Wikileaks, OpenLeaks und die Folgen

Wikileaks ist tot! Es lebe das Whistleblowing

Von 18. Februar 2011 um 00:59 Uhr

Vor wenigen Wochen machte ein Kondom die Runde. Es war ganz offenbar gebraucht. Jemand hatte es dennoch aufbewahrt. Später wurde es dann fotografiert, jetzt ist es ein Beweisstück und zirkuliert durch die Presse. Weltweit. Eine eher seltene Karriere für ein Präservativ. Aber die sexuellen Praktiken eines gewissen Julian Assange machen es möglich.

Weltberühmtes Kondom

Soweit kolportiert wurde, soll jener Julian Assange dieses Kondom vorsätzlich beschädigt haben, um einen gefühlsechteren Geschlechtsverkehr ausüben zu können. Was, so wurde weiter kolportiert, nicht ganz im Sinne der temporären Partnerin war.

Ein Drama biblischen Ausmaßes jedenfalls, das sich da vor wenigen Monaten in Schweden ereignete. Vollkommen klar, dass umgehend Titelseiten freigeräumt wurden. Was könnte es Wichtigeres geben, als über jenes shakespear'sche Dramoulette zu berichten?

Und der Mann mit dem zerrissenen Kondom spielte mit, bediente die Mechanismen des Boulevards, schwadronierte von einer Einkerkerung in Guantanamo oder gleich von der drohenden Exekution durch die US-Regierung.

Soweit, so uninteressant. Angereichert von Insiderauskünften, die die Ränkespiele des ehemaligen Zweimann-Betriebs Wikileaks in ein neues Licht rücken wollen, lenkt dieses Boulevardgetöse nur noch ab.

Es ist längst an der Zeit, wichtigere Fragen zu diskutieren. Wird es eine dauerhafte Whistleblowingkultur geben? Was kommt nach Wikileaks? Welche Erben sind in Sicht? Was wird sie von Wikileaks unterscheiden? Können sie dazu beitragen, eine lokale oder regionale, eine nationale oder internationale Leakingkultur zu etablieren? Welche Gefahren drohen? Wie stellen die unterschiedlichen Plattformen den wichtigen Quellenschutz sicher? Wer trennt bedeutende Dokumente, die auf politische oder wirtschaftliche Verbrechen hinweisen von hinterhältigen Denunziationen?

In den nächsten Wochen werden hier ausgewählte Plattformen ausführlicher vorgestellt. Hier schon mal eine erste Übersicht.

Eine herausragende Bedeutung kommt natürlich OpenLeaks.org zu. Allein schon weil das Portal des Wikileaks-Dissidenten Daniel Domscheit-Berg momentan internationale Aufmerksamkeit erfährt. Es unterscheidet sich in seinem Ansatz fundamental von Wikileaks, da es keine eigenständige Publikation der eingehenden Whistleblowing-Dokumente beabsichtigt. OpenLeaks versteht sich als Mittler zwischen Geheimnisverrätern und anderen Organisationen – von Menschenrechtsgruppen über Gewerkschaften bis hin zu konventionellen Medien. Die Organisationen können sich bei OpenLeaks akkreditieren. Der Whistleblower kann im Gegenzug nicht nur Dokumente anonym hinterlegen, sondern auch Wünsche äußern, welcher Organisation seine Dokumente zuerst zugehen sollen.

Auch die Transparency-Unit des arabischen Nachrichtensenders Al Jazeera wurde in den vergangenen Wochen international bekannt. Gemeinsam mit dem britischen Guardian hatte die Transparency Unit geheime Dokumente der Nahost-Friedensverhandlungen veröffentlicht. Überraschende Verhandlungspositionen und -strategien der israelischen Regierung und der palästinensischen Autonomiebehörde kamen ans Licht. Al Jazeera ist der bisher eindeutigste Beleg für Aktivitäten größerer Medien auf dem Gebiet des Whistlebowings.
Die New York Times und der Spiegel sollen jedoch ebenfalls über eigene Whistleblowingstrukturen nachdenken.

