Das Kunstblog
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Berlin Friedrichshain

Collage revisited

Von 18. Februar 2011 um 10:00 Uhr

Die Gruppenausstellung From Anna Blume. A revisiting of the Collage in the 21st century präsentiert zehn Berliner Künstlerinnen.

From Anna Blume ist die Antwortet auf das berühmte Gedicht An Anna Blume (1919) des Dada-Künstlers Kurt Schwitters. Indem die Künstlerinnen mit ihren Collagen an das Erbe Schwitters anknüpfen, emanzipieren sie sich zugleich von Anna Blume als imaginärer Muse.

Die Kuratorin Sandra Teitge hat für die Ausstellung im Autocenter prägnante und vor allem junge Positionen zusammengestellt; die Werke reichen von Papierarbeiten bis hin zu Installationen. Die Künstlerinnen arbeiten aus den unterschiedlichsten Motiven mit der Technik der Collage: aus formalem Interesse, als Ausdruck von Emotionen oder politischer Tendenzen, oder um die Wahrnehmung des Betrachters herauszufordern. Es ist selten genug, dass eine Ausstellung nur Künstlerinnen präsentiert. Noch seltener, dass eine solche Ausstellung gute Kunst zeigt: Also unbedingt ansehen!

20 Uhr | 18. Februar 2011 | Autocenter | Eldenaer Straße 34a (via James-Hobrecht-Straße) | Berlin Friedrichshain

Fremde Perspektiven

Von 4. Februar 2011 um 09:58 Uhr

© Sebastian Bolesch

Das Radialsystem V zeigt Lilith’s Return.

Das Musiktheater basiert auf dem gleichnamigen Text der libanesischen Schriftstellerin Joumana Haddad. Darin beschreibt sie den Kampf einer arabischen Frau um ein selbstbestimmtes Leben. Auf der Bühne stehen drei junge Schauspielerinnen mit Downsyndrom aus dem integrativen Ensemble RambaZamba. Und so treffen in der mythologischen Figur der Lilith die sehr unterschiedlichen Realitäten junger Frauen in Beirut und Berlin aufeinander. Dazu spielt der libanesische Musiker Mahmoud Turkmani eine Kombination aus orientalischer Improvisation und westlicher Moderne.

20 Uhr | 04.-06. Februar 2011 | Radialsystem V | Holzmarktstraße 33 | Berlin Friedrichshain

DAS Weekend

Von 28. Januar 2011 um 10:00 Uhr

Heute startet das Digital Art + Sound (DAS) Weekend.

transmediale, club transmediale und Create Berlin haben DAS Weekend initiiert mit über 70 unabhängigen Organisationen, Ausstellungsorten und Teilnehmern aus Kunst und Kultur. Die Veranstaltung soll der nachlassenden Förderung von Medien-, Sound- und digitaler Kunst begegnen.

Drei Tage lang präsentiert DAS Weekend Künstler, Räume und Initiativen, die an der Schnittstelle von Kunst, Medien und Klang arbeiten und experimentieren. Entsprechend abwechslungsreich ist das dichte Programm: Ob offene Lesungen im Villém Flusser Archiv, Ausstellung wie Reflective Interventions 2011 bei Art Claims Impulse oder Songs of Love and Hate im Grimmuseum oder das Projekt The Sound of No-One im Stadtbad Wedding – wer sich durch das Angebot liest, findet garantiert etwas Spannendes.

ab 10 Uhr | 28.-30. Januar 2011 | siehe Karte

Ein akustisches Fest

Von 21. Januar 2011 um 10:00 Uhr

© David Baltzer

Heute beginnt das Festival Ultraschall

Bereits zum dreizehnten Mal veranstalten das Kulturradio des RBB und Deutschlandradio Kultur das Festival für Neue Musik mit aktuellen Kompositionen aber auch Klassikern aus den letzen fünfzig Jahren. Die Konzerte fordern sowohl die Musiker als auch die Zuhörer heraus, indem sie neue Perspektiven eröffnen. Mit dem Schwerpunkt auf Ensembles stehen dieses Jahr etwa das ensemble recherche, das Arditti Quartet oder das Jack Quartett aus New York auf dem Konzertprogramm.

Zur Eröffnung wagt sich im Radialsystem V das Kammerensemble Neue Musik Berlin ganz ohne Dirigent auf die Bühne. Ihre Darbietungen haben sie um eine Partitur der britischen Komponistin Juliana Hodkinson gestrickt. Die forciert die Kommunikation der Musiker.

