ZEIT ONLINE gewinnt Online Journalism Award 2011

ZEIT ONLINE hat den wichtigsten internationalen Preis für Onlinejournalismus gewonnen. Das Projekt „Verräterisches Handy: Was Vorratsdaten über uns verraten“ ist am Abend des 24. September in Boston mit dem Online Journalism Award 2011 ausgezeichnet worden. Dies ist das erste Mal, dass eine Redaktion aus Deutschland einen der renommierten Online Journalism Awards gewonnen hat. Verliehen wurde der Preis in der Kategorie „Outstanding Informational Graphic or Data Visualization, Professional“. Weiterer Finalist in dieser Wettbewerbskategorie war die Los Angeles Times.

Kai Biermann, Digital-Ressortleiter von ZEIT ONLINE, Entwicklungsredakteur Sascha Venohr, Grafikchef Tibor Bogun, sowie Lorenz Matzat von der Agentur Open Data City und der freie Programmierer Michael Kreil hatten mit der interaktiven Grafik dargestellt, wie anhand von Vorratsdaten eines halben Jahres ein sehr präzises Bewegungsprofil eines Menschen gezeichnet werden kann. Die persönlichen Daten für diese Visualisierung hatte der Grünen-Politiker Malte Spitz zur Verfügung gestellt. Seine Daten hatte er erst nach längerem Rechtsstreit von der Deutschen Telekom erhalten.

Datenjournalismus ist eine noch junge Ausprägung des Onlinejournalismus, die uns begeistert und herausfordert“, sagt Wolfgang Blau, Chefredakteur von ZEIT ONLINE. „Wir freuen uns deshalb besonders, einen Online Journalism Award in dieser Kategorie gewonnen zu haben und nehmen den Preis als Ansporn, unsere Kompetenz im Datenjournalismus weiter zu vertiefen.“

Die Online Journalism Awards werden jährlich von der Online News Association (ONA) verliehen, der weltweit größten Vereinigung von Onlinejournalisten.

ZEIT ONLINE hat dieses Jahr bereits einen Grimme Online Award, zwei Lead Awards in Gold, sowie den Eco Content Star des Verbandes der deutschen Internetwirtschaft gewonnen.

(Falls Sie sich für das Thema Datenjournalismus interessieren, empfehlen wir Ihnen auch unser Data Blog.)

 

Speedlab Journalism: Wohin die Reise gehen könnte

Wie sieht die Zukunft des Journalismus in Zeiten der Digitalisierung aus? Darüber diskutierten Fachleute, Blogger und Journalisten auf dem „speedlab journalism“ in Berlin am 2. Dezember 2010. Eingeladen hatte die „Kooperative Berlin“ im Auftrag von DRadio Wissen NETZ.REPORTER. ZEIT ONLINE und die Sendung „Breitband“ von Deutschlandradio Kultur waren Kooperationspartner. Auf der Veranstaltung wurden Elemente von Speeddating, Barcamp, Workshop und Konferenz gemischt.

Die Impulsreferate hielten Joshua Benton (USA) und Phil Fearnley (Großbritannien). Benton ist Direktor des Nieman Journalism Labs an der Harvard University und beschäftigt sich mit den Möglichkeiten für Journalisten, die sich durch neue Technologien ergeben. „Es wird Geschichten geben, die in Zukunft wegen des Aufwandes nicht mehr erzählt werden können. Aber dafür gibt es unzählige Geschichten, die nicht hätten erzählt werden können, wenn es die neuen Technologien nicht gäbe“, beschreibt Benton seine Position.

Phil Fearnley arbeitet bei der BBC als „General Manager News, Technology and Media Future“. Seine These: IP TV wird nach Tablets und Mobilgeräten einen nächsten große Entwicklungsschritt im Journalismus auslösen – zumindest für ein Haus wie die BBC.

Mit Joshua Benton und Phil Fearnley sprach Christoph Dowe.