Einen Schritt weiter ist da bereits die WAZ-Mediengruppe mir ihrem Angebot derwesten-recherche.org. Das Angebot zielt vor allem auf die Verbreitungsregion der meisten WAZ-Zeitungen in Nordrhein-Westfalen. Ein attraktiver Ansatz, da viele Informationen oft nur eine regionale Relevanz besitzen und bei einem weltweiten Player wie Wikileaks unter Umständen untergehen würden.

Lokales Leaken ist auch das Thema der Seite BayernLeaks.de. Auch Brusselsleaks.com verfolgt den Ansatz einer regionalen Spezifizierung – allerdings im weltpolitischen Maßstab. Die Seite will sich auf Themen der europäischen Union fokussieren.

Portale wie RuLeaks, TuniLeaks, BalkanLeaks, KanariLeaks und IndoLeaks sind ebenfalls auf Regionen oder Länder spezialisiert. Allerdings beschränken sie sich teilweise auf die Auswertung bekannter Dokumente wie etwa bereits veröffentlichte US-Botschaftsdepeschen.

Einen ganz anderen thematischen Kontext bedient dagegen die Seite GreenLeaks. Dokumente, die Umweltzerstörungen oder Klimagefährdungen belegen, sollen auf GreenLeaks publiziert werden können.

Bleiben noch Portale mit einem breiteren Profil. Zum einen das bereits seit einigen Jahren existierende Cryptome.org. Die Macher von Cryptome arbeiteten anfangs mit Julian Assange zusammen, distanzierten sich dann aber nach diversen Konflikten. Bekanntheit erlangte Cryptome unter anderem mit der Veröffentlichung geheimer MI6-Dokumente.
Ebenfalls ohne thematische Spezifizierung arbeitet das Portal GlobaLeaks.

Neben den originären Leakingsportalen gibt es eine ganze Reihe weiterer Portale und Blogs, die im Umfeld von Wikileaks und Co arbeiten. Crowdleak.net gehört zu den bekanntesten Beispielen. Hier soll die Crowd nach unentdeckten News in bekannten Leaking-Dokumenten recherchieren. Auch die Depeschensuchmaschine Cablegatesearch.net will die Schwarmintelligenz nutzen, um die Auswertung der Depeschen ertragreicher zu gestalten.
Seiten wie WLcentral.org oder Leaknews.de verstehen sich dagegen eher als Nachrichtenseiten zu Whistleblowingthemen.

Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang das deutsche Whistleblowing-Netzwerk. Theorie und Praxis des Leakens werden dort umfangreich diskutiert.

Natürlich gibt es mittlerweile auch haufenweise Onlinespiele und jede Menge Trash mit Unterhaltungswert zum Thema Whistleblowing im Netz. Dazu in Kürze mehr.

Bleibt am Schluss noch ein erstes Zwischenfazit. Die Vielzahl entstehender Portale deutet auf wachsende Relevanz des Whistleblowings hin. Den Beleg ihrer Bedeutung sind alle Portale noch schuldig. Viele Fragen sind dagegen noch offen. Hat Wikileaks dem Thema Whistleblowing zum Durchbruch verholfen? Oder werden sich Staaten und Unternehmen zukünftig noch massiver schützen? Und – wer ist er eigentlich, der Whistleblower und was sind seine Motive?

Antworten und Ergänzungen gerne und jederzeit!

Leser-Kommentare
  1. 1.

