Ein Blog über Religion und Politik

Mohammed als Vorbild?

Von 7. Januar 2012 um 16:02 Uhr

Folgende Anmerkung des Mitbloggerns N. Neumann im vorigen Thread verdient es, nicht im Rauschen unterzugehen:

“Man kann sicher sagen, dass es absurde Züge hat, sich jemanden, der vor 1400 Jahren lebte, zum Vorbild zu nehmen. Wobei das nicht bedeuten muss, dass Intellektuelle, Feldherren und/oder Herrscher aus dem 19. oder 20. Jahrhundert zwingend bessere, oder sagen wir: allgemein sozialverträglichere Vorbilder sind, zumal deren Welt unserer heutigen mehr ähnelt als jener zu Mos Lebzeiten.

Und dann kommt es schon sehr darauf an, ob jemand so etwas wie ‘Du sollst nicht stehlen’ auf ihn zurückführt und sich daran hält oder ob er dessen Vorbildhaftigkeit so interpretiert, dass er das ganze Jahr in Sandalen sowie Hosen mit Hochwasser herumläuft, sich die Zähne mit irgendeiner Rinde putzt und findet, dass sich der Rest der Menschheit genauso verhalten sollte.

Auch kann es als problematisch gelten, wenn ein Religionsstifter auch Feldherr und Herrscher war. Aber hier kommt es wieder darauf an, ob diese Praxis und wenn ja, was davon, als in die heutige Zeit übertragbar erachtet wird.

Wenn bestimmte ‘Islamkritiker’ auf diesem Hintergrund nun meinen, dass alltägliche Kriminalität unter Jugendlichen mit ‘islamischem’ Migrationshintergrund auf diese Person aus der Spätantike zurückzuführen sei oder gläubige Muslime, die den rustikalen Teil von Mohammeds politischer Praxis historisieren, Taqqiya betrieben, dann ist das intellektuell wirklich sehr dürftig. Letzteres ist im Prinzip nichts Anderes als Salafismus unter umgekehrten normativen Vorzeichen.”

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Religion ist Gift! Und Mohammed ist schon ein sehr fragwürdiges Vorbild.

    • 7. Januar 2012 um 16:32 Uhr
    • Karl
  2. 2.

    Intellektuell dürftig sind eher die Vorhaltungen inländischer Geistesgrößen, dass Muslime, die sich bei ihren kleinen und großen Verbrechen ausdrücklich auf Mohammeds rustikale politische Praxis berufen, keine richtigen Muslime sind.

    • 7. Januar 2012 um 17:07 Uhr
    • riccardo
  3. 3.

    Da gibt es einen Film von einem Iraker in Norwegen:

    Muslimbruderschaft in Europa

    http://vimeo.com/28645188

    sehr aufschlußreich was die Muslimbrüder
    in Europa so machen…

    • 7. Januar 2012 um 17:24 Uhr
    • quarku
  4. 4.

    Salam,

    obigem Text kann ich leider nur teilweise zustimmen…
    eine junge Muslima weiss es besser als all die Politiker, Journaisten und Hetzer… Ein Text den ich gefunden habe, zum Nachdenken für die, die glauben den Propheten für alle Menschen beleidigen zu müssen…aus Unwissen!

    “Das gegenseitige Misstrauen kommt daher, dass jeder über die Religion des Anderen wenig Bescheid weiß!! Dies zeigte sich deutlich in meinem Geschichtskurs. Unsere Geschichtslehrer hielten es für passend, das Thema “Islam” zu behandeln. Wir sahen uns Mohammed, sein Leben und seine Taten an. Als wir das Thema fertig besprochen hatten, gab die Mehrheit der Schüler zu, dass sie vorher ein eher negatives Bild vom Islam hatte. Nachdem meine Mitschüler nun viel mehr wissen, hat sich dies geändert.

