Holländische Juden gegen Geert Wilders
Der niederländische Centraal Joods Overleg (Zentralrat der Juden) kritisiert Geert Wilders für seinen Film, der unzulässige Generalisierungen enthalte und “kontraproduktiv” sei:
Met het in beeld brengen van grafieken die de explosieve groei van de Moslim bevolking in Nederland en in Europa moeten voorstellen, in relatie met de getoonde terreuraanslagen en met de slogan ‘stop de islamisering, verdedig onze vrijheid’ suggereert Wilders, dat alle Moslims potentiële terroristen zijn die onze samenleving omver willen werpen. Dat strookt niet met de feiten en zet op een onacceptabele wijze een hele bevolkingsgroep in een kwaad daglicht. Een Nederlands politicus dient zich van dit soort generaliserende voorstellingen te onthouden.
Zu Deutsch: “Indem er Grafiken über das explosive Wachstum der muslimischen Bevölkerung in den Niederlanden und Europa zeigt und diese in Beziehung setzt mit terroristischen Anschlägen und mit dem Slogan ‘Stoppt die Islamisierung, verteidigt unsere Freiheit’, suggeriert Wilders, dass alle Muslime potentielle Terroristen seien, die unser Zusammenleben zerstören wollen. Das stimmt nicht mit den Tatsachen überein und setzt eine ganze Bevölkerungsgruppe in ein schiefes Licht. Ein niederländischer Politiker sollte sich dieser Sorte verallgemeinernder Behauptungen enthalten.”
Zugleich betont die jüdische Dachorganisation, dass die Radikalisierung in Teilen der muslimischen Welt Anlass zu ernster Sorge ist und ruft zur Wachsamkeit und zur streitbaren Verteidigung der Demokratie auf.
Sehr gut. Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.
(Hier ein englischer Bericht in Haaretz.)
@karl kraus
“Wenn mich jemand anpöbelt, weil er irgendein Problem hat, kann ich so lange gut damit umgehen, wie er mich nicht verunsichert. Und er verunsichert mich dann, wenn ich mir meiner selbst und meines Wertes nicht zutiefst sicher bin. So sind wir auch als Gesellschaft. Ob wir uns durch Fanatiker bedroht fühlen, ist auch (freilich nicht nur) davon abhängig, wie viel wir an Ängstlichkeit zulassen.”
Ein typischer Denkfehler, wie er dem wirklichen Karl Kraus nie unterlaufen wäre – ob ich mich durch das Anpöbeln durch Jemanden bedroht fühle, hängt weniger von meinem Selbstbewußtsein ab, als von der Art des Anpöbelns:
wenn dieses einfach verbal geschieht und sonst nüscht, dann kann ich ganz selbstsicher relativ entspannt damit umgehen.
Wenn dieser Pöbler aber durch Körpersprache und klare Drohungen (“ich stech Dich gleich ab”) seine Pöbeleien begleitet, kann mein tolles Selbstbewußtsein hübsch schnell ins Wanken kommen….
und wenn diese Person dann sogar offen eine Waffe bei sich führt, bzw. durch vorangeganene Vorfälle dafür bekannt ist, daß er seine Drohungen gerne ernst zu machen bereit ist – dann wird auch der Selbstbewußteste sich entweder überlegen, die Flucht zu ergreifen – oder selbst zur aktiven physischen Verteidigung überzugehen….
Kurz: nicht das eigene Selbstbewußtsein entscheidet, sondern die Bedrohungslage…..
Diesen zwingenden Zusammenhang aus dem kollektiven Gedächtnis zu waschen versucht zu haben, verdanken wir einem völlig irre, und unethisch gewordenen Pazifismus, der zur plattesten Ideologie geronnen ist.
Dieter Nuhr hat den tatsächlichen Sachverhalt mal wieder treffend auf den Punkt gebracht:
Gewalt
“Was ich dringend mal sagen wollte, ist: Gewalt ist keine Lösung. Zumindest nicht, wenn man kleiner ist. Ansonsten war in der Menschheitsgeschichte Gewalt natürlich immer eine Lösung. (…..)….”
http://www.nuhrtagebuch.de/index.php?/archives/53-Gewalt.html#extended
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@molinocampo
Das meine ich nicht: Natürlich habe ich Angst, wenn jemand mein Leben bedroht. Aber ich stehe nicht als Persönlichkeit in Frage. Aber vielleicht hinkt der Vergleich.
Also: Eine Gesellschaft, die sicher und selbstbewusst zu ihren Werten steht und darüber hinaus etwas wie eine klare gemeinsame Kultur hat (also nicht nur Fernsehn, Shoppen und Chatten), müsste anders reagieren als entweder mit political correctness oder mit Angst und Verunsicherung. Ich habe – wie gesagt – das Gefühl, dass wir einerseits schrecklich feige sind und deshalb lieber keine Kritik äußern wollen, andererseits aber irgendwie doch den Muslim an sich total scheiße finden und überhaupt sollen die doch alle in ihren komischen Ländern bleiben und in die Luft gehen.
Aber vielleicht ist das auch nur meine persönliche Überforderung. Immerhin palavert das ganze Internet vollkommen widersprüchlich durch die Gegend. Ich selbst kann eine Religion nicht gutheißen, die nicht ein explizites Gewaltverbot beinhaltet. Personen, die gewalttätig sind oder dazu aufrufen, auch nicht. Aber das ist leider religionsübergreifend… Lediglich die Rhetorik geht einem mal mehr mal weniger auf den Sack.
Vielleicht sollte man einfach jede Aggrorede eines Menschen (egal welcher Religion oder Staatsangehörigkeit) vor dem Senden neu synchronisieren. Man könnte sie Witze oder schöne Gedichte erzählen lassen. Hihi.
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