    Was soll das denn für ein „Qualitätsjournalismus“ sein?
    Sie Zeitonliner schreibe da in einer tagelang anhaltenden Salve Wikileaks und seine Funktionsfähigkeit wie Ernsthaftigkeit herunter(obwohl nachweislich alles weiter funktioniert und der Erfolg bewiesen ist). Und stützen sich im wesentlichen auf eine Quelle, den Domscheid Daniel.
    Journalistischer Standard ist das nicht.
    Haben Sie sein Buch gelesen, das der Spiegelleute gegengelesen und die diversen WL Originalunterlagen eingesehen? Und dann ihr Gehirn bemüht?
    Wohl kaum! Sonst wären Sie drauf gekommen, dass der Daniel Beleidigtmann unter Umständen gekauft ist, warum sonst sollte er inhaltlich ganz klar auf die Zerstörung von Wikileaks hinarbeiten.(mit der Tonart des Bedauerns, wie ekelhaft ist das denn?)
    Diese Desauvierungskampagne ist aber nur die eine Seite der Medaille.
    Die andere ist die Zersplitterungsabsicht der Whistleblowerszene.
    Und die ganzen eitlen „Qualitätsjournalisten“ machen mit.
    Eine Schande ist das.
    Die Aufgabe wäre als Kontrollinstanz für die Regierten die Regierenden zu kontrollieren. Aus diesem Wechselspiel entstünde dann eine Stärkung unserer Demokratie.
    So machen Sie sich zum Diener der wohlhabendsten Gesellschaftsschicht, der selbsternannten Elite die sich aus den Spitzen aller Bereiche (Politik, Wirtschaft, Wirtschaftsprüfung, Industrie UND Presse)zusammensetzt.
    Das entspricht mehr der fragwürdigen Stärkung und Akzeptanz dieses „neuen Adels“ als der Stärkung unserer Demokratie.
    Was für welche seit Ihr derartige Pressemenschen eigentlich? Eine vierte Gewalt jedenfalls nicht.
    Kein Wunder dass wir die fünfte Gewalt, Wikileaks brauchen um den ersten vier Gewalten Dampf zu machen.

    • 18. Februar 2011 um 16:47 Uhr
    • peter schulz
  2. 2.

    Nur EINE Frage…Wer sind die bereits
    jetzt akkreditierten 6 Medienpartner
    von Openleaks ?
    Bietet OL genügend „Transparenz“,
    um die Namen öffentlich zu nennen ?

    • 18. Februar 2011 um 16:55 Uhr
    • chamsi
  3. 3.

    @peter schulz Wenn Sie Domscheidt-Berg und „gekauft“ worden wären (von der CIA?) – wären Sie dann nicht logischerweise WikiLeaks treu geblieben, um Einfluss zu gewinnen?

    • 18. Februar 2011 um 17:15 Uhr
    • Philipp
  4. 4.

    ich wage mal stark zu bezweifeln,das OL eine hervorragende internationale Bedeutunng oder Aufmerksamkeit erfährt oder erfahren wird.
    DDB hat alles versucht Wikileaks auszubooten.Ob es ihm gelungen ist werden wir noch erfahren.Aber DDB hat sich mit seinen mehr als unsäglichen Äusserungen doch selbst degradiert.Dieses schmutzige Wäsche waschen ist schon zwischen Ehepartnern kaum zu ertragen und läßt Zweifel daran aufkommen ob sie noch alle Tassen im Schrank haben.Wieviel mehr Zweifel muß ich haben, wenn ich einer Person die durch Hass-u.Neidatacken auf sich aufmerksam macht, geheime oder brisante Dokumente anvertrauen soll.Nein,ich glaube nicht das DDB Erfolg mit seinem OL haben wird und ich bin guten Mutes das Wikileaks ob in alter oder neuer Form auch zukünftig für Unruhe sorgen wird.

  5. 5.

    Was soll das eigentlich noch?
    Seit Wochen lese ich auf Zeit, und zwar nur auf Zeit.de Wikileaks stirbt, wikileaks ist tot, blabla…
    Sind ihre Redakteure so eingeschnappt, weil Wikileaks dem Spiegel und nicht der Zeit den Vorrang auf die Botschaftsdaten gegeben hat?
    Totgesagte leben länger, und Wikileaks ist so lange nicht tot, wie die Server laufen und leute neue Leaks hochladen.

    Wikileaks ist nicht Apple… nur weil der Chef im Gefängnis hockt, bedeutet das noch lange nicht das da die Welt untergeht.

    Ansonsten kann ich mich nur Peter Schulzs Aussagen anschließen.

    • 18. Februar 2011 um 17:48 Uhr
    • Omti
  6. 6.

    Gekauft von seinen eigenen Gedanken, Gefühlen und Projekt. Von der eigenen Überzeugung gekauft.

    • 18. Februar 2011 um 17:48 Uhr
    • Matths
  7. 7.

