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Rechtsextreme sollen Todeslisten aufgestellt haben

 

Sie sprachen vom „Tag X“ und wollten Leichensäcke für den Ernstfall horten: Eine mutmaßliche Gruppe von Rechtsterroristen soll Namen und Adressen Tausender politischer Gegner gesammelt haben.

Gruppe Nordkreuz: Rechtsextreme sollen Todeslisten aufgestellt haben - Störungsmelder
Plante die Gruppe Nordkreuz, viele Menschen zu töten? Auf Listen fanden sich Namen von rund 25.000 politischen Gegnern. © Oliver Killig/dpa

Eine rechtsextremistische Gruppe hat laut einem Medienbericht politisch motivierte Morde in ganz Deutschland geplant. Das Netzwerk habe auf seinen „Todeslisten“ Namen und Adressen von politischen Gegnern landesweit gesammelt.

Dies berichteten die Zeitungen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) unter Verweis auf Vernehmungsprotokolle des deutschen Bundeskriminalamtes (BKA). Demnach geht die Bundesanwaltschaft davon aus, dass die Rechtsextremisten aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg nicht nur Personendaten aus ihren Regionen sammelten.

Laut den Angaben verfügt eine Gruppierung namens Nordkreuz über mindestens zwei weitere Ableger: Südkreuz und Westkreuz. Auch in und um Berlin soll eine Unterstützergruppe tätig sein. In Akten und auf elektronischen Datenträgern, die bei Durchsuchungen von Nordkreuz-Mitgliedern im August 2017 und April 2018 in Mecklenburg-Vorpommern sichergestellt wurden, sind demnach Namen und Adressen von fast 25.000 politischen Gegnern aus dem gesamten Bundesgebiet verzeichnet.

Vor allem Angehörige des linken Spektrums betroffen

Nach RND-Informationen hat Nordkreuz überwiegend Daten von Personen aus dem linken politischen Spektrum gesammelt. Die meisten von ihnen hätten sich positiv über Geflüchtete und Asylsuchende geäußert.

Nach Einschätzung von Ermittlern planten die Rechtsextremisten, politische Gegner gezielt zu töten. Diesen Verdacht hätten zwei Vernehmungen eines der Nordkreuz-Angehörigen erhärtet. Dieser habe ausgesagt, die Listen mit „linken Persönlichkeiten“ hätten dem Ziel gedient, diese „im Konfliktfall“ zu liquidieren.

Planung für den „Tag X“

Laut den Vernehmungsprotokollen des BKA plante ein weiteres Nordkreuz-Mitglied, ein Rostocker Rechtsanwalt, seine Kameraden ab dem „Tag X“ mit Passierscheinen auszustatten, um schneller in die „Einsatzgebiete“ für die anvisierten Liquidierungen zu kommen. Die Passierscheine sollten mit Stempeln und auf Kopfbögen der Bundeswehr ausgestellt werden.

Der Gründer der rechten Prepper-Gruppe Nordkreuz sitzt seit Mitte Juni in Untersuchungshaft. Zusammen mit drei weiteren Polizisten soll er Munition aus Polizeibeständen entwendet und Tausende Patronen gehortet haben. Eine Materialliste von Nordkreuz zählt nach RND-Informationen neben Toilettenpapier und Wischtüchern auch rund 200 Leichensäcke und Ätzkalk auf. Die Bundesanwaltschaft ermittelt seit August 2017 gegen Mitglieder des Netzwerks wegen des Verdachts der Vorbereitung einer terroristischen Straftat.

Mit Material von dpa

79 Kommentare

  1.   by-himself

    ja geht’s noch, wird jetzt auch noch das Anlegen von (Todes)listen verboten. wo kommen wir denn dahin….
    /Sarkasmus aus

    Jetzt sollte sich mal die ganze Prepper „Szene“ von derartigen Umtrieben lossagen (wie es ja von Anderen gefordert wird) – mal sehen ob da was kommt.

  2.   by-himself

    @zeit_fan – nicht nur aus den Polizeicomputern sondern auch aus den „nichtexistenten“ rechtsextremen Netzwerken, die solche Daten sammeln.
    … aber die gibt es ja in D, besonders in Sachsen, überhaupt nicht… niiiie … kennen wir garnicht….

  3.   Am Anfang war Vernunft

    Die Frage ist, ob unser Rechtsstaat über die Möglichkeiten verfügt – technisch und rechtlich – solch gewaltbereite Menschen zu stoppen, bevor sie zur gesellschaftlichen Gefahr werden, etwa wie die SS – die ja ihre Anfänge in der Weimarer Republik hatte.
    Unsere Politik scheint mir hier doch noch zu sehr gelassen zu sein – und die Kräfte solcher Trupps wieder einmal zu unterschätzen.

    Frustrierte Polizisten, ein schwaches Militär – mit teilweise delikaten Einstellungen zur Demokratie und zum liberalen Miteinander, ungelöste Probleme … ich bin mir nicht sicher, ob die Bundesregierung und einige Länderregierungen wirklich den Ernst der Lage begriffen haben.

  4.   zambaqia1

    Sollen sie? Oder haben sie? Wird man drüber informiert, wenn man draufsteht?

  5.   Graf Otto

    Ich könnte auch mal so eine Liste aufstellen; nach alten Rasterfahndungskriterien:
    (ehemaliges) Mitglied der Polizei bzw. Bundeswehr (oder ähnlicher Trachtengruppen), IQ unter 95=
    Hohe Wahrscheinlichkeit, ein echter Deutscher zu sein!
    Größe Vorsicht!

  6.   FCKNZS7

    „Ein Blick auf Zahlen zu rechtsextremem Terror in Deutschland zeigt, dass dieser kein neues Phänomen ist. Auf das Konto rechtsextremer Terroristen gehen Köhlers Datenbank zufolge 229 Morde, 123 Sprengstoffanschläge, 2173 Brandanschläge, zwölf Entführungen und 174 bewaffnete Überfälle. […] Die Zahlen sind Mindestangaben[!], wie Köhler sagt, da sie nur abgeschlossene und von den Behörden als rechtsterroristisch gewertete Fälle beinhalten.“ https://www.tagesschau.de/faktenfinder/chronologie-rechtsterrorismus-101.html

  7.   Amanda.S

    Seltsam dass die Meldung erst jetzt erscheint. Ist schon seit Wochen anderswo drüber zu lesen. Mehr als die anderen scheint die Zeit aber leider auch nicht herausgefunden zu haben. Das Ganze ist so beängstigend, dass mich dabei ertappe glauben zu wollen oder zu versuchen, dass es nur eine Ente ist.
    Also, bitte: mehr Recherche!
    Und nicht so ein komischen Platzpatronenbild!

  8.   Dr. Schiwago

    Dieser Beitrag ist doch nicht ernst zu nehmen?

  9.   new_observer

    Hört sich alles ein wenig nach Wehrsportgruppe an. Das gab es in den 80er Jahren schon einmal.

  10.   Leute von heute

    Bin mal gespannt ob und wenn überhaupt, bis wann man darüber informiert wird, dass man auf einer Todesliste von Faschisten steht.

 

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