    Religiöse Gefühle nicht grundlos verletzen

    Man braucht sich nur etwas mit der Geschichte Mohammeds zu befassen, um sich die Wahrheit selbst vor Augen zu führen.”

    http://www.helles-koepfchen.de/artikel/1613.html

    Jedem Satz ist zuzustimmen, es sei denn natürlich man verschliesst sichdie Ohren und will Unfireden stiften… Ich freue mich, dass angagierte Muslime die Wahrheit über den Propheten weitergeben und ihn lieben! Gegen den Hass und für gegenseitige Verständigung!!

    • 7. Januar 2012 um 17:31 Uhr
    • Faruk
  5. 5.

    Faruk:

    die Wahrheit über den Propheten

    Sehen Sie, Sie und diese junge Dame sind – entschuldigen Sie meine Offenheit – genauso dumm und verblendet wie die Salafisten, die eine andere “Wahrheit” über den Propheten für sich gepachtet haben. Ihre Verblendung hat einfach das Glück, etwas besser im Einklang mit den herrschenden Gesetzen und Moralvorstellungen zu sein.

    • 7. Januar 2012 um 17:40 Uhr
    • Arjen van Zuider
  6. 6.

    “Wenn bestimmte ‘Islamkritiker’ auf diesem Hintergrund nun meinen, dass alltägliche Kriminalität unter Jugendlichen mit ‘islamischem’ Migrationshintergrund auf diese Person aus der Spätantike zurückzuführen sei oder gläubige Muslime, die den rustikalen Teil von Mohammeds politischer Praxis historisieren, Taqqiya betrieben, dann ist das intellektuell wirklich sehr dürftig. Letzteres ist im Prinzip nichts Anderes als Salafismus unter umgekehrten normativen Vorzeichen.”
    Dem ist, mit Max Weber gesprochen, deutlich zu wiedersprechen. Diese Ausssage von Neumann beinhaltet, dass Kritik am Islam als Religion usw. zur Voraussetzung macht, dass die Angehörigen dieser Religion bewusst und wissend jegliche Handlung vor dem Hintergrund des Islam selbst reflektieren und legitimieren. Religion ist jedoch insbesondere eine mächtige Sozialisationsinstanz. Weber weist in der Protestantischen Ethik nach, dass religiöse Inhalte, sozialsiert über einen langen Zeitraum, auch 200 Jahre nach Calvin typische Verhaltens- und Wahrnehmungsmuster hervorrufen – obgleich kein Hanseat heute sich mit seinen Handlungen und sozialisierten Vorlieben auf Calvin beruft. Typische kulturelle Muster (wie Speisen, Teekonsum bsw.unterscheiden sich signifikant vom katholischen Süden, gerne mehr dazu an anderer Stelle), finden ihren Ursprung im Calvinistischen Denken.
    Warum soll ausgerechnet der Islam als eine Religion, die autorität jedwede Handlung des Alltag reglementiert, keinen Einfluss auf Sozialisation haben? Eine Religion, die strikt autoritär ausgelegt ist!
    Der Islam ist eine Religion, welche es geschafft hat, eine Entfaltung von Persönlichkeit zu unterbinden, indem streng hierarchisch (Gottheit, Clan, Patriarch) das eigene Handeln und die Refelktion darüber nicht dem Individuum überlassen bleibt, sondern eine Gemeinschaft darüber entscheidet (hierzu gibt es inzwischen einige Untersuchungen zu dem Thema Muslim und Psychoanalyse).
    ZUm Thema zurück: Die höhere Gewaltaffinität muslimischer Jugentlicher ist im wesentlichen auf das durch autoritäre Hierarchien unterbundene Entwickeln eines Ich, welches in der Jugendphase (Sturm- und Drangphase) eine Kompensation für die eigentlich notwendige Auseinandersetzung mit dem Elternhaus sucht. Statt die Hierarchie und Autorität der Eltern anzugreifen, um schließlich mit ihnen gleichrangig zu sein, muss dieser Trieb an anderer Stelle ausgelassen werden. Hier greift wieder die Religion ein, ein normatives System, welches Zweifel, Kritik am System selbst bereits als gotteslästerung bezeichnet.
    Islamkritik bedeutet also nicht, irgendwelche Suren als Argumentation heranzuziehen, sondern Max Weber als Interpretationsfolie zu Religionskritik und Herrschaftskritik heranzuziehen.