    Spiegel 15.01.2011 (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,739405,00.html):

    Zitat: „Glaubt man der Liste, die der Bundesnachrichtendienst ( BND) im Jahr 1970 über seine Verbindungen zur Presse aufgestellt hat, dann arbeitete ein beträchtlicher Teil der deutschen Journalisten für den Geheimdienst. Die langjährige Herausgeberin der „Zeit“, Marion Gräfin Dönhoff, war unter dem Decknamen „Dorothea“ registriert, „Bild“-Chefredakteur Peter Boenisch wurde als „Bongert“ geführt, Wilfried Hertz-Eichenrode von der „Welt“ als „Hermelin“, Horst Mahnke vom SPIEGEL als „Klostermann“.“

    Da scheint sich noch nichts geändert zu haben.

    • 18. Februar 2011 um 18:03 Uhr
    • wislawa
  8. 8.

    Schaut man sich in der weiteren internationalen Medienlandschaft um stellt man fest das Wikileaks und die Person J. Assange Stück für Stück in Grund und Boden gehauen werden soll. Mediales fertigmachen. Ein optimales Mittel dies zum tragen zu bringen sind, leider, die etablierten Medien. Das resultiert dann in solchen Dingen wie Misstrauen, Verlust der Glaubwürdigkeit und Lächerlichkeit gegenüber Wikileaks und J. Assange.
    Parallel dazu werden Alternativen hochgejubelt die anscheind gleichwertig sind, es aber nicht sein können weil niemand leichtfertig die Kontrolle einfach an die Bürger/Oeffentlichkeit abgibt. Kontrollierte Leaksportale also, deren Quellen und redigierte Artikel mit der allgegenwärtigen Beliebigkeit einhergehen um die Bürger dumm und blöd zu halten. Die Wahrheit, die Demokratie (die letzten reste die noch vorhanden sind wohlgemerkt) werden geschleift so das etwa sogeannte Leistungsträger weiterhin machen könne was sie wollen. Bürgernahen transparenten Strukturen wird so der Kopf abgeschlagen. Leider helfen da „die etablierten“ Medien unter der Flagge der Presse- und Meinunsgfreiheit mit und dies ohne rot zu werden…
    Die letzten reste dessen wird entgültig das Lebenslicht ausgehaucht wenn man die Inhalte im Internet kontrolliert. Dies kann man etwa machen indem man es verbietet ohne Lizenz eine Websseite betreiben zu können oder ohne Autentifizierung und Authorisierung Kommentare und Artikel zu veröffentlichen. Der neue Personalausweis legt zumidnest die techischen Grundlagen dazu weil damit ohne weiteres Funktionen addiert werden könne die heute noch nicht öffentlich debatiert werden. Ohne Perso und legitimeis Zerfikat kommt dann ein Computer nicht mehr online.

  9. 9.

    Danke, das gleiche geht auch mir durch den Kopf wenn ich mich umschaue was da mit Wikileaks gemacht wird. Openleaks und D.B kommt mir verdächtig und nicht vertraunswürdig rüber. Noch dazu weil der nette Herr beinahe direkte Verbindungen zur Bundesregierung hat.

    Wikileaks schleichende Denunziation…etwa nur schon die beinahe totale Verbannung aus den etablierten Medien… Vereinzelte Artikel zu geleakten Dokus mal abgesehen… Es reicht völlig Misstrauen zu sähen und schon bald teilen sich die Meinungen in die üblichen Extreme wass den „Herrschenden“ aber genau recht daher kommt.

    Nicht’s ohne zentrale Kontrolle… aber auch andere können das…Eine gute Seite um die Aktivitäten von Wikileaks verfolgen zu können istdiese hier: http://wlcentral.org/

  10. 10.

    Wikileaks ist tot? Wenn sie es sagen, wird es wohl stimmen. Ob das allerdings richtig ist oder nicht nur der Abneigung der „Zeit“ gegenüber Wikileaks geschuldet ist (wie in zahlreichen Artikeln über Wikileaks zu lesen) wird der Leser sicher selbst herausfinden (z.B. die weiteren Veröffentlichungen auf Wikileaks)

    Wo kämen wir da hin, wenn sich jeder unmittelbar mittels der Quellen informieren kann und nicht den Umweg über die Meinung der Medien gehen muss?!

