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Proust-Fragebogen für Blogger (62)

 

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(c) Sandra Olyslager

Sandra Olyslager ist so mit dem Internet verwachsen, dass Offline für sie ein unbekannter Zustand ist: Einer, der wohl einträte, falls ihr Smartphone in die Toilette fiele. Die 24-jährige wohnt in der Fahrrad- und Studentenstadt Münster und wird demnächst anfangen zu studieren. Untätigkeit kann man ihr derweil nicht unterstellen: Vor vier Jahren hat sie ihren Blog Heavensdarling begonnen, vor vier Monaten gemeinsam mit vier anderen Blogerinnen ein ambitioniertes Onlinemagazin mit Mode-Kunst-und Lifestylethemen gegründet: SUPREME MAG.

Was ist für Sie der vollkommene Blog?

Ich glaube, DEN vollkommenen Blog gibt es gar nicht – das wäre auch schon fast wieder langweilig. Ecken und Kanten sind meistens das, was mich als Leserin hält. Vollkommen wirkenden Sachen traue ich nicht. Ich mag Blogs denen man ansieht, dass sie wirklich mit Leidenschaft und Herzblut geführt werden.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?

Ich identifiziere mich nicht mit dem Blogger selbst, sondern eher mit dem Inhalt des Blogs. Ein Beispiel fällt mir jetzt aber nicht ein.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Die meiste Online-Zeit vertreibe ich mir damit, mich durch die Twitter-Timeline zu scrollen und die unterschiedlichsten Dinge zu googeln. Oder Wikipedia-Artikel über meine Lieblingsbands durchlesen. Oder Warenkörbe zu füllen, um dann letztendlich doch nichts zu bestellen.


Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Ich differenziere eigentlich selten zwischen online und offline. Um wirklich offline zu sein müsste mir mein Smartphone wohl ins Klo fallen. Aber ich gehe gerne zu Konzerten, besuche Cafés, tanze Nächte durch oder mache andere Sachen mit Lieblingsmenschen.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?

Ich schreibe lieber gar nichts bevor ich die Unwahrheit schreibe. Wir sind ja mittlerweile alt genug zu wissen was wir können und müssen weder uns selbst noch anderen was vormachen.

Ihr Lieblingsheld im Netz?

Über diese Frage habe ich mir den Kopf zerbrochen – und noch immer keine Ahnung.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?

So klischeehaft das jetzt klingen mag: Für mich persönlich sind in erster Linie meine Eltern Helden, einfach, weil sie großartig sind. Aber ein Held ist auch jeder, der sich in irgendeiner Art und Weise für seine Mitmenschen und auch Tiere einsetzt.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?

Humor, Kreativität und Offenheit.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?

Humor, Ehrlichkeit und Offenheit.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?

Menschen, die sich dazu verpflichtet fühlen, alles zu kommentieren, selbst Dinge, die sie gar nicht interessieren. Ich frage mich immer, ob diese Menschen das auch im „real life“ so handhaben und beispielsweise den Verkäufern an der Wursttheke erzählen, dass sie ja gar kein Fleisch essen. Man muss sich doch ohnehin schon oft genug mit unwichtigen Dingen herumschlagen – doch nicht auch noch freiwillig in der Freizeit.

Was stört Sie an Bloggern am meisten?

Wenn sich Blogger nur über das Bloggen unterhalten können und dadurch jeden ausschließen, der damit gar nichts am Hut hat.

Was stört Sie an sich selbst am meisten?

Momentan: meine Frisur und meine Melancholie. Ansonsten: meine Sehschwäche.

Ihr glücklichster Moment als Blogger?

Als jemand mir Komplimente machte für das, was ich als Bloggerin so tue. Da wurde mir erst richtig bewusst, dass es wirklich gelesen wird. Und natürlich auch der Moment der Erkenntnis, dass sich damit gelegentlich etwas Geld verdienen lässt.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?

Die Menschen, die ich dadurch kennengelernt habe. Es ist wunderbar, so gut miteinander vernetzt zu sein und auf dem Weg großartige Menschen mit ähnlichen Interessen zu finden.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?

Manchmal würde ich alles dafür geben zu wissen was andere Menschen denken, ob sie sich die gleichen Sachen fragen, die ich mich tagtäglich frage. Wobei… lieber nicht. Dann würde ich doch lieber richtig gut zeichnen können. Oder Beatboxen.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden? Als Reiseblogger, der sein Geld damit verdient durch die Weltgeschichte zu reisen nur um herauszufinden, wo es die leckerste Pina Colada gibt.

Ihre größte Extravaganz?

Der unaufhörliche Glauben daran, dass alles irgendwie doch immer gut wird – und ich keinen Kaffee mehr trinke. 

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Entspannt.

Ihr Motto?

Pure Vernunft darf niemals siegen.“ (Tocotronic)

Bislang haben unseren Proust-Bloggerfragebogen Cosima Bucarelli, Johanna Moers, Jill AdamsSiems LuckwaldtKatja HentschelKatya MoormanJulia StelznerKatharina CharpianThomas KnüwerMarlene Sørensen und James CastleMary ScherpeJuliane Duft und Anna Katharina BenderRichard GutjahrAnna dello RussoPeter GlaserFrederik Frede , Jessica Weiß,  Stefan MeschDaniel DeckerVera Dondelinger,  Isabel BogdanNinia BiniasMaximilian Buddenbohm , Johanna Pink und Smilla Dankert ausgefüllt.