergruppe und kurz zuvor eine Gruppe der israelischen Partnerorganisation. Jetzt kam die Kündigung der Versicherung sollte nicht ein sehr teurer neuer Zaun gebaut werden. Die Falken bitten daher auf einer Aktionswebseite gemeinsam mit Prominenten um Unterstützung.

Wir dokumentieren den Aufruf:

Der erste Brandanschlag erfolgte in der Nacht vom 26. zum 27. Juni 2011. Nur eine Nacht zuvor hatten hier 12 Kinder mit ihren Gruppenleitern übernachtet. Eine Woche zuvor übernachtete hier eine Jugendgruppe aus Israel. Das war den Nazis egal. Sie nahmen mögliche Todesopfer in Kauf. In ihrer Menschenverachtung unterscheiden sie sich nicht von den Brandstiftern des 9. November 1938.

Kurz vor der Wiedereröffnung des ASH, in der Nacht zum 9. November 2011, dem Jahrestag der Pogromnacht 1938, gab es einen weiteren Brandanschlag. Erneut entstand erheblicher Sachschaden.

Der Terror soll uns einschüchtern und zwingen aufzugeben. Aber das Gegenteil wurde erreicht – eine Welle der Solidarität erreichte uns: Briefe, Mails, Besuche, Spenden. Wir lassen uns nicht vertreiben! Jetzt erst recht! Vom Bezirksamt Neukölln erhielten wir zum Glück Rückendeckung – und ein Ausweichquartier während der Bauarbeiten, das wir jetzt als zweite Einrichtung weiterführen.

Nach monatelanger Schließung und dem Wiederaufbau treffen sich die Kinder- und Jugendgruppen seit dem 1. Mai 2012 wieder im ASH. Doch nun müssen Haus und Gelände wirkungsvoll vor neuen Anschlägen von Nazis geschützt werden. Dafür benötigen wir einen über 190 Meter langen, sicheren Zaun. Die Kosten von rund 100.000 Euro können wir unmöglich selbst aufbringen.

Das Haus nach der Renovierung

Daher bitten wir alle Freunde, Förderer und Unterstützer:

Helft uns, diesen Zaun zu kaufen und zu bauen. Ein Zentimeter Zaun kostet 5 Euro. Wir bitten euch, den Zaun symbolisch stückweise, zentimeterweise zu kaufen!

Wir werden dabei von Künstlern und Politikern unterstützt. Als erste haben zugesagt:

– Klaus Staeck, Plakatkünstler und Präsident der Akademie der Künste

– Konstantin Wecker, Liedermacher und Sänger

– Dieter Hildebrandt, Kabarettist, Schauspieler und Buchautor

– Hannes Wader, Musiker und Liedermacher

– Ralf Wieland, Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin

– Martin Buchholz, Kabarettist

– Michael Sommer, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes

– Reinhard Mey

Weitere Prominente werden zurzeit angefragt.

Das ASH nach der Wiedereröffnung 2012 Das ASH nach der Wiedereröffnung 2012

Wer 5 Zentimeter Zaun oder mehr kauft, erhält eine Urkunde mit seinem eigenen Namen und der gewünschten Original-Unterschrift.

Also: Macht mit! Wir bauen gemeinsam ein Bollwerk gegen Nazis.

Für demokratische Kinder- und Jugendarbeit.

Kein Millimeter den Faschisten!

Hier geht es zur Kampagnenwebseite

6 Kommentare


  1. […] Im Jahr 2011 wurde das Britzer Kinder- und Jugendzentrum der Falken zweimal Ziel von Brandanschlägen von Nazis. Nur eine Nacht vorher übernachtete dort eine Falken-Kindergruppe und kurz zuvor eine Gruppe der israelischen Partnerorganisation. Jetzt kam die Kündigung der Versicherung sollte nicht ein sehr teurer neuer Zaun gebaut werden. Die Falken bitten daher auf einer Aktionswebseite gemeinsam mit Prominenten um Unterstützung (stoerungsmelder.org). […]

  2.   Frager

    Um welches Versicherungsunternehmen handelt es sich?
    Was ist die genaue Begründung?

  3.   V. Zander

    Ich finde es toll, daß die Täter erwischt wurden, die das Britzer Jugendheim beschädigten. Mich würde aber sehr interessieren, welche Strafen die Täter erhielten. Welchen Parteien und Gruppen gehörten sie an?

  4.   Volker Racho

    „Wir bauen gemeinsam ein Bollwerk gegen Nazis.“

    Antifaschistischer Schutzwall 😉


  5. Der Name der Versicherung ist nicht relevant, da eine Versicherung anders als sie mit der Frage insinuieren nicht verpflichtet ist, politisch gute aber erwiesenermaßen riskante Geschäfte günstig und auflagenfrei anzubieten. Die Versicherungen sind da doch sehr klar strukturiert und nicht willkürlich veranlagt- Schäden führen höhere Beiträge und Auflagen nach sich, alternativ: Versicherungsausschluss Ausnahmen: keine.


  6. […] Versicherung kündigt Jugendzentrum nach rechtsextremen …ZEIT ONLINE (Blog)Im Jahr 2011 wurde das Britzer Kinder- und Jugendzentrum der Falken zweimal Ziel von Brandanschlägen von Nazis. Nur eine Nacht. […]

 

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