Morgen spielen übrigens die Musiker des Ensemble Modern vier Konzerte in der Neuen Nationalgalerie. Das Ensemble feiert sein 30-jähriges Jubiläum. Und wo geht das schöner als im Mies-van-der-Rohe-Bau?

20 Uhr | 21. Januar 2011 | Radialsystem V | Holzmarktstraße 33 | Berlin Friedrichshain

Bio, Vegan, Frutarisch

Von 20. Januar 2011 um 10:00 Uhr

© Galiani Verlag

Die Autoren Karen Duve und Jonathan Safran Foer lassen sich zum Thema Ernährung aus – und die Lesung ist natürlich ausverkauft.

Daher gibt es im Nebenraum einen Lifestream. Achso! Jedenfalls liest Karen Duve aus ihrem Buch anständig essen. Darin beschreibt sie den Selbstversuch, sich moralisch unbedenklich zu ernähren. Von organisch bis frutarisch, Duve probiert und hinterfragt alles – um am Ende doch nur einen Kompromiss zu finden. Die Autorin unterstützt heute Abend Jonathan Safran Foer, der aus seinem Bestseller Tiere essen liest. Hier das ZEIT-Interview mit Foer und hier der Lesetipp von Iris Radisch.

20 Uhr | 20. Januar 2011 | Fritzclub im Postbahnhof | Straße der Pariser Kommune 8 | Berlin Friedrichshain

Zum Geburtstag viel Klangkunst

Von 17. Januar 2011 um 10:00 Uhr

1963 hat sich der französische Fluxus-Künstler Robert Filliou einen Gründungsmythos für die Kunst ausgedacht. Sie hat demnach am 17. Januar Geburtstag. Berlin feiert den Art’s Birthday beim Elektroakustischen Salon – und zwar mit einer Testsignal-Komposition, einer Tee-Oper und einem Gitarren-Solo.

Deutschlandradio Kultur hat für absurde Klangkunst-Performances gesorgt: Zum einen testet der Hamburger Klangbastler Felix Kubin gemeinsam mit der Wiener Tanzperformerin Veronika Zott. Sie verdichten dabei Testsignale zu einer “Komposition aus Pausenzeichen, Extremfrequenzen, Voicing-Methoden und Klangkleidbewegungen”. Zum anderen gibt’s Tee zum Hören. In Ch’a Ching vertonen der chinesische Elektronik-Blogger Dickson Dee und die sibirische Obertonsängerin Sainkho Namtchylak die Vielfalt asiatischer Tee-Aromen. Und dann kommt noch Lärmpoet Arto Lindsay mit seiner E-Gitarre. Auf ihr wird er unfassbar laut spielen, während er mit seiner weichen Stimme singt. Ein Fest!

19 Uhr | 17. Januar 2011 | Berghain | Wriezener Bahnhof | Berlin Friedrichshain

Et qu’est-ce qui se passe à Paris?

Von 14. Januar 2011 um 10:00 Uhr

Kaz Oshiro, Untitled Still Life Painting (cadmium yellow/brown packaging tape), 2010 Courtesy Galerie Frank Elbaz

Am Wochenende gibt’s zur Abwechslung mal Kunst aus der französischen Hauptstadt.

Der Galerieaustausch Berlin-Paris findet zum dritten Mal statt und der Kreis der teilnehmenden Galerien ist erneut gewachsen. Auch Ben Kaufmann, Barbara Thumm, Klemm’s, PSM und Florent Tosin haben sich diesmal Pendants in Paris gesucht. Die Galerien präsentieren sich jeweils in den Räumen ihres Partners. Dieses Wochenende sind erstmal die Franzosen zu Gast in Berlin und folgende Konstellationen hören sich besonders spannend an:

Bei Ben Kaufmann zieht die New Galerie ein und mit ihr die charmante Einzelausstellung the places we’ve been von Bertrand Planes. Wentrup hat sich die Galerie Frank Elbaz mit einem interessanten Künstlerprogramm ausgesucht. Sommer & Kohl holt sich den Kunstraum The Institute of Social Hypocrisy ins Haus. Der kommt mit seiner neusten Publikation The Sound of Downloading Makes Me Want to Upload und der Einzelausstellung This Spectacle von Victor Boullet.

