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Proust-Fragebogen für Blogger (103)

 

Alicja-Schindler-2014-64

Zu viel Zeit vor dem Bildschirm macht nervös und die Augen kaputt. Außer man verbringt seine Internetstunden auf Alicja Schindlers Blog Kooye. Dort sind die Farben so sanft und die Optik so beruhigend, dass einem nichts passieren kann. Die 21-jährige Freiburgerin bloggt seit dem Abitur über Kunst, Musik, Literatur und vieles mehr – alles hat Stil, alles passt in die Ästhetik ihrer Homepage. „Wenn mich jemand nach getaner Arbeit, egal bei was, auf kleine Fehler hinweist, dann finde ich die meistens gerade gut. Ich lege keinen Wert auf Perfektion“, sagt sie. Trotzdem wirkt Kooye ziemlich perfekt. Und wenn die Macherin nicht gerade bloggt oder Klavier spielt, dann schleicht sie durch die Taschenbuchabteilungen der Freiburger Bücherläden.

Was ist für Sie das vollkommene Blog?

Eins, das gerade so unvollkommen ist, dass ich die Person dahinter erkennen kann.

Mit welchem Blogger identifizieren Sie sich am meisten?

Für mich klingt das Wort „Blogger“ fremd. Im Blogformat verstecken sich ganze Lebensgeschichten, Rezeptbücher, Fotoalben oder Magazine. Für die Menschen, die so viel Kraft in ihr Blog stecken, passt das Wort „Blogger“ meiner Meinung nach nicht mehr.

Was ist online Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Mich treiben lassen durch Farbwelten, Trends oder Rezepte.

Was ist offline Ihre Lieblingsbeschäftigung?

In der Sonne lesen und Bananenbrot essen.

Bei welcher Gelegenheit schreiben Sie die Unwahrheit?

Wenn meine Fantasie mit mir durchgeht.

Ihr Lieblingsheld im Netz?

Mein Freund, der das Netz immer schöner macht durch seine Gestaltung.

Ihr Lieblingsheld in der Wirklichkeit?

Meine Mama.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie im Netz begegnen?

Mir reicht es schon, wenn ich typische Eigenschaften eines Menschen im Netz überhaupt ausmachen kann.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an Menschen, denen Sie in der Wirklichkeit begegnen?

Gelassenheit, Sensibilität und Humor.

Was mögen Sie im Netz am wenigsten?

Dass alles so schnell geht.

Was stört Sie an Bloggern am meisten?

Wenn sich die Schnelligkeit des Netzes auf die Rechtschreibung oder die Fantasie auswirkt.

Was stört Sie an sich selbst am meisten?

Zu viele offene Tabs.

Ihr glücklichster Moment als Blogger?

Eine liebe, überraschende Mail von einer Leserin. Wie ein kurzes Gedicht formuliert – in dem Moment hab‘ ich mich gefreut, dass sich jemand zwischen Scrollen und Klicken die Ruhe nimmt, mir etwas Liebes zu schreiben.

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Blogger?

Dass ich überhaupt angefangen habe, zu bloggen.

Über welches Talent würden Sie gern verfügen?

Ich würde gerne Tische und Stühle bauen können.

Als welcher Blogger möchten Sie gern wiedergeboren werden?

Das ist lustig.

Ihre größte Extravaganz?

Wärmflasche all night long.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Überhitzt und überfragt.

Ihr Motto?

Ich hasse Motten. Die essen meine Pullover.

(c) Thomas Bartl

1 Kommentar


  1. […] Und gibt es einen Mittelweg zwischen Selbstinszenierung und schlichtweg Raushalten im Netz? Hier geht’s zum Proust-Fragebogen des Zeit Magazins und meinen […]

 

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