    • 7. Januar 2012 um 18:11 Uhr
    • Volker
  7. 7.

    Mohammeds Lehren töten weitere Christen in Nigeria

  8. 8.

    Wer einen als raumgreifender Eroberer Gerühmten; als vielfacher Witwenmacher und -vermittler, Versklaver, Beutemacher und Beuteaufteilenden Gepriesenen sich zum Vorbild nimmt, der tut vielleicht ausgerechnet durch den Gebrauch erlesener Rinde zur Zahnreinigung die am wenigsten besorgniserregende Tat.

    Es mag viele Fans von Alexander dem Großen oder Dschingis Khan geben, Marketingmanager, oder Kampfsportler. Würden diese Idole jedoch ausgerechnet für moralische Besserung in Anspruch genommen; so könnte dieses doch ein Stirnrunzeln auslösen und käme dann ein Vorwurf von Mongolophobie, oder Makedonenfeindlichkeit, so wäre man vielleicht geneigt, nach einer Gelegenheit zur Gesprächsverkürzung zu suchen.

    Mit der Anhänglichkeit zu den wundersam gefügten Geschicken des Mohammed stehen die Dinge weniger trivial. Zur Großen Erzählung von dessen Werken und Weisungen gehören durchweg Figuren, die es bei harsch entschiedener Betrachtung und in Unkenntnis von Völker- und Menschenrechten auch irgendwie “verdient” haben mögen – massakriert, gemeuchelt oder als Kriegsbeute wegverheiratet zu werden. Fans von ketchupintensiven Italowestern könnten nach den Sieben Samurai ihre achte grosse Entdeckung mit dem Muslimidol machen.

    Dem zweitgenössischen Tagesschauzuseher mag das biographische Narrativ von Mohammed dagegen vielleicht eher die Bilder aus dem letzten Syrien-Horrovideo in den Sinn zurückholen. Jedenfalls viel eher, als dass er versucht sein könnte, in dem Text ein Bemühen zur Überwindung von dekadenten Patchwork-Familienverhaltnissen zu erblicken.

    Die als “moralische Besserungsakte” vorgeführten Handlungen vollziehen sich durchweg vor dem Hintergrund von exzesshaft geübten Gebräuchen; Figuren, denen jede Fähigkeit zum Weingenuß abgeht werden gezeichnet, um sie schließlich mit einem allgemeinen Alkoholverbot zu erlösen; geschlechtliche Vereinigungen in komödienhafter Unübersichtlichkeit werden den frühen Arabern unterstellt, um mit limitierter Polgamie ihre rohe Triebhaftigkeit zu mäßigen.

    Kurzum: Vor jedem besseren Wissen um gottgefälliges Sozialverhalten ist ein Blick von ressentimenthafter Mißgunst auf die Praxis der frühen arabischen Stämme geworfen: SO geht es nicht ! Und hier mag dem einen oder anderen schon der Eindruck heimsuchen, dass die Muslime von irgendwoher einen vernichtenden Blick auf die Moral der anderen tradiert haben müssen. Auch der letzte Gauner ist, wenn er Muslim ist, kaum je um eine moralische Belehrung verlegen. Das hat man bei Jugos und Russen wohl eher weniger.

    Den Diebstahl kann vielleicht am leichtesten derjenige verbieten, der zuvor das Beuteverteilen geregelt und Überfälle (Razzien) näher geheiligt hat. Wenn sich herausstellen würde, dass Muslime sich untereinander weniger beklauen, als dies in andere Gruppen der Fall ist, dann verweist diese Auffälligkeit zweifelsohne nur auf einen umgekehrten Salafismus im Auge des Betrachters.

    • 7. Januar 2012 um 18:21 Uhr
    • Thomas Holm
  9. Kommentar zum Thema

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