    Sie haben recht, die Idee „Wikileaks“ kann man nicht stoppen.

    • 18. Februar 2011 um 18:41 Uhr
    • Phi
  11. 11.

    Mag sein das DDB einen Riesenfrust auf JA schiebt.Mag sein das ihm auch die Galle übergelaufen ist.Ich wage allerdings zu bezweifeln, das vieles, was er so von sich gibt, der Wahrheit entspricht.Als erstes glaube ich nicht, das DDB und JA tatsächlich so dick miteinander befreundet waren.Als nächstes glaube ich eher das, was Kristinn Hrafsonn bezüglich DDB sagt,das er mitnichten in die innere Struktur von WL eingeweiht war,keinen verantwortungsvollen Posten innehatte und auch kein Gründungsmitglied war, sondern erst später zu WL kam.Als nächstes glaube ich, das DDB tatsächlich bei WL eingeschleust wurde,weil einige Leute mittlerweile große Probleme mit den brisanten Veröffentlichungen hatten, und weitere unangenehme Veröffentlichungen befürchteten.Möglicherweise war Mißtrauen gegenüber DDB von Anfang an bei JA vorhanden,und DDB erhielt nicht wirkliche Einsichtbei WL,was ihn letztendlich erboste.Er beging dann den Diebstahl ua. von Dokumenten, die Whistleblower WL anvertraut hatten.Allein diese Straftat zeigt doch das DDB als vertrauenswürdige Person wenig geeignet ist.Diese Aktion zeigt das anmaßende Wesen des DDB.Diese ganzen Aktionen und Schmutzkampagnen gegen WL und JA wurden doch nur eingefädelt um WL zum Schweigen zu bringen.Und Nachfolgeorganisationen mögen zwar WL kopieren,nur wäre immer genau zu hinterfragen,wes Geistes die Hintermänner sind.Und im Gegensatz zu WL ist OL nicht umsonst,sondern nur eine banale Geschäftsidee.Und an DDB`s Buch verdient eine Redakteurin von Zeit-online wohl mit.

  12. 12.

    Liebe Zeit Redaktion,

    Als Zeit Abonnnent verliere ich mehr und mehr das Vertrauen in die journalistische Qualität der Zeit. Wenn bei einem Thema wie Wikileaks so einseitig, manipulativ und (sorry) dumm argumentiert und geschrieben wird, dann ggf. auch bei anderen Bereichen die für mich nicht so deutlich zu erkennen sind. Die Konsequenzen liegen auf der Hand.

    Stefan O.

    • 18. Februar 2011 um 19:08 Uhr
    • Stefan Onken
  13. 13.

    Wikileaks ist tot? Wirklich?
    Der Artikel ist eine unausgewogene Mischung mit einer einleitenden Diskredietierung von Julian Anssange und einer durchaus interessanten Auflistung von anderen Leaks Projekten. Was soll aber die Totsagung von Wikilekas und die zynische Darstellung der Anschuldigungen gegenüber Ansange mit diesem Thema zu tun haben? Der Artikel ist wahrlich keine Sternstunde des Journalismus, nicht einmal gutes Handwerk. Hier wird Meinung und Bericht wild durcheinandergewürfelt. Die Zeit tut sich mit diesen Abgesangartikeln wirklich keinen Gefallen. Ist der Grund dieser Art der Berichtserstattung vielleicht, dass Die Zeit bei Wikileaks nicht mitspielen durfte?

    • 18. Februar 2011 um 19:26 Uhr
    • Nicolaus Fontaine
  14. 14.

    Wikileaks ist tot?

    GLAUBE ICH IHNEN NICHT!

    • 18. Februar 2011 um 20:34 Uhr
    • Klaue
  15. 15.

    Ein so billiger Artikel also bitte das durchschaut doch jeder der selber denken kann.
    Die Dienste und ihre willfährigen Helfer bei den Medien haben sich natürlich Unterminierungstategien erdacht die sind ja nicht dumm und dieser Artikel ist ein schönes Beispiel für eine dieser Strategien.
    Übrigens gibts dazu bei den Diensten thing tanks wo sehr gute Leute ihr Gewissen teuer verkauft haben und solche und alle möglichen anderen Strategien und Dramaturgien konstruieren.