Außerdem präsentiert die Galerie TORRI bei carlier | gebauer ihre Künstler Braco Dimitrijevic sowie Florian Pugnaire und David Raffini. Und Barbara Thumm hat sich In situ – Fabienne Leclerc herausgepickt. Die Pariser zeigen Arbeiten von Gary Hill und Patrick Tosani.

Während es bei Johann König mit der Fotostrecke Paradies nackte Tatsachen von Juergen Teller gibt, geht es bei Isabella Bortolozzi und Mehdi Chouakri eher gediegen zu: Bortolozzi heißt Natalie Seroussi willkommen, mit Arbeiten von Kurt Schwitters und Hans Arp. Medhi Chouakri macht mit 1900-2000 gemeinsame Sache bzw. eine Gruppenausstellung. Au pied du mur zeigt Bilder u.a. von Natalia Gontscharowa oder Francis Picabia auf Wandmalereien von John M Armleder, Sylvie Fleury, Mathieu Mercier und Gerwald Rockenschaub – um nur ein paar Optionen für heute Abend anzureißen…

Die komplette Übersicht gibt es auf der Internetseite von Berlin-Paris.

16-21 Uhr | 14. Januar 2011 | siehe Download der Karte

Haubrok zur Einstimmung

Von 13. Januar 2011 um 11:16 Uhr

Emily Jacir, From Paris to Riyadh (Drawings for my mother) 1990 (Detail) Foto: Frank Hauschild © Sammlung Haubrok

Die haubrock shows zeigen Shapes.

Einen guten Vorgeschmack auf ein mit Eröffnungen vollgepacktes Wochenende gibt’s heute bei der Sammlung Haubrok. Axel Haubrok präsentiert eine Gruppenausstellung mit den Künstlern Martin Boyce, Tom Burr, Wade Guyton, Rodney McMillian, Emily Jacir, Stephen Prina, Florian Pumhösl, Daragh Reeves, Davis Rhodes, Günter Umberg und Christopher Wool.

19 Uhr | 13. Januar 2010 | haubrok shows | Strausberger Platz 19 | Berlin Friedrichshain

Kurzweiliges Theater

Von 28. Dezember 2010 um 10:00 Uhr

© Matthias Horn

Die Theaterminiatur The Four of the Gas Station handelt von Erdöl und Freundschaft.

Das post theater macht Station im Radialsystem. Dort präsentiert der interdisziplinäre think thank seine neuste Produktion – und zwar in einer Tankstelle. Sie ist der Kulisse des Musikfilms Die Drei von der Tankstelle (1930) nachempfunden.

Auch The Four of the Gas Station handelt von drei Freunden, die eine Tankstelle eröffnen wollen und dafür ihr Auto verkaufen. Wie es sich für einen ordentlichen Theater-Multimediakunst-Hybrid gehört, spielt das Stück jedoch in der Neuzeit, genauer: vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise. Die Performance fragt nach dem Wert der Freundschaft in Zeiten von Ressourcenknappheit und Ölkatastrophen.

Spannender als der Inhalt klingt dabei das Format: Das post theater verspricht eine Mischung aus Geisterbahn, Theater und Kunstinstallation. Außerdem folgen einer Performance jeweils nur vier Zuschauer. Täglich finden bis zu zwölf Performances statt, wahlweise auf Englisch oder Französisch. Die Karten müssen unter ticket@posttheater.com vorbestellt werden.

Das Beste: Weil eine Performance maximal 45 Minuten dauert, bleibt für Langeweile gar keine Zeit!

ab 16 Uhr | 28.-30. Dezember 2010 | Radialsystem V | Holzmarktstraße 33 | Berlin Friedrichshain

Kunst zum Einheitspreis

Von 6. Dezember 2010 um 09:59 Uhr

© Im Namen des Raumes

Im Namen des Raumes verkauft 99 Kunstwerke à 99 Euro.

99 Künstler haben jeweils eine Arbeit beigesteuert, darunter auch bekannte Namen wie Martin Eder oder Olaf Holzapfel. Die Arbeiten sind lediglich nummeriert. Der Käufer soll sich beim Kauf von seinem Geschmack und nicht vom Namen des Künstlers leiten lassen. Sure …

Tut bei 99 € aber nicht viel zur Sache. So zugänglich ist Kunst selten.

16 Uhr | 6. Dezember 2010 | Im Namen des Raumes | Strausberger Platz 19 | Berlin Friedrichshain