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Neues aus der Parallelgesellschaft

Von 22. Oktober 2009 um 20:27 Uhr

Allerdings nicht aus der unsrigen, sondern aus der chinesischen Community New Yorks. Dort wird das traditionelle Kantonesisch abgelöst durch Mandarin, den Dialekt der Mehrheit der Neu-Einwanderer aus China.

Nun lassen selbst Kantonesisch sprechende Eltern ihre Kinder in Mandarin unterrichten, damit diese sich in den New Yorker chinesischen Zirkeln verständigen können.

Alteingesessene Sino-Amerikaner finden sich in ihrem eigenen Viertel nicht mehr zurecht, weil dort Mandarin dominant geworden ist.

Und niemand findet diese Parallelgesellschaft problematisch.

“I can’t even order food on East Broadway,” said Jan Lee, 44, a furniture designer who has lived all his life in Chinatown and speaks Cantonese. “They don’t speak English; I don’t speak Mandarin. I’m just as lost as everyone else.”

Now Mandarin is pushing into Chinatown’s heart.

For most of the 100 years that the New York Chinese School, on Mott Street, has offered language classes, nearly all have taught Cantonese. Last year, the numbers of Cantonese and Mandarin classes were roughly equal. And this year, Mandarin classes outnumber Cantonese three to one, even though most students are from homes where Cantonese is spoken, said the principal, Kin S. Wong.

Some Cantonese-speaking parents are deciding it is more important to point their children toward the future than the past — their family’s native dialect — even if that leaves them unable to communicate well with relatives in China.

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Kategorien: China, Curiosa, Integration, USA
Leser-Kommentare
  1. 1.

    interessant !
    kann uns jemand aufklaeren ueber die bedeutung von Kantonesisch bzw. Mandarin ?

    • 22. Oktober 2009 um 23:47 Uhr
    • mathilde
  2. 2.

    @mathilde

    Mandarin ist nun nicht gerade der «Dialekt der Mehrheit der Neu-Einwanderer aus China» sondern ganz einfach die chinesische Standardsprache.

    Hörprobe Kantonesisch:
    http://www.youtube.com/watch?v=Bp-QANZulaA
    und Mandarin:
    http://www.youtube.com/watch?v=XYV4z8dZozo
    Deutsch:
    http://www.youtube.com/watch?v=ZN3nxBPZjIY ;-)

    Gleicher Text, gleicher Interpret aber nur ganz wenige Worte klingen ähnlich. Eigentlich ist Kantonesisch eine eigene Sprache.

    Exilchinesen, die kein Mandarin können, ist dies oft peinlich (mein persönlicher Eindruck), es zeigt irgendwie mangelnde Bildung und da sind Chinesen sehr empfindlich.

    Es ist deshalb m.E. auch kein Wunder, dass niemand diese «Parallelgesellschaft» problematisch findet.

    • 23. Oktober 2009 um 01:49 Uhr
    • bb
  3. 3.

    „Und niemand findet diese Parallelgesellschaft problematisch.“

    Ist das die Botschaft für das neue Deutschland? Da muss ich mich aber noch gewaltig umgewöhnen und viel toleranter (im Sinne von Gleichgültigkeit) werden.

    • 23. Oktober 2009 um 08:57 Uhr
    • Krähling
  4. 4.

    @ Mathilde

    Kantonesisch (Gesprochen in Südost-China) und Mandarin (Hoch-Chinesisch; wird in Peking und Umgebung gesprochen) unterscheiden sich in etwa so stark wie Schweizerdeutsch und Isländisch.

    • 23. Oktober 2009 um 10:47 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  5. 5.

    In der deutschen Gesellschaft gibt es zu viele Tabus. Tabus sind Denkverbote. Sie führen – wie ein Staudamm Wasser staut – zur Blockade von Meinungen und gesellschaftlichen Diskursen und suchen sich, weil die Spannung zwischen wahrgenommener Realität und politisch Erlaubtem steigt, aggressive Wege nach aussen. 3 Tabu’s will ich hier beispielhaft nennen:
    1. Wir dürfen den Staat Israel nicht aggressiv nennen, obwohl der Gaza-Krieg ein extrem aggressives Kriegsmodell war. Das dürfen wir nicht wegen des grauenvollen Holocaust.
    2. Wir dürfen die deutschen Soldaten der Wehrmacht nicht tapfer nennen, obwohl sie es waren. Weil die Wehrmacht furchtbares Unheil anrichtete.
    3. Wir dürfen die Menschen aus anderen Kulturen nicht kritisieren wegen ihrer vielfach mangelhaften Bereitschaft zur Integration. Weil wir in der Nazizeit Rasseideologie gepredigt haben.
    So haben wir uns zu stupiden Geiseln unserer Vergangenheit gemacht. Das freut die extremen Ränder der Gesellschaft, weil sie mehr Platz zur Polemik haben.
    Ein unverstellter entspannter und nicht gleich überideologisierter Blick auf den gesellschaftlichen Alltag täte uns so gut. Ein Stück mehr “Normalität” würde da helfen. Das ist auch eine Aufgabe der Medien.
    Detlev Sachse, Köln

    • 23. Oktober 2009 um 10:54 Uhr
    • Detlev Sachse
  6. 6.

    >Und niemand findet diese Parallelgesellschaft problematisch.

    In Sachen Integration sind die USA sicher kein Vorbild. Die Parallelgesellschaften dort sind ein grosses Problem und bieten Kriminellen Schutz.

    Chinesische Kriminallität findet zu 99% in der eigenen Gruppe statt und ist alles andere als harmlos.

    Denken sie nur mal an die zahllosen illegalen chinesischen Arbeitssklaven in den USA.

    • 23. Oktober 2009 um 11:13 Uhr
    • PBUH
  7. 7.

    @ PBUH

    “Denken sie nur mal an die zahllosen illegalen chinesischen Arbeitssklaven in den USA.”

    In Deutschland gibt’s die genauso. Erst kürzlich fanden bundesweit Razzien statt.

    • 23. Oktober 2009 um 11:40 Uhr
    • Hans Joachim Sauer
  8. 8.

    Chinesische Kriminallität findet zu 99% in der eigenen Gruppe statt und ist alles andere als harmlos.

    Kann nicht sein. Chinesen sind doch gar keine Moslems.

    • 23. Oktober 2009 um 11:42 Uhr
    • Anna
  9. Kommentar zum Thema

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