    • 18. Februar 2011 um 20:37 Uhr
    • Lutz2
  16. 16.

    Zu Ihrem Kommentar „Wikileaks ist tot! Es lebe das Whistleblowing“ fällt mir nur so viel ein: *PLONK* Aber es ist ja Freitag – da passt’s!!!

  17. 17.

    Ojeh, wer soll denn diesem DDB überhaupt was anvertrauen? Er hat ja alles verraten und verkauft wofür er stand. Ein paar Titel aus der zweiten Reihe setzen nun auf OL, wie hier zum Beispiel.

    Wird aber nichts bringen.

    DDB bezeichnet sich als Hirn seiner Ex-Organisation, hatte allerdings nicht die Eier sich gerade zu machen.

    Und es wäre wohl sehr aufschlussreich zu erfahren, von wem er gerade finanziert wird. Uns würden wahrscheinlich die Haare zu Berge stehen.

  18. 18.

    Eines kann ich überhaupt nicht verstehen:
    Warum wird Wikileaks für tot erklärt wo doch täglich neue Dokumente unter
    http://213.251.145.96/cable veröffentlicht werden.

    Also-Wikileaks ist weder leblos noch tot noch sonstwie nicht vorhanden.
    Wikileaks lebt und kommt seinem Auftrag nach Dokumente der Öffentlichkeit zugänglich zu machen
    Das einzigste was tot ist ist Openleaks.

  19. 19.

    sagt ma, ihr zeitonline kasper: wie wärs mal mit ner stellungnahme?

    • 18. Februar 2011 um 22:50 Uhr
    • peter schulz
  20. 20.

    Man ist das alles peinlich — was ich nicht verstehe: was hier passiert muss doch auch allen ZEIT online Redakteuren sowas von klar sein, und alle machen mit? Keiner wehrt sich? Keiner schmeisst hin?

    Schaemt Euch alle!!

    Ach so, der Bezug zum Artikel: Wikileaks veroeffentlicht taeglich neue hoechst relevante Informationen (kuerzlich viel zum Thema Bahrain), Openleaks veroeffentlicht nichts.

  21. 21.

    Nicht zu vergessen die Plattform „anonleaks.ch“ die Anonymous momentan aufbaut bzw. dass eigentlich „crowdleak.net“ auch in Verbindung mit Anonymous steht.

    • 18. Februar 2011 um 23:06 Uhr
    • An0n
  22. 22.

    Wenn jemand einer Institution, einem Unternehmen Böses unterstellt und vielleicht noch dieses belegt, dann sind alle Mittel „erlaubt“ auch die wenig feinen, die subversiven, um den „Angreifer“ „unschädlich“ zu machen.

    • 19. Februar 2011 um 00:36 Uhr
    • Hafenstrasse
  23. 23.

    Es gibt jetzt ein Buch,man sollte es mal lesen.Der Titel lautet Empört euch kostet nur2,99€.1000000mal in Frankreich gekauft.

    • 19. Februar 2011 um 00:46 Uhr
    • rainer
  24. 24.

    Was Assange betrifft, spricht mir der Autor vollumfänglich aus dem Mund. Ich finde es mutig und richtig diese ideologisierte Heldenfigur langsam von ihrem Thron zu entfernen. Wirklich schade, wie so ein großes Projekt wie Wikileaks von einer Egogröße wie Assange desavouiert wird… Aber der Schaden ist angerichtet: Seine polemische Panikmache hat Wikileaks leider den nüchternen, sachlichen und unaufgeregten Boden weggezogen.
    Nun heißt es Alternativen finden! Auch hier bin ich voll der Meinung des Autors und im Nachlassen des Buschfeuers der Netizens werden einige interessante Imitatoren des Wikileakskonzepts auf fruchtbaren Boden fallen. (Wobei wie immer genug unbelehrbare weiter Herrn Assange als Idol hinterherlaufen werden, was einfach sehr traurig ist und sich dieser voll und ganz auf die Kappe schreiben muss. Man kann eigentlich nur hoffen, dass der Tod des ursprünglich seriösen Wikileaks so kurz und schmerzlos wie möglich verläuft, was ich leider bezweifle).
    In einem allerdings ist der Autor meiner Meinung nach auf dem falschen Dampfer unterwegs (und die Assange Fans liegen hier richtig, wie ich denke). Herr Domscheit Berg scheint mir für einen unaufgeregten Anführer einer großen Leakingplattform leider bedeutend fehl am Platz. Seine lauten, weinerlichen Abrechnungen mit Assange legen diesen Schluss nahe. Auch ihn halte ich für einen Stolperstein der Geschichte, der hoffnungsvoll begann, aber tief gesunken ist.
    In diesem Sinne wünsche ich der Leakingkultur mehr Mut etwas zu wagen, was bisher als unmöglich abgestempelt wurde: Plattformen die einen Ton pflegen, der den hohen Gütern, die hier verteidigt (oder etabliert) werden sollen gerecht wird: Freiheit, Transparenz, bürgernahe Entscheidungsprozesse und natürlich Demokratie!

    • 19. Februar 2011 um 01:30 Uhr
    • AusDemOff
  25. 25.

    […] Server so aufstellen kann, dass sie de facto nicht abzuschalten oder auszuspähen sind. Am Freitagabend, den 18. Februar berichtet die Zeit-Online, dass momentan andere Whistleblowing- &#8… Es gibt OpenLeaks von einem Wikileaks-Aussteiger, es gibt das Transparency-Network von Al Jazeera, […]

  26. 26.

    „Soweit, so uninteressant. … lenkt dieses Boulevardgetöse nur noch ab.“ Dieser Artikel führt das Boulevardgetöse relativ uninteressant weiter.

    „… werden wir ausgewählte Plattformen ausführlicher vorgestellt.“ (merkwürdige Satzgestaltung) Wer entscheidet, welchen Plattformen das Prädikat „ausgewählt“ zugesprochen wird?

    Nach der „herausragenden Bedeutung“ (von OpenLeaks.org) suche ich noch vergebens. Die „internationale Aufmerksamkeit“, die Wadenbeißer Domscheid-Berg zuteil wird, dürfte sich in Grenzen halten.

    Assange tickt ganz offensichtlich anders, als durchschnittliche Menschen. Doch mit einem durchschnittlichen Kopf, wäre WikiLeaks nicht da wo die Organisation jetzt steht. Ich bewundere solche Menschen. Wie sich Domscheid-Berg in letzter Zeit öffentlich präsentiert hat, ist einfach nur peinlich. Ein pikierter Mann ohne Rückgrat. Ein Jammerlappen auf dem Weg zum Erfolg?

    • 19. Februar 2011 um 04:12 Uhr
    • clline
  27. 27.

    Wikileaks wird für mich immer intressanter umso mehr es von den großen Medien und Machthabern runtergespielt und lächerlich gemacht wird. Das bedeutet für mich das da irgendwas im Busch sein muss. Diese Artikel der Zeit-online sind mir sehr suspekt…

    • 19. Februar 2011 um 15:27 Uhr
    • Martin
  28. 28.

    Assange ist zwar ziemlich schräg,aber er hat es geschafft,das die geleakten Dokumente überhaupt von der Öffentlichkeit wahrgenommen wurden.
    Bei diesem Satz handelt es sich um einen Auszug aus dem Kommentar von Anonymus vom 31.01.2011 Titel:Openleaks und die Alpha-Phase.(Linux.de)
    Darin übt er weiterhin Kritik an den etablierten Medien,die keine Lust auf die Ordnung störenden Enthüllungen haben,die gegen die Weltanschauung gehen.Und er geht davon aus,das die meisten jetzt aus dem Boden schießenden Leaks entweder Honeypots sind, oder eher dazu geschaffen,um brisante Sachen unauffällig vergammeln zu lassen.Bei OL hab ich auch mal nachgeschaut,hat sich nichts verändert.Ich gehöre ja auch nicht zu den wenigen Medienpartnern,die in der Alpha-Phase Zugriff auf die Plattform haben.Ich muß bis zur Beta-Phase in der zweiten Jahreshälfte gedulden.Naja,ich denke mal das bis dahin niemand mehr wirklich weiß,wer oder was Openleaks gewesen sein könnte.Und um auf Wikileaks zurückzukommen:wäre schön wenn sich die Zeitredaktion bei den Februarleaks einlesen würde.Dann könnte sicherlich eine anregende Diskussion stattfinden.

  29. 29.

    da sieht man wieder das Journalismus nur noch müll schreibt!
    Das Journalismus versagt zeigt dieser bericht wieder deutlich!
    Viva la Information

    • 19. Februar 2011 um 21:24 Uhr
    • geht euch nichts an!
  30. 30.

    […] ZEIT.de: “Wer beerbt das darbende Whistleblowing-Portal Wikileaks? Etliche Alternativen sind schon akti… […]

  31. 31.

    An welchem Tag darf die Menschheit mittels veröffentlichtem Passwort der insurance file den Inhalt mit den bis dahin veröffentlichten Angaben prüfen ob nicht doch noch was nachträglich vertuscht wurde.

    • 20. Februar 2011 um 11:30 Uhr
    • F.U.T.Z.
  32. 32.

    […] auf msnbc.com ist eine weitere Whistleblowingstruktur eines großen Medienhauses am Markt. Unser Whistleblowing-Index der letzten Woche, mit einer aktuellen Übersicht aller verfügbaren Angebote, wird es hier in Kürze als Update […]

  33. 33.

    […] eine adäquate Plattform für Ihre Dokumente anzubieten. Vor Wochen haben wir hier bereits einen ersten Überlick aktueller Plattformen zusammengestellt. Der Index aller relevanten Leakingplattformen soll ständig erweitert werden. […]

  34. 34.

    […] Wie die taz heute berichtet, hat der schwedische Rundfunk die Leakingplattform http://www.RadioLeaks.se gestartet. Die Zahl der Whistleblowingportale wächst also weiter (siehe auch Übersicht Leakingportale). […]

  35. 35.

    […] WikiLeaks-Forum reiht sich ein in die lange Reihe zahlreicher Netzangebote und -werkzeuge, die wir hier überblicksweise zusammemngestellt haben. Kategorien: Allgemein Kommentieren Empfehlen Social […]

  36. 36.

    […] Wie die taz heute berichtet, hat der schwedische Rundfunk die Leakingplattform http://www.RadioLeaks.se gestartet. Die Zahl der Whistleblowingportale wächst also weiter (siehe auch Übersicht Leakingportale). […]

  37. 37.

    […] WikiLeaks-Forum reiht sich ein in die lange Reihe zahlreicher Netzangebote und -werkzeuge, die wir hier überblicksweise zusammemngestellt […]

  38. 38.

    […] Überblick über zahlreiche neue Leakingplattformen gibt es hier. Das Ganze ist übrigens ein Work-in-Progress. Ergänzungen sind natürlich willkommen. […]

  39. 39.

    […] soll geteilt werden! Andere Leakingportale wie Greenleaks etc. (siehe Übersicht) sollen von den Erfahrungen profitieren […]

  40. 40.

    […] Eine in Kürze zu aktualisierende Liste der zahlreichen Leakingportale gibt es übrigens hier. […]

  41. 41.

    […] Großleaks und neuer Plattformen wie OpenLeaks, die bis heute nicht aktiv sind. Auch zahlreiche neue Leakingportale sind entstanden. In der Schweiz, in Schweden, in Deutschland. Natürlich auch in den USA und im […]

  42. 42.

    […] blieben überschaubar. WikiLeaks-Macher Julian Assange verstrickte sich in zahllose Prozesse. Neue Leaking-Portale wurden angekündigt, waren aber oft wirkungslos. Jetzt startet das Hackerkollektiv Anonymous ein […]

  43. 43.

    […] schien das Thema WikiLeaks, OpenLeaks und Co. langsam aber sich zu versanden. Angekündigt Großleaks blieben aus (Stichwort Bank of America). […]

  44. 44.

    DJ in Bern) and Kingsuk Biswas. In 2010 we returned to Reitschule ornzaiging the first norient music documentary film festival. The Reitschule Kino (movie theatre) was sold out every night. All kinds of people came a

    • 16. August 2012 um 06:26 Uhr
    • Sandra
  45. Kommentar